: Sarah Eyles
: Mami macht's einfach Selbständig in einem Helferberuf
: Books on Demand
: 9783759790774
: Allein mit Kind
: 1
: CHF 8.80
:
: Partnerschaft, Sexualität
: German
: 134
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf(ung) ist für viele Frauen eine enorme Herausforderung. Sarah, eine engagierte Fachkraft im Bereich Pädagogik und Gesundheitswesen, steht trotz ihres starken Engagements auch vor dem Dilemma, die Bedürfnisse ihrer Kinder mit ihrem beruflichen Engagement in Einklang zu bringen. Als die Trennung von ihrem langjährigen Partner immer unausweichlicher wird, wächst auch die Frage nach einem Arbeitsmodell, das die Familie finanziell trägt und zugleich Zeit mit den Kindern ermöglicht. Entschlossen, eine Lösung zu finden, die es ihr ermöglicht, sowohl für ihre Kinder da zu sein als auch ihrer beruflichen Leidenschaft nachzugehen, beschließt Sarah, den Weg der Selbstständigkeit einzuschlagen. Mutig verlässt sie nicht nur das Gesundheitssystem, sondern zugleich das traditionelle Familienmodell und tritt in eine Zukunft, die von Selbstbestimmtheit und Eigenverantwortung geprägt ist. In"Mami macht's einfach: Selbständig in einem Helferberuf" teilt Sarah ihre persönliche Reise zur Selbständigkeit und zeigt auf, welche beruflichen Alternativen es für Menschen aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich gibt und welche Karrieremöglichkeiten sich für Alleinerziehende bieten. Mit Effizienz und Entschlossenheit gelingt es ihr, den Ausstieg aus einer zunehmend instabilen Branche zu schaffen, hin zu einer Freelancer-Arbeit, die sich an ihrem Leben orientiert. Das Buch ist ein inspirierender Leitfaden für Frauen, die nach einem Weg suchen, Beruf und Familie in Einklang zu bringen und selbst über die Betreuung ihrer Kinder zu entscheiden. Es zeigt konkret, wie man Mut und Strategie findet, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen und die Flexibilität und Freiheit eines Freelancer-Lebens zu genießen. Erlebe die Geschichte einer alleinerziehenden Mutter, die ihren eigenen Weg geht."Mami macht's einfach: Selbständig in einem Helferberuf" inspiriert und ermutigt Frauen, die nach neuen Perspektiven suchen und ihr Leben selbst in die Hand nehmen wollen. Bereit für deine eigene Reise? Lass dich von Sarahs Geschichte inspirieren und wage den Schritt in ein Leben voller Selbstbestimmung und Erfüllung.

Sarah Eyles ist eine leidenschaftliche Fürsprecherin für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, insbesondere als alleinerziehende Mehrfachmutter in einem"Helferberuf". Die Autorin sieht die Lösung nicht in einer ständigen Erweiterung der Kinderbetreuung, sondern steht für eine, aus ihrer Sicht unvermeidliche, Veränderung der Arbeitswelt. Mit ihrem beruflichen Hintergrund als erfahrene Erzieherin und engagierte Ergotherapeutin war sie stets von ihrer Passion getrieben, ihren Idealen und Werten folgen zu können. Als dann auch noch ihre langjährige Beziehung zu bröckeln begann und der Traum von einer klassischen Familienidylle zerplatzte, sah sie sich gezwungen, neue Wege zu gehen. Die Entscheidung für ein Freelancer-Leben bezeichnet die Autorin als einen der mutigsten und wegweisendsten Schritte ihres Lebens. Als alleinerziehende Mutter fand Sarah Eyles Wege, unabhängig zu arbeiten und weiterhin Menschen auf ihrem Weg zu helfen. Sie setzt sich nun leidenschaftlich dafür ein, anderen Frauen aus der Sozial- und Gesundheitsbranche zu helfen, einen ähnlichen Weg zu gehen. Auf die oft gestellte Frage"Wie schaffst du das nur?" antwortet sie mit einem breiten Lächeln und verweist auf ihr Buch"Mami, macht's einfach: Selbständig in einem Helferberuf", in dem sie ihre Erfahrungen und Erkenntnisse teilt, wie man mit Mut und Entschlossenheit seinen eigenen Weg geht. 2021 gründete Sarah Eyles"Jobcoaching Inklusion" und unterstützt Menschen mit Einschränkungen am Arbeitsplatz. Sie bietet damit sowohl eine Möglichkeit zum freien Arbeiten für Menschen aus"Helferberufen" und gleichermaßen konkrete und effiziente Lösungen für Betriebe bei Personalproblemen, wie Fachkräftemangel und erhöhtem Krankenstand. Mit Strategie und Mut stellt sie grundlegende Überzeugungen zur Arbeit in Frage und wählt unkonventionelle Wege, die sie in ihrem Podcast"Schöne neue Arbeitswelt" darstellt. In ihrer Facebook-Gruppe"Als selbständige Helferin zum Freelancer-Leben" gibt sie kostenlose Impulse, Strategien und Hilfen an interessierte Frauen und unterstützt in gezielten Coachings beim Aufbau eines Freelancer- Lebens. Sarah steht für eine Arbeitswelt und -weise, die wunderbar mit Kindern funktioniert und in der nicht mehr Zeit gegen Geld getaucht wird.

1. ÜBER MICH


Einmal Helferin, immer Helferin


„Im Helfen von Menschen war und bin ich quasi ein Naturtalent.“


Stehe ich an einem Bahnsteig, mit mindestens zwanzig anderen, wildfremden Menschen und irgendjemand hat seine Geldbörse vergessen, hat Liebeskummer oder andere Sorgen, die er mitteilen möchte, ist die Chance, dass ich angesprochen werde, relativ hoch. Die Chance, dass ich helfen kann, auch. Ob ich es mache? Selbstverständlich, denn ich mache es wirklich gerne. Dies gehörte einfach zu mir wie Augenfarbe oder Körpergröße. Ich war und bin eben eine „Helferin“.

