: Larissa Anton
: Die Rose von Tannenberg
: Books on Demand
: 9783759771704
: 1
: CHF 8.70
:
: Historische Romane und Erzählungen
: German
: 228
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Burg Tannenberg im 13. Jahrhundert: Als seine Frau Anna dem Tode nahe ist, gelobt Ritter Konrad, auf Kreuzzug zu gehen, wenn sie wieder gesund würde. Seine Gebete werden erhört, doch Konrad kommt nie im Heiligen Land an. Piraten entern sein Schiff und verkaufen ihn in die Sklaverei. Dort muss er am Hof des Emirs von Alaya einem"Heiden" dienen, ohne Hoffnung, je wieder nach Hause zu kommen. Als Anna davon erfährt, will sie alles riskieren, um ihren Geliebten zu retten. Als Mann verkleidet, ihre Harfe im Gepäck, macht sie sich auf dem Weg ins Reich der Sarazenen, überzeugt, dass dort das leibhaftige Böse auf sie wartet. Doch schon unterwegs begegnet sie mehr Gefahren, als sie erwarten konnte, und ihr wird schnell klar, dass es mehr als ein Wunder braucht, um ihr Ziel zu erreichen.

Larissa Anton wurde 1971 in Darmstadt geboren. Bereits Ende der 1. Klasse schrieb sie ihr erstes kleines Büchlein und illustrierte es selbst. Nach ihrem Abitur studierte sie katholische Theologie, Germanistik und Anglistik für Grundschullehramt und arbeitete ab 1996 in diesem Beruf. In ihrer Freizeit befasst sie sich viel mit Märchen und Sagen. 2004 erschien ihr erster Roman"Genoveva" basierend auf der Genoveva-Legende, damals noch unter dem Namen"Larissa Akbay". Danach schrieb sie zwanzig Drehbücher über Odenwälder Sagen, welche sie auch selbst mit Laiendarstellern verfilmte. 2024 kehrt Larissa Anton wieder zu den Ursprüngen ihrer schriftstellerischen Tätigkeit zurück und erweckt eine weitere fast vergessene Sage zu neuem Leben.

Kapitel 1


Wild tobte der Wind um die Türme von Burg Tannenberg. Er stöhnte und heulte wie ein verwundetes Tier, und mit seiner wütenden Kraft erzwang er sich den Weg noch durch die kleinsten Ritzen der verrammelten Fenster.

Conrad fror, doch nichts auf dieser Welt hätte ihn dazu gebracht, jetzt an den Kamin in der Halle zurückzukehren und dort einen heißen Würzwein zu trinken. Stattdessen wanderte er weiter vor der Tür der Kemenate auf und ab, immer wieder zusammen-zuckend, wenn ein weiterer schrecklicher Schrei zu ihm herausdrang.

So ging es nun schon seit heute Morgen, und Conrad hatte nie geahnt, welch qualvolle und vor allem langwierige Anstrengung es kostete, einem neuen Leben auf diese Welt zu helfen. Fortan würde er seiner jungen Frau mit noch mehr Respekt und Bewunderung begegnen, die sich nunmehr seit zwölf Stunden im Kindbett quälte, um ihm endlich den heiß ersehnten Erben zu schenken.

Conrad hatte wahrlich lange auf diesen Augenblick gewartet: Fast fünf Jahre waren seit seiner Vermählung mit Anna vergangen, und erst im letzten Sommer hatten sich endlich die ersten Anzeichen für die Erfüllung ihres Herzenswunsches gezeigt.

Wie selig war Anna gewesen, als ihr der Arzt die frohe Nachricht verkündete. Fast wäre sie die Treppe hinuntergestürzt, so eilig hatte sie es, ihr Glück mit ihrem Mann zu teilen. Seit diesem Tag erstrahlte ein neues, fast überirdisches Licht in ihren Augen, und Conrad wurde nun erst wirklich bewusst, wie sehr seine Gemahlin unter ihrer Unfruchtbarkeit gelitten hatte.

"Ich will dir so