: Arno Strobel
: Die Spur der Mädchen / Die Macht des Täters / Mit den Augen des Opfers - Drei »Mörderfinder«-Thriller in einem Band
: S. Fischer Verlag GmbH
: 9783104922119
: Max Bischoff
: 1
: CHF 21.00
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 1072
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die Bestsellerserie von Nr. 1-Autor Arno Strobel - Fallanalytiker und »Mörderfinder« Max Bischoff ermittelt in drei Fällen Mörderfinder - Die Spur der Mädchen: Seine Zeit beim KK 11 in Düsseldorf ist Geschichte. Jetzt fängt Fallanalytiker Max Bischoff neu an. Gibt sein Wissen an der Polizeihochschule weiter, bildet die aus, die so gut werden wollen wie er. Aber die Fälle finden ihn trotzdem. Als ihn der Vater der seit sechs Jahren verschwundenen Leni Benz um Hilfe bittet, will Max sofort ablehnen. Aber er merkt, dass er es nicht kann. Zu viele Fragen sind ungeklärt im Fall der Grundschülerin, die auf dem Schulweg verschwand und nie mehr gesehen wurde. Doch wieso taucht jetzt Lenis Ranzen wieder auf, steht an seinem Platz in ihrem Elternhaus, als sei nichts geschehen? Wie kann das sein, nach all der Zeit? Und vor allem: Weshalb gibt es so viele Parallelen zu einem aktuellen Fall? Max begibt sich auf die Spur des Täters ... Mörderfinder - Die Macht des Täters: Der Anruf kam unerwartet. Eine Ex-Kollegin bittet Fallanalytiker Max Bischoff um Hilfe. Ihr Neffe wurde des Mordes beschuldigt und hat sich daraufhin das Leben genommen. Mit 22. Ein Schuldeingeständnis? Oder die Tat eines Verzweifelten? Max sichtet die Fakten, die Beweislast ist erdrückend, aber nichts passt zusammen. Kein Motiv, vollkommene Willkür. Und dann die vage Verbindung zu einem anderen Fall. Irgendetwas ist da, das kann Max beinahe körperlich spüren. Aber der Kopf des Mörders bleibt ihm verschlossen. Hat er sich verrannt? Oder versagt die Fallanalyse und damit Max zum ersten Mal in seiner gesamten Laufbahn?  Mörderfinder - Mit den Augen des Opfers: Damit hat Fallanalytiker Max Bischoff nicht gerechnet. Keine andere als die Leiterin des KK 11 in Düsseldorf, Polizeirätin Eslem Keskin, die bislang kein gutes Haar an ihm gelassen hat, bittet Max um Hilfe. Er soll in dem kleinen Weinort Klotten an der Mosel inoffziell in einem nie gelösten Vermisstenfall ermitteln. Keskin ist in ihrem privaten Umfeld auf neue Hinweise zu dem über zwanzig Jahre alten Fall gestoßen und hofft, dass es Max gelingt, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Doch kaum vor Ort ereignet sich ein Mord. Max ist bald an etwas dran, aber ignoriert alle Warnungen. Eine Entscheidung, die ihn das Leben kosten könnte ...

Arno Strobel liebt Grenzerfahrungen und teilt sie gern mit seinen Leserinnen und Lesern. Deshalb sind seine Thriller wie spannende Entdeckungsreisen zu den dunklen Winkeln der menschlichen Seele und machen auch vor den größten Urängsten nicht Halt. Seine Themen spürt er dabei meist im Alltag auf und erst, wenn ihn eine Idee nicht mehr loslässt und er den Hintergründen sofort mit Hilfe seines Netzwerks aus Experten auf den Grund gehen will, weiß er, dass der Grundstein für seinen nächsten Roman gelegt ist. Alle seine bisherigen Thriller waren Bestseller. Arno Strobel lebt als freier Autor in der Nähe von Trier.

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»In Deutschland gibt es lediglich rund einhundert offizielle Fallanalytikerinnen und -analytiker, die vor allem in den Medien gern alsProfiler bezeichnet werden. Sie werden aber feststellen, dass der BegriffFallanalytiker zutreffender ist, denn eine Profilerstellung erfolgt immer auf der Grundlage einer Fallanalyse. Ein verschwindend geringer Teil dieser einhundert Spezialisten sind Psychologen, der Rest sind Polizistinnen und Polizisten mit einer entsprechenden Zusatzausbildung.«

Max Bischoff machte eine rhetorische Pause, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, und ließ dabei seinen Blick durch den Hörsaal schweifen, bevor er ihn wieder auf die Polizeischülerin richtete, die die Frage gestellt hatte.

