Kapitel 2
Donnerstag, 2. April 1970
Es waren zwei Monate seit dem furchtbaren Vorfall mit Gustav Weber vergangen. Regina übte sich in Verdrängung und kämpfte jeden Tag mit sich und ihren Gedanken.
Die Worte ihres Peinigers hallten immer wieder durch ihren Kopf:Wenn du dichthältst!
An schweren Tagen war sie kurz davor, sich einer Kollegin anzuvertrauen, jedoch hielt sie sich im letzten Moment immer zurück. Nichts in der Welt wünschte sie sich mehr, als ihr Herz auszuschütten. Am Ende überwog die Angst vor Webers Drohung und sie behielt ihr trauriges Geheimnis für sich. Die Stasi-Karriere hätte Reginas Weg in ein besseres Leben sein können, aber der Preis war ihr zu hoch. Die Vorstellung, Tag für Tag auf diesen scheußlichen Mann zu treffen und gute Miene zum bösen Spiel zu machen, war ihr zuwider. Die Einsamkeit fraß sie manchmal auf, besonders