Kapitel 1
Es gab einmal ein Königreich, dessen Königin eine Drachenschlächterin namens Siegfried war. Diese Drachenschlächterin war ein Kind Gottes; ein menschliches Wesen und doch so greifbar nah an Gott.
Einst war sie eine Drachenpriesterin gewesen.
Mit dergöttlichen Macht, die sie in ihrem Körper trug, hatte sie den bösen Drachen begraben, der einst über das Königreich geherrscht hatte – damals wurde dieser alsGötterdrache gepriesen –, und war letztlich als neue Königin des Reiches emporgestiegen.
Die Drachenschlächter-Königin war gütig. Sie setzte sich für das Glück ihres Volkes ein und vollbrachte viele große Taten. Dabei hatte sie nicht nur ihr Volk von der Herrschaft des bösen Drachen befreit, sondern auch andere Drachen vernichtet, die sich im Königreich versteckt gehalten hatten, die diskriminierenden Klassen abgeschafft, die in der Tradition verblieben waren, die eindringenden ausländischen Feinde mit dem Donner besiegt und das Königreich durch Handel mit befreundeten Ländern kultiviert und weiterentwickelt.
Fast hundert Jahre waren vergangen, seit die Königin den bösen Drachen getötet hatte.
Inmitten eines Durcheinanders aus verschiedenen Kleidern standen zwei Prinzessinnen in ihrem Zimmer. Sie waren die Töchter der fünften Königin der Blutlinie der Drachenschlächterin.
„Hmm ja, ich frage mich, welches Kleid meiner kleinen Schwester besser stehen würde.“ Die dreizehnjährige Brunhild verglich kritisch das Kleid in ihrer rechten Hand mit dem in ihrer linken. „Nein, sie würden ihr beide gut stehen. Es ist ja meine kleine Schwester.“
„Verehrte Schwester ... Ich sollte mich langsam anziehen.“
Krimhild, die so schüchtern sprach, war Brunhilds ein Jahr jüngere Schwester. Ihre Stimme war leise und man merkte, dass sie ängstlicher Natur war. Schon etwa eine Stunde lang stand sie in ihrer Unterwäsche herum und wartete darauf, dass ihre Schwester sich für eines der Kleider entscheiden und es ihr reichen würde.
Die beiden Schwestern hatten schwarzes Haar und schwarze Augen – das Merkmal aller Siegfried-Abkömmlinge.
„Wenn wir