Helena in Montana
„Sind Sie auf der Durchreise?“
Debbie rieb sich die Stirn. Ihr Kopfschmerz hatte nach dem letzten Glas Wein zugenommen. Sie blickte zum Barkeeper auf, der hinter der Theke stand und sie skeptisch musterte. Vermutlich weckte sie seine Neugier, weil sie am Abend allein in der Hotelbar saß und Alkohol trank. Dabei hatte sie nicht vor, sich zu betrinken. Der Tag war anders geplant gewesen. Doch dann hatte sich ihr Auftrag auf den nächsten Morgen verschoben. Da sie eine üble Situation zu verdauen hatte, beschloss sie, sich einen Drink zu genehmigen. Gut, nun waren es mehrere geworden.
„Ich habe morgen einen Termin in der Nähe von Missoula“, erklärte sie knapp. Es ging den Typen an der Bar wenig an, dass sie Journalistin war, die ein Interview mit einem Filmstar führen musste. Sie war mit dem Flieger eilig aus Seattle angereist, nur um letztendlich zu erfahren, dass ihr Interviewpartner sie bis zum Morgen warten ließ. Sie hatte wenig Lust, dem Schauspieler Fragen zu stellen, der für seine Arroganz weithin bekannt war. Ihre Chefin hatte auf ein persönliches Gespräch bestanden. Zeitgleich sollte sie sich ein Bild vom Drehort am Blackfoot River machen.
„Ist eine schöne Gegend dort“, meinte der Barmann. „Woher kommen Sie?“
Debbie wollte gerade antworten, als ihr Handy klingelte. Sie las auf dem Display, dass ihre Chefin Sue Parker anrief. Was wollte sie? Sie hatten heute schon telefoniert.
„Hallo, Sue“, sprach Debbie in den Hörer und hoffte, dass ihrer Vorgesetzten entging, dass sie etwas getrunken hatte.
„Hi, Debbie. Es gibt eine weitere Terminänderung. Du musst doch heute zum Interview fahren. Der Schauspieler muss morgen früh den Drehort verlassen. Ich habe ihm am Telefon gesagt, du wirst in einer Stunde bei ihm sein. Das sollte mit dem Mietwagen kein Problem sein.“
Debbie hoffte, dass Sue ihr Aufstöhnen unbem