Im Palast kursierten unzählige Gerüchte. Einige handelten von den Hofdamen, andere wiederum von den Erben, die diese dem Kaiser gebaren. Nicht selten fand sich der Ursprung des Geredes im Neid und war nichts weiter als bloße Schikane. Aber auch Geistergeschichten, die, wie allgemein bekannt ist, für eine Abkühlung an brütend heißen Sommertagen sorgten, kamen Maomao gelegentlich zu Ohren.
»Vermutlich, es sind immerhin schon drei gestorben.«
Dies bezog sich auf die Kinder, die dem derzeitigen Kaiser von seinen Gemahlinnen geboren worden waren – mit anderen Worten: jenen Kindern, die ein Geburtsrecht auf den Thron besaßen. Das erste Kind wurde ihm geboren, als er selbst noch Kronprinz war, und zwei weitere, nachdem er den Thron des Kaisers bestiegen hatte, und sie alle waren noch im Säuglingsalter verschieden. Das allein wäre nicht weiter verwunderlich, denn die Sterberate bei Kleinkindern war schon immer relativ hoch, aber dass es gleich alle drei bisherigen Kinder des Kaisers getroffen hatte, war mehr als seltsam.
Gegenwärtig waren nur noch zwei seiner Kinder am Leben: das von Gemahlin Gyokuyo und das von Gemahlin Rifa.
Könnten sie vergiftet worden sein?
Maomao sinnierte darüber, während sie ihren Brei aß. Sie kam jedoch schnell zu dem Schluss, dass eine Ermordung der eher unwahrscheinlichere Fall war, da es sich bei zwei der drei Kinder um kaiserliche Prinzessinnen gehandelt hatte und nur männliche Nachfahren ein Anrecht auf den Thron besaßen. Es gab also eigentlich keinen Grund, die jungen Prinzessinnen zu ermorden.
Die beiden Mägde, die ihr schräg gegenübersaßen, waren so ins Gespräch vertieft, dass sie das Essen darüber ganz vergessen hatten, und sie vertraten die Meinung, dass einzig ein Fluch der Grund für die Tode der kaiserlichen Kinder sein könne.
Nein, ein Fluch ist das nicht.
Einen Fluch auszusprechen solle genügen, um die ganze kaiserliche Familie auszulöschen? Albern – anders konnte man das nicht nennen.
Maomaos Gedanken waren nah dran, als anmaßend zu gelten, doch sie verfügte über genügend Wissen, um eine solche Annahme nicht unbegründet zu treffen.
Steckt eine Krankheit dahinter? Womöglich eine, die sich in ihrer Blutlinie findet? Und wie genau sind sie gestorben?
Das war der Moment, in dem die ungesellige u