Zwei Dinge über mich wusste ich seit Teenagertagen:

1. Ich möchte einmal Kinder haben, unbedingt.

2. Ich hasse es, wenn andere mir sagen, wie ich Dinge zu tun habe.

Es gab den Punkt, an dem ich lernte, Letzteres für mich zu behalten, meine Meinung und meinen Frust zu verstecken. Somit bekam ich gerade noch die Kurve, durfte weiter die Schule besuchen und einen recht klassischen Lebensweg führen. Wie mein schulverwiesenes, sitzengebliebenes, provozierendes Teenager-Ich zu diesem Entschluss stand? Natürlich hatte mein „Alles-scheiße-Ich“ sich kein Praktikum gesucht und als der Druck größer wurde, bin ich tatsächlich aus purer Faulheit zum Kindergarten eine Straße weiter gegangen. Ich wusste sofort: Hier bin ich richtig. Ich liebte es, mit den Kindern zusammen zu sein, und sie mochten, dass ich da war. Ich wusste, ich wollte diese Arbeit unbedingt, verlängerte mein Praktikum freiwillig und arbeitete die Ferien weiter. Zog den Kindergarten meiner sonstigen Partylaune vor. Ich hatte das entdeckt, was mich glücklich machte und was ich gut konnte. Ich änderte von einem Tag auf den anderen mein Verhalten und meine Arbeitsweise in der Schule, konnte sogar eine Klasse überspringen. Ich wollte die Schule nun noch schneller hinter mich bringen, denn ich hatte ein Ziel: Erzieherin werden. Meine Berufung hat mich damals ganz bestimmt gerettet. Ich liebte die schulische Ausbildung zur Erzieherin, wurde zur Einser-Kandidatin, all das Wissen, die Praktika, ich hatte fast das Gefühl, meinen Sinn im Leben gefunden zu haben.

Nach der Ausbildung wurde meine Begeisterung leider schnell gedämpft, durch die Rahmenbedingungen, die die Arbeit mit den Kindern einengten und teilweise skurrile Vorgaben. Ich arbeitete zum Beispiel wirklich gerne mit Kindern und Jugendlichen aus sozialen Brennpunkten. Die milieubedingten Herausforderungen brachten einen höheren Personalschlüssel und eine intensive Elternarbeit mit sich. Hausbesuche, um die Gesamtsituation der Kids zu verbessern und Perspektiven zu schaffen, waren an der Tagesordnung. Ich liebte diese Arbeit. Solange, bis auf politischer Ebene entschieden wurde, dass es keine „sozialen Brennpunkte“ mehr gebe, unser Personalschlüssel wurde reduziert und die Elternarbeit massiv gekürzt. Blöd nur, dass die Eltern und Kinder dieses Stadtteils den Entwurf wohl nicht gelesen hatten. Ach ja, die meisten konnten ja gar nicht lesen.

Der ganz normale Alltagswahnsinn machte es fast unmöglich, die wunderbaren Ansätze, die ich fünf Jahre lang gelernt hatte, anzuwenden. Ich gab nicht auf, erforschte verschiedene Bereiche: Kinderheim, Spiel- und Lernstuben, integratives Arbeiten. Bei Letzterem beneidete ich unsere Therapeutinnen um die Zeit für die Förderung der einzelnen Kinder. Denn für mich war es an allen Stellen knapp und ich war meilenweit von der Arbeit entfernt, die mich erfüllte oder die die Kinder gebraucht hätten.

Ich entschied mich nach vier Jahren Ausbildung und sechs Jahren im Erzieherjob, diesen Weg hinter mir zu lassen. Wollte besser, intensiver helfen und drückte erneut drei Jahre die Schulbank, um Ergotherapeutin zu werden. Nahm zahlreiche Nebenjobs an und ging jeden Morgen um 5.00 Uhr zum Bahnhof, denn diese Ausbildung kostete mehr als den persönlichen Einsatz, im Durchschnitt 30.000 € Schulgeld für drei Jahre Ausbildung. Ich ließ mich in einer Psychiatrie ausbilden, die ein deutlich geringeres Entgelt verlangte, jedoch auch einige Städte weiter weg war, sodass ich jeden Morgen um 5.00 Uhr zum Zug gehen musste. Okay, meistens rannte ich wie verrückt mit einem überschwappenden Kaffeebecher in der Hand, weil ich verschlafen hatte. Um 17.00 Uhr war ich wieder in Köln und begann zu jobben, meist bis 23.00 Uhr. Ich war sehr müde in dieser Zeit, aber auch sehr glücklich, stolz, dass ich mir meinen Traum erfüllte. „Wieviel mehr ich denn verdienen würde, dass ich das alles in Kauf nahm?“, wurde ich manchmal gefragt. Irgendwann verschwieg ich, dass ich nicht mehr verdiente als im Erzieherberuf. Ich wollte Spaß und Sinn in dem, was ich tat, mein Preis wäre gewesen, meine Berufung und Begeisterung gegen Resignation und Frust zu tauschen. Ich war Feuer und Flamme, gab drei Jahre lang alles und machte mein Examen als Jahrgangsbeste. Ich war einer dieser schrecklichen Menschen, die auf einer Grillparty stundenlang über ihren Job sprechen konnten und nicht immer merken, wann es die anderen nervte. Übrigens bis heute mein Manko. Wenn ich mich also in Begeisterung rede, rate ich meinen Mitmenschen: Täuscht vor aufs Klo zu müssen und lauft!

Ich entd