: Thomas von Aquin
: Conrad Eibisch
: Von der Herrschaft des Fürsten - Eine christliche Staatslehre (De regimine principum)
: Books on Demand
: 9783759745736
: Schätze der christlichen Literatur
: 1
: CHF 7.90
:
: Staatslehre und politische Verwaltung
: German
: 108
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Thomas von Aquins"De regimine principum" -"Von der Herrschaft des Fürsten" ist das bekannteste Werk über Staatsphilosophie des großen mittelalterlichen Geistlichen. Es erörtert in ausführlicher Weise die Grundlagen eines gerechten und wahren Königtums. Der Verfasser zeigt, wie sich ein kluger Herrscher in der Staatsführung verhalten muß, wägt auch andere Regierungsformen gegenüber der Fürstenherrschaft ab, und zeigt, wie ein verantwortungsvoller Staatslenker seinem Reich und Volk zu Wohlstand verhilft und diesen auch erhält. - So liefert der heilige Kirchenlehrer zeitlose Argumente einer guten, auf Vernunft und Humanität gegründeten Staatskunst: ein Anti-Machiavell, der jedwedem Tyrannentum entgegensteht.

I. Buch.


1. Kapitel.


Menschen, welche zusammenleben, müssen notwendig

von jemand ernstlich regiert werden.

WIR müssen damit beginnen, den Sinn des BegriffesKönig zu erklären. In allen Veranstaltungen, welche auf einen Zweck und ein Ziel gerichtet sind und bei denen man in verschiedener Weise verfahren könnte, braucht man eine Direktion, um gerades Weges zu dem verlangten Ziel zu kommen. Das Schiff, das unter dem Antrieb verschiedener Winde vielleicht nach verschiedenen Richtungen bewegt wird, würde nicht zu dem bestimmten Ziele gelangen, wenn es nicht absichtlich vom Steuermann nach dem Hafen dirigiert würde. Der Mensch nun hat ein Ziel, worauf sein ganzes Leben und Handeln gerichtet ist; denn er ist ein Wesen, das nach Vernunft handelt; ein solches Wesen muß aber augenscheinlich nach einem Zweckbegriff tätig sein. Hierbei kommt es vor, daß die Menschen in verschiedener Weise auf das vorgesteckte Ziel losgehen; die Verschiedenheit der menschlichen Bestrebungen und Tätigkeiten zeigt dies zur Genüge. Folglich braucht der Mensch etwas, das ihn zum Ziele leitet. Nun ist dem Menschen von Natur eingepflanzt das Licht des Verstandes, durch welches er in seinen Handlungen zum Ziele geleitet werden soll. Wäre es dem Menschen eigen, verein