: Mareho Kikuishi
: Your Forma (Deutsche Light Novel) Band 1: Elektronische Ermittlerin Echika und ihr Amicus ex Machina
: JNC Nina
: 9783989615601
: 1
: CHF 7.10
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: Kinder- und Jugendbücher
: German
: 296
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Die revolutionäre Smart-Thread-Technologie Your Forma - einst entwickelt, um eine Enzephalitispandemie zu bekämpfen, doch inzwischen ein Multifunktionsgerät - ist im Jahr 2023 ein integraler Alltagsbestandteil. Eines seiner Features ist die Aufzeichnung aller Sinne und Gefühle seines Nutzers in der sogenannten Memory, die durch das 'Eintauchen' darin eine neue Art der Strafverfolgung ermöglicht. Eine Virtuosin auf diesem Gebiet ist die junge Elektro-Ermittlerin Echika - allerdings ist sie ihren Partnern dabei so weit voraus, dass deren Gehirne durchbrennen und sie immer wieder ersetzt werden müssen. Schließlich wird ihr mit Harold ein brillanter humanoider Amicus-Roboter an die Seite gestellt, der mit ihr mithalten kann. Nur hasst Echika Amicus und dieser spezielle bringt sie mit seiner dreisten Art regelmäßig zur Verzweiflung. Sofort ist das ungleiche Duo gefordert, denn ein neuartiges Virus droht sich weltweit zu verbreiten. Finden sie den Verantwortlichen, bevor es zu spät ist?

Manchmal, wie ein plötzlicher Wind, der aufkommt und vergeht, kommt mir der Gedanke, dass ich so eine Erwachsene nicht werden wollte.

„Okay, was hat der Patient gesagt, wie hoch die Schneedecke im Krankenzimmer sei?“

„Bevor wir ihm den Funktionsinhibitor verabreicht haben, meinte er, es seien ungefähr fünfzig Zentimeter. Der Schneesturm scheint übel zu sein. Wenn wir den Inhibitor absetzen würden, käme es wohl umgehend zur Unterkühlung.“

Es war ungewöhnlich, im Krankenhaus Brebis Égarée in Paris kein Desinfektionsmittel zu riechen. Echika folgte zwei Männern den Gang der Station entlang: einem Arzt in einem Kittel und Benno Kleemann, ihrem Kollegen. Benno war sechsundzwanzig und hatte ein kantiges, deutsches Gesicht. Seine kurzen, dunkelblonden Haare sahen sehr ordentlich aus. Doch er wirkte irgendwie nervös. Obwohl schon zwei Wochen vergangen waren, seit Echika zu seiner Partnerin geworden war, wusste sie über Benno nur, dass er eine Freundin hatte, die zwei Jahre jünger war als er.

Er sagte: „Also, wir verbinden uns mit dem Your Forma des Patienten und finden raus, wie der Virus übertragen wird.“

„Das weiß sie doch“, entgegnete der Arzt. „Sie ist Elektro-Ermittlerin. Sie gehen zurück in die Handlungshistorie in der Memory seines Your Forma und finden raus, wo und wie sich der Patient infiziert hat. Aber wirklich merkwürdig ... Ein sich selbst vervielfältigender Virus, der eine Schneesturmhalluzination auslöst? Das sehe ich zum ersten Mal.“

„Der Arzt in Washington, D.C. hat das Gleiche gesagt: Es bestehe kein Zweifel, dass es sich um einen neuen Virus handele“, fügte Benno hinzu.

„In Washington hat es ja angefangen. Wir haben Glück, dass es bei uns erst der zweite Fall ist. Dank der vorherigen Erkenntnisse konnten wir angemessen reagieren.“

Draußen vor dem Fenster floss die Seine gemächlich dahin. Ihre Oberfläche glitzerte unter den kalten Sonnenstrahlen des tiefen Winters. Es herrschte eine solche Stille, dass man ihrer überdrüssig wurde.

„Allerdings ...“, sagte der Doktor, während er ein Gähnen unterdrückte. „Es ist zwar nicht so schlimm wie bei Ihnen beiden, aber ich konnte mich auch kaum ausruhen. Ich möchte unbedingt, dass der Fall schnell gelöst wird.“

„Wie wär’s, wenn Sie die Arbeit zumindest nachts Ihren Amicus-Roboter-Freunden überlassen?“, fragte Benno.

Der Arzt entgegnete: „Natürlich überlasse ich ihnen die Arbeit, die man ihnen überlassen kann. Aber ich möchte auch nicht