: Thomas Hochkofler, Alexander Zingerle
: Wir sind Thomas Hochkofler ... und noch ein Buch, das keiner braucht
: Athesia-Tappeiner Verlag
: 9788868397623
: 1
: CHF 17.60
:
: Humor, Satire, Kabarett
: German
: 208
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Thomas Hochkofler zählt seit vielen Jahren nicht nur zu den bekanntesten Südtirolern, sondern steht auch in einer nicht näher definierten Sympathieskala ganz weit oben in der Gunst seiner Landsleute. Ganz gewiss ist das auf sein Talent als Entertainer zurückzuführen, dieses hat er als Schauspieler in rund 220 Theaterproduktionen, als Verfasser und Darsteller von Kabarettprogrammen, als Entwickler von Comedy für Radio und Internet, als Theaterregisseur und als Filmemacher in vielerlei Hinsicht unter Beweis gestellt. Somit überrascht nicht, dass der im Sarntal aufgewachsene und in Meran wohnhafte Schauspieler allgegenwärtig ist, mal als gnadenloser Imitator von Luis Durnwalder, dann als bemitleidenswerter 'Motschuner Peppm' oder prolliger 'Joe von Afing', sehr wohl auch als Hauptdarsteller in ernsten Stücken oder als fordernder Regisseur. Somit hat er in Südtirol einen einmaligen Status inne, der sicherlich auch auf einen außergewöhnlichen Werdegang zurückzuführen ist. Natürlich ist Hochkofler aber keine Gagmaschine und kein Pointen-Goaßlschnöller, vielmehr ist er beständig auf der Suche nach einem Stoff, der ihn überzeugt, nach einer Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden. Dass er dabei so manche Ungeheuerlichkeiten in Kauf nehmen musste, beständig von zufällig aufkreuzenden Szenegrößen dazuzulernen vermochte und sich immer wieder neu erfinden musste, liegt auf der Hand. Davon erzählt dieses Buch. Aber nicht nur.

Thomas Hochkofler (Jahrgang 1974) gehört zu den bekanntesten Schauspielern Südtirols. Als Comedian bringt er die Südtiroler seit vielen Jahren zum Lachen. Mit seinem ersten Kinofilm 'Joe der Film' (Drehbuch, Regie, 3 Hauptrollen) landet er einen Riesenerfolg. Schon früh hat der gebürtige Sarner, der heute in Meran lebt, die Liebe zur Schauspielerei entdeckt. Seit 1989 steht Thomas Hochkofler regelmäßig auf den wichtigsten Bühnen des Landes. Dazu kommen Theaterengagements in Innsbruck, Salzburg, Wien, München, Mailand und Bern. Heute übernimmt er immer öfter die Regie großer und kleiner Theaterproduktionen. Hochkofler hat für dieses Buch in alten Alben und Erinnerungen gekramt und erzählt, wie es so weit kommen konnte.

Bürolehrling Harald wird von der Muse geküsst


„Beim Fußball war ich kein Talent, beim Radfahren sowieso der Langsamste und beim Klavierspielen eigentlich gar nicht schlecht, aber dann kam einer im Klavierkurs dazu, der besser war als wir drei Schüler zusammen. Bei einer Theaterprobe sagte mir dann Linde Gögele: Mein Junge, du machst das großartig. Da dachte ich mir: Ah seggo, konn i magari zumindest des?“

Südtirol in den frühen 1990er-Jahren: Der wirtschaftliche Aufschwung ist unübersehbar, der Joe von Afing würde sagen,zio lettn, einfach gewaltig, was da so abgeht. In jedem Dorf entstehen Vereinshäuser, Gewerbezonen und Sozialwohnungen, auch jeder noch so abgelegene Hof bekommt eine Zufahrtsstraße. „Muatr, hoppes gsegn?“, täte ihm ein staunender Motschuner Peppm beipflichten. Zu den größten Profiteuren dieser Entwicklung wird in den Folgejahren ein Autokonzern aus Wolfsburg (Ocio: verstecktes Product-Placement …) gehören, denn heute weiß fast jedes Kind: Je höher der Hof, desto tiefer der Golf. Und einen Golf hatte damals jeder, der etwas auf sich hielt und denaufgetunten Schneggelen vom Nachbarhof imponieren wollte. Logisch auch der Joe. Ganz Afing schwärmt heute noch vom Glanz der Chromfelgen, vom Quietschen in den Kurven und von der Lässigkeit beim Hochschalten der Gänge: „Solbei, Mädls!“ Bei so einer Erscheinung blieb der „Dreiradler-Boygang“ vomhinterschattigen Seitental nichts anderes übrig, als verdattert den Rückzug anzutreten, frage nicht!

Ein gewisser Luis Durnwalder übernimmt 1989 die Amtsgeschäfte als Landeshauptmann von seinem Vorgänger Silvius Magnago. Damals ahnt noch keiner, wie sehr dieser gerissene Politfuchs, dieser leutselige Volkstribun, dieser begnadete Redenschwinger und Händeschüttler nach und nach das Leben in Südtirol prägen und umkre