: Elisabeth Maria Rothfeld
: Rückkehr nach Utopia Eine Inspiration für das Neue-Mensch-Sein
: Books on Demand
: 9783759700414
: 1
: CHF 8.80
:
: Historische Romane und Erzählungen
: German
: 334
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die junge Eva flüchtet auf die Insel und wagt einen Neubeginn. Bis sie jedoch das Richtige für sich findet, muss sie erst noch ihr inneres Selbstverständnis wiederentdecken, was schwieriger als geplant ist. Jedoch das Schicksal meint es gut mit ihr, stellt ihr die weise Katze Urrh, den einfühlsamen Schamanen Miguel und die alte Othilia zur Seite. In ihren Träumen reist Eva in vergangene Welten, wo sie von der Veleda - jener Orakelpriesterin, die einst an den Externsteinen wirkte - in die Geheimnisse vom Mysterium des Mensch-Seins eingeweiht wird. So löst sich Eva im Laufe eines Sommers aus alten Verstrickungen und Abhängigkeiten, betritt einen Weg, auf dem sie richtungsweisende Unterstützung findet. Sie macht sich frei und begibt sich in ein erweitertes Bewusstsein, weiß endlich, was sie will. Mit ihrem feinfühligen Wortspiel lädt die Autorin - den Leser, die Leserin - dazu ein, für sich selbst auch zwischen den Zeilen zu lesen und ureigene Erkenntnisse für ein selbstbestimmtes Leben zu erfahren, anzunehmen und umzusetzen.

Ausgelöst durch eine herausfordernde Lebensphase entdeckte die Autorin ihre Liebe zum Schreiben. Zunächst entstanden Gedichte und Kurzgeschichten, dann die Erzählfigur Heribert, ein kleiner Turmfalke, der den Herforder Schulkindern die Stadtgeschichte näher bringt. Nun liegt ihr erster Roman Rückkehr nach Utopia vor. In ihren Texten bringt die Autorin ihre Fantasie zum Ausdruck, lässt sich inspirieren von der Schönheit der Natur, den Geheimnissen des Lebens, der Freude an ihrer Katze Pepsina, ihren Erinnerungen, Ahnungen, Träumen und der Faszination am Mensch-Sein. Spiritualität und Philosophie wurden ihre Lehrfächer auf dem Weg zu einem erweiterten Bewusstsein. Ich bin hier, um an die Schönheit im Mensch-Sein - jenem All-Eins in Liebe - zu erinnern, mich und die anderen.

Kapitel 1


Ankunft auf der Insel


Eva stand, noch immer nach Atem ringend, am Strand. Sie war den ganzen Weg vom Anleger bis hierher, ans Ende der Welt, gerannt. Ihren Rucksack hatte sie einfach zurück gelassen, unachtsam im Stich gelassen. Was, wenn ihre wenige Habe inzwischen gestohlen war? Wenigstens ihre Papiere und ihr Geld hatte sie im kleinen Täschchen an ihrem Gürtel. Erleichtert nahm sie es fest in die Hände. Später würde sie noch einmal zum Hafen gehen müssen, um ihren Gepäckschein einzulösen.

Warum hatte sie sich denn nur so beeilt? Was war denn das wieder für ein Panikanfall gewesen? Ja, jetzt erinnerte sie sich an den Mann. Er hatte sie süffisant angelächelt und sich während der Überfahrt mehrmals in ihre Blickrichtung gestellt. Als er sich dann bei der Gepäckausgabe auch noch an sie heran gedrängelt und ihr vertraulich an die Schulter gefasst hatte, hatte sie vollends die Fassung verloren und war nur noch geflüchtet.

Sie müsste noch vieles lernen, sonst lief sie Gefahr, immer wieder gejagt zu werden. Und das wollte sie auf keinen Fall. Aber darüber würde sie sich später Gedanken machen können. Später, ach, daran wollte sie gar nicht denken.

Jetzt war sie erst einmal am Ende eines weiten Weges angekommen. Hier konnte sie nicht weiter, hier setzte ihr die Landschaft ein klares Stopp. Blinzelnd stand sie und die letzten Sonnenstrahlen erwärmten nicht nur ihren Körper, sondern auch ihr wild pochendes Herz.

Was war nur mit ihnen geschehen? War es ihre Schuld gewesen, dass ihr Mann immer ungehaltener und brutaler geworden war? Wo war der geblieben, den sie im letzten Herbst geheiratet hatte?

Sie hatte sich immer mehr eingesperrt gefühlt, und der goldene Käfig, den er um sie baute, hatte immer mehr Gitterstäbe bekommen. Das goldene Armband mit den groben Kettengliedern, das er ihr zu Weihnachten als Überraschung ums Handgelenk gelegt hatte, hatte ihr für einen Moment den Atem genommen und die Vorahnung der Gefangenschaft noch verstärkt. Es wäre nur noch eine Frage der Zeit gewesen und er hätte sie ganz in der Hand gehabt.

Deshalb hatte sie auch Angst vor einer Schwangerschaft bekommen und heimlich Verhütungsmaßnahmen ergriffen