»Wenn Sie Fallanalytikerin werden möchten, sind Sie als Polizistin also schon mal auf dem richtigen Weg, müssen sich aber klarmachen, dass es sehr lange dauert und schwierig werden wird, an eine offizielle Planstelle zu kommen.«

Erneut ließ er einige Sekunden verstreichen, bevor er grinsend hinzufügte: »Aber wer sagt, dass Sie sich nicht auch alsnormale Ermittlerin mit der Fallanalyse beschäftigen können?

Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Nachmittag und hoffe, wir sehen uns am kommenden Montag wieder.«

Sofort brandete Gemurmel auf, und die meisten der rund vierzig angehenden Polizistinnen und Polizisten erhoben sich und verließen den Hörsaal.

Max war damit beschäftigt, seine Unterlagen in der Ledertasche zu verstauen, als die junge Frau, deren Frage er gerade beantwortet hatte, vor ihm stehen blieb und ihn anlächelte, während sie sich eine Strähne ihrer schulterlangen blonden Haare zurückstrich. Max schätzte sie auf Anfang zwanzig. »Sie haben das selbst genau so gemacht, wie Sie es gerade gesagt haben, nicht wahr? Sie waren als Ermittler bei der Kripo Düsseldorf und haben mit den Techniken der Fallanalyse gearbeitet.«

Ein roter Schimmer überzog ihre Wangen, als sie hinzufügte: »Sie wundern sich vielleicht, dass ich das weiß … Ich bin ein großer Fan von Ihnen. Ich habe alles über Sie gelesen, Herr Bischoff.«

Max erwiderte ihr Lächeln, während er seine Tasche zuklappte. »Na ja, viel wurde ja Gott sei Dank bisher nicht über mich geschrieben, aber trotzdem – danke schön. Wie ich eben schon sagte, spricht nichts dagegen, wenn Sie das genauso angehen, Frau … Entschuldigen Sie bitte, ich brauche immer zwei, drei Vorlesungen, bis ich mir die Namen meiner Studentinnen und Studenten gemerkt habe.«

»Brosius. Jana Brosius.«

Max legte sich den Trageriemen der Tasche über die Schulter. »Der Besuch meiner Vorlesungen ist freiwillig, Jana, und die Tatsache, dass Sie hier sind, ist doch schon mal ein guter Anfang.«

»Ja, das finde ich auch.« Sie streckte Max die Hand entgegen und strahlte ihn dabei an. »Danke.«

Er ergriff die Hand. »Danke wofür?«

»Dass wir von Ihrer Erfahrung lernen dürfen.« Damit wandte sie sich ab und verließ den Raum.

Max blickte noch eine Weile auf die geöffnete Tür und wünschte Jana Brosius, nicht alle Erfahrungen machen zu müssen, die er hinter sich hatte.

Als er kurz darauf ebenfalls den Hörsaal verlassen wollte, stieß er an der Tür fast mit einem Mann zusammen, der gerade im Begriff war, den Raum zu betreten.

Er mochte Mitte vierzig sein, war schlank und hatte kurze rotblonde Haare. Unter seinen Augen zeichneten sich dunkle Schatten ab, als hätte er längere Zeit nicht geschlafen.

»Tut mir leid«, stieß der Mann aus und hob entschuldigend eine Hand. »Ich habe nicht gesehen, dass Sie … Ich wollte …« Er atmete tief durch und schloss dabei für einen Moment die Augen. »Sind Sie Max Bischoff?«

»Ja, der bin ich. Und wer sind Sie?«

»Mein Name ist Benz. Robert Benz.« Er reichte Max eine Visitenkarte, die er schon in der Hand gehalten haben musste.

Max nahm sie und steckte sie nach einem kurzen Blick darauf in die Gesäßtasche seiner Jeans. »Und wo wollten Sie hin, Herr Benz?«

»Zu Ihnen.« Robert Benz blickte sich um, und es war ihm deutlich anzusehen, dass er sich unwohl fühlte. »Ich habe hier vor der Tür gewartet, bis Ihre Vorlesung vorbei war und die Studenten den Raum verlassen haben, damit ich mit Ihnen reden kann.«

Max zuckte mit den Schultern. »Hier bin ich. Was kann ich für Sie tun?«

»Ich … ich brauche Ihre Hilfe.«

»Wobei?«

Erneut blickte Robert Benz sich um, bevor er antwortete. Mittlerweile war der Flur