Besonders erwähnenswert war ihre unvergleichliche Schönheit. Sie hatte langes, schwarzes Haar und ihre Haut war so weiß wie Porzellan. Ihre Augen waren tiefschwarz – sie wirkten wie Kristalle, in denen die Nacht eingeschlossen war. Ihre Schönheit war auf eine gewisse Art melancholisch und doch ruhig, und übertraf die aller Prinzessinnen, die Oscar bislang erblickt hatte.
„Hast du dein Aussehen mit Magie verändert?“, hinterfragte Oscar.
„Du stellst wirklich unverschämte Fragen. An mir ist alles natürlich.“
„Aber ich habe gehört, dass du schon seit hunderten von Jahren lebst. Und doch sehe ich keine einzige Falte.“
„Ich lebe gewiss um ein Vielfaches länger als Menschen. Mein Körper hat einfach aufgehört zu wachsen, das ist alles.“
Sie setzte die Tasse an ihre roten, blütenförmigen Lippen. Oscar erlitt im Angesicht der Kluft zwischen ihr und dem, was er sich unter einer „Hexe“ vorgestellt hatte, Enttäuschung. Als hätte sie diese Reaktion bereits erwartet, trieb Tinasha das Gespräch mit einem gequälten Lächeln weiter voran.
„Und? Nun bist du an der Reihe, deine Geschichte zu erzählen, denkst du nicht auch? Du bist der Erste, der es so gut wie alleine bis hierher geschafft hat. Verrate mir deinen Namen.“
Als Reaktion auf ihre Worte hob er die Augenbrauen und nahm eine aufrechte Haltung ein. Die adlige Vornehmheit und Würde, die er von Natur aus ausstrahlte, veränderten sein Auftreten.
„Ich bitte um Verzeihung. Mein Name ist Oscar Lyeth Increatus Los Farsas.“
Als die Hexe seinen Nachnamen hörte, weiteten sich ihre Augen ein wenig.
„Farsas? Die Königsfamilie Farsas?“
„Ich bin der Thronfolger, ja.“
„Ein Nachfolger von Regius?“
„Ich bin sein Urenkel.“
„Was? Wirklich?“
Tinasha musterte Oscar prüfend von Kopf bis Fuß.
„Wenn ich es mir recht überlege, seht ihr euch ähnlich ... Zumindest etwas. Regius war anzusehen, dass e