: Sabrina Döbel
: Cracklewood Der zauberhaft-gemütliche erste Teil der Cozy Fantasy Reihe zu Halloween - voller Katzen, Bücher, Friedhöfe und Tee!
: Books on Demand
: 9783759755667
: Münzmagie-Reihe
: 1
: CHF 2.50
:
: Fantasy
: German
: 280
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Das Städtchen Cracklewood ist immer einen Besuch wert - doch besonders schön ist es zu Halloween. Immerhin hält es den Landesrekord an Geistern pro Quadratmeter, was die Touristen anzieht und fast alle Einwohner sehr stolz macht. Nur Simon, der ist da die Ausnahme. Simon glaubt nicht an Magie. Und er glaubt nicht an Geister - auch dann nicht, als er selbst einer zu sein scheint und herausfinden muss, was mit ihm geschehen ist. Während alle anderen Kürbisse aushöhlen, Kaffee schlürfen und sich um eine Geschwindigkeitsbegrenzung in der Hauptstraße bemühen, ist er plötzlich unsichtbar. Doch eine ignoriert ihn nicht und nimmt ihn schließlich mit auf nächtliche Ausflüge durch seine Heimat. Er hört zu (denn seien wir mal ehrlich: was bleibt ihm auch anderes übrig?) und muss sich schließlich der bitteren Wahrheit stellen. All die Jahre lag er falsch. Cracklewood ist voller Magie. Denn es gibt dort nicht nur enorm viele Geister - sondern eben auch eine sehr gesprächsbedürftige Hexe. Cozy Fantasy für Erwachsene - voller Katzen, Bücher, Friedhöfe und Tee!

Sabrina Döbel ist Büchersammlerin, Weihnachtsfan und Kürbis-sogar-in-Kaffee-Packer n. Sie hat in Erlangen, Berlin und Prag Germanistik und Anglistik studiert und lebt nun in einem kleinen Örtchen im Wald. Cracklewood ist ihr erster Roman.

Kapitel Eins


Simon lebte in der gruseligsten Stadt der Region, vielleicht sogar des Landes. Das war kein Geheimnis. Er wusste das, seine Familie wusste das, jeder Bewohner von Cracklewood wusste das. Und das Schlimmste? Man könnte meinen, jeder Einzelne von ihnen war stolz darauf. Sie mochten ihren Nebel, ihre knorrigen Bäume und ihre Kürbisse, die viel zu früh die Sträßchen säumten und dort viel zu lange standen. Irgendwann wurden sie matschig und unansehnlich, das eingeschnitzte Grinsen wurde zur Fratze und sie verschmolzen mit dem Kopfsteinpflaster. Erst im November kehrte man sie dann zusammen, kratzte die Reste vom Gehsteig.

Natürlich tat man das mit einem feierlich-trauernden Gesichtsausdruck. Diesen hatte man noch einige Tage zur Schau zu tragen, so war die Regel, an die sich nur Simon nicht zu halten schien. Simon war froh, wenn der erste Schnee kam und die Luft zu kalt und zu träge für Stürme wurde. Er war froh, wenn auch das letzte verdorrte Blatt fiel. Er war froh, wenn blinkende Rentiere und dickbäuchige Weihnachtsmänner endlich die Hexen vertrieben, die ihn schon seit dem Hochsommer verfolgten. Kurzum: er war der schlechteste Cracklewood in der Geschichte der Cracklewoods.

Dabei verstand er, dass dieser Fanatismus nicht von irgendwo her kam. Im Gegenteil: er war tief verwurzelt und untrennbar verbunden mit der Geschichte des Ortes. „Eine grausame Geschichte“ hatten es die Lehrer von Simon genannt, doch egal wie sehr er Grusel verabscheute, hier hatte er ihnen nie zustimmen können. Sicher: Hexenverfolgungenwaren grausam. Doch seine Heimat hatte keine grausame Geschichte, sie hatte einfach nur Geschichte. Denn so wie Simon das