Kapitel 3: Marmelade, Tee und Chaosschlangen
„Ach! Fräulein Rafina, diese Plätzchen sind äußerst köstlich!“, stieß die Kaisertochter voller Begeisterung aus, nachdem sie von einem Stück Teegebäck abgebissen hatte.
Eine ihrer Stärken bestand darin, jegliche unheilvolle Ahnungen umgehend zu verdrängen, sobald man ihr süße Knabbereien vorsetzte ... Die Frage war allerdings, ob das auch wirklich eine Stärke war.
„Findet Ihr, ja? Es freut mich, dass sie Euch munden“, sagte Rafina und klatschte fröhlich die Hände zusammen. Mit einem gut gelaunten Lächeln auf den Lippen sprach sie weiter: „Übrigens, was diesen Jem anbelangt, den Ihr in unsere Obhut gegeben habt ... Ich möchte Euch nur mitteilen, dass ich ihm jeden einzelnen Tag eine Predigt halte, wie Ihr es vorgeschlagen habt, Fräulein Mia.“
Auwei, das arme, arme Schwein tut mir ja sooo leid ... Schadenfroh grinsend nippte die Prinzessin an ihrem Tee. Während sie dessen wohlduftendes Blumenaroma genoss, erinnerte sie sich an das widerwärtige Gesicht dieses ungehobelten Kerls zurück.Was für ein herrliches Gefühl. Jetzt, da ich das gehört habe, geht es mir gleich viel besser. Hier ist definitiv alles in Ordnung. Diese unheilvolle Vorahnung muss ein Fehlalarm gewesen sein.
Als Rafina ihr zufriedenes Schmunzeln erblickte, nickte sie ihr knapp zu. „Also ist Euch wahrhaftig bereits bekannt, für wen er gearbeitet hat. Nichts Geringeres habe ich von Euch erwartet, Fräulein Mia.“
Hä? Wer hat für wen gearbeitet ...?
An Mias statt, die nur fragend den Kopf zur Seite neigte, meldete sich Sion zu Wort: „Was genau meint Ihr damit, wenn ich fragen darf, Fräulein Rafina? Die Täter waren allesamt Mitglieder unseres Geheimdienstes.“
„Korrekt, sie waren Windkrähen ... Nein, Weiße Krähen, um genau zu sein. Sunklands stolzeste Experten in der Führung von Informationskriegen“, bestätigte die Herzogstochter mit einem strahlenden Lächeln. „Sie alle waren aufrichtige und reinherzige Spione und ihrem Heimatreich treu ergeben.“
„... Aufrichtige ... und reinherzige Spione?“
Alle Anwesenden waren verblüfft über ihre Wortwahl, denn solche Adjektive brachte man für gewöhnlich nicht mit dieser Art Agenten in Verbindung.
Ohne darauf zu reagieren, fuhr Rafina in unbekümmertem Tonfall fort: „Alle außer Jem ... der sich grundlegend vom Rest der Verschwörer unterscheidet. Die anderen haben nichts dagegen, mir zu lauschen, während ich ihnen Passagen aus der