: Günther Melchert
: Prinzessin Svea zwischen Wölfen und Lämmern Eine fantastische, märchenhafte Erzählung, die im Mittelalter spielt
: Frieling-Verlag Berlin
: 9783828037366
: 1
: CHF 12.30
:
: Fantasy
: German
: 276
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Eigentlich sollte König Sandanger über sein Reich herrschen, das sich vom Norden bis zum Süden Europas erstreckt, doch sein Reich wird vom mächtigsten Mann des Kontinents beherrscht: Kretin Krapp. Von Habgier besessen, lässt Krapp den König ein Gesetz erlassen, das die Bevölkerung unter Androhung von hohen Strafen dazu zwingt, nur noch Wolfspelze als Kleidung zu tragen. Bei einem Besuch des Königs in Portugal, zu dem ihn seine Tochter Prinzessin Svea begleitet, fährt die Königskutsche am Goldschmied Ramon vorbei. Ramon verliebt sich dabei unsterblich in Svea und macht sich kurz darauf auf den Weg zum Schloss des Königs. Weil Ramon aber statt des Wolfsfells ein Lammfell trägt, wird er auf dem Weg zu Svea verhaftet, womit das Drama seinen Lauf nimmt. Wird es Ramon gelingen, dem Scheiterhaufen zu entkommen? Und hilft jemand der verzweifelten Svea, ihren Liebsten zu retten?

Der 1936 in Köln geborene und dort lebende Autor war als Beamter, Industrieangestellter, Personalleiter, Arbeitnehmerberater und Mitarbeiter der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) tätig. Günther Melchert ist Mitglied des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) und Gründungsmitglied der Kölner Literaturgruppe 78; er war Mitarbeiter des Werkkreises Literatur der Arbeitswelt und Vorstandsmitglied des Förderzentrums"Jugend schreibt". Sein Schaffen umfasst fast alle literarischen Formen: unter anderem Romane, Erzählungen, Theaterstücke, Hör- und Fernsehspiele, Straßenszenen, Bildergeschichten, literarische Comics, Aphorismen und Gleichnisse. Darüber hinaus hat er am Kölner Literaturtelefon teilgenommen. 1987 erschien sein Erzählband"Die Uhr mit dem Tick". Weitere Werke wurden in Zeitschriften und Anthologien des In- und Auslandes veröffentlicht, darunter in 107 Frieling-Sammelwerken. Zudem betätigte er sich als (Mit-)Herausgeber, Übersetzer und Lektor.

3. Kapitel


Das traurige Geschick von Lalande, der Gemahlin von König Sandanger und Mutter von Prinzessin Svea


Eingehende Rückblende auf das Leben der königlichen Familie

So großzügig das riesige europäische Reich in jener Zeit auch angelegt war, so entsprach dies der Gesinnung von König Sandanger und seiner Gemahlin Lalande. Auf großem Fuße lebten sie jedoch nicht, obwohl Krapp diesen Vorwurf in seiner hinterhältigen Art verbreitete.

Selbstredend liebte Lalande es, „sich fein zu machen“, wie das Volk es umschrieb. Entsprechend war ihre Garderobe ausgestattet – mit eleganten Kleidern, Morgen- und Nachtgewändern, vieles aus Seide, dazu angemessener Fußbekleidung und was Königinnen sonst noch zu tragen pflegen. Ein großes Thema war auch ihr Geschmeide. Ihrem Wesen entsprechend, trat sie vornehm auf, aber nicht protzig, sondern dezent, und dezent schminkte sie sich auch mit einem Hauch von Puder und leichtem Lippenrot. Eine Vorliebe hatte sie indes für Perlen, und so schmückte sie sich mit Halsketten, Ringen, Ohrringen, auch mit einzelnen Kügelchen aus Perlmutt, mit denen sie ihre zierlichen Ohrläppchen erstrahlen ließ.

Irgendwann kursierte bei Hofe eine kleine Anekdote: Ein zwölfjähriges Mädchen, das zum Hofstaat gehörte, hatte ein großes Frauenohr gezeichnet, das – sogar im Innern des Ohres – mit lauter kleinen Perlen bestückt