: Çiçek Wöber-Bingöl, Christian Wöber
: Kopfschmerz Richtig zuordnen, gezielt behandeln. Migräne, Cluster- und Spannungs-Kopfschmerzen, Gesichtsschmerzen: Ursachen, Schmerztherapien und Prävention. Für Kinder, Erwachsene und Senioren
: MANZ Verlag Wien
: 9783214257071
: Ratgeber der MedUni Wien
: 1
: CHF 16.80
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: Gesundheit
: German
: 248
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Symptome richtig deuten, Schmerzen wirksam behandeln: Hilfe bei Kopfschmerzen So gut wie jeder Mensch kennt das Gefühl, wenn es im Kopf pocht und zieht, der Schädel brummt und die Konzentrationsfähigkeit signifikant beeinträchtigt ist: Rund vier Milliarden der Weltbevölkerung sind regelmäßig von Kopfschmerzen betroffen. In der Medizin wird zwischen mehr als 250 Arten von Kopfschmerz unterschieden. Die richtige Schmerztherapie ist dabei von der korrekten Diagnose abhängig, zusätzlich ist es wichtig, selten auftretende bedrohliche Ursachen zu kennen. Das Autoren-Team aus den Fachärzten für Neurologie und Psychiatrie, Univ.-Prof. Dr. med. Çiçek Wöber-Bingöl und Univ.-Prof. Dr. med. Christian Wöber, gibt einen umfassenden Überblick über alles Wissenswerte zum Thema Kopfschmerzen. - Ursachen und Risikofaktoren: Häufigkeit und Entstehung von Kopfschmerzen - Schmerztypen erkennen: die verschiedenen Arten von Kopfschmerzen im Überblick - Mit besonderem Augenmerk auf Migräne, Spannungs- und Clusterkopfschmerz - Ausflug in die Medizingeschichte: Forschung und Behandlung seit der Steinzeit - Ein umfassender Medizin-Ratgeber zur Volkskrankheit Kopfschmerz Beschwerden ernstnehmen und Möglichkeiten der Schmerztherapie ausschöpfen Obwohl so viele Menschen davon betroffen sind, werden Kopfschmerzen zumeist kaum als 'richtige' Krankheit mit Einschränkungen ernstgenommen. Dabei gibt es nach erfolgter Diagnose mittlerweile sehr wirkungsvolle Therapien, gerade für die schwerwiegenden Fälle von Migräne und Clusterkopfschmerz. Bei der Behandlung werden Betroffene aktiv miteinbezogen, zum Beispiel durch Kopfschmerz-Tagebücher, um mögliche Auslöser zu finden. Wirksame Hilfe bei Kopfschmerzen: In diesem Medizin-Sachbuch erhalten Sie einen umfassenden und wissenschaftlich fundierten Überblick über die verschiedenen Arten, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.

Univ.-Prof. Dr. med.Çiçek Wöber-Bingöl, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, Kinder- und Jugendneurologie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie, hat im Jahr 1991 die österreichweit erste Ambulanz für Kopfschmerz bei Kindern und Jugendlichen am AKH Wien gegründet.


niv.-Prof. Dr. med.Christian Wöberist Facharzt für Neurologie und Psychiatrie. Er leitet seit 2005 die Kopfschmerzambulanz am AKH Wien und die Arbeitsgruppe Kopfschmerz der MedUni Wien.

HISTORISCHE ASPEKTE

Kopfschmerz hat den Menschen wahrscheinlich von Anbeginn begleitet. Neben mystischen Zuordnungen finden sich bereits in der Antike Beschreibungen unterschiedlicher Kopfschmerzen, Überlegungen zu Entstehungsmechanismen und Therapievorschläge.

Begleiten Sie uns auf einer Kopfschmerz-Zeitreise von der Steinzeit bis in die Gegenwart!

STEINZEIT

Ein Schädel aus der Jungsteinzeit um 7000 v. Chr. (Abb. 1) und ein ähnlicher Fund in Anatolien könnten die ersten Zeugnisse einer Kopfschmerzbehandlung sein. Auch wenn wir den Grund für die Schädeltrepanationen, die chirurgische Öffnung des Schädels, naturgemäß nicht kennen, so ist es durchaus denkbar, dass unerträgliche Kopfschmerzen Anlass für die Eingriffe waren. Zweifelsfrei ist erkennbar, dass die Patient:innen den Eingriff überlebt haben, weil die Ränder der Öffnung auf einen Heilungsprozess hinweisen.

Abb. 1: Schädeloperation in der Jungsteinzeit.

ALTES ÄGYPTEN

In einem ägyptischen Papyrus aus der Zeit um 1200 v. Chr. wurde der Heiler angewiesen, ein Krokodil aus Ton mit etwas Getreide im Maul zu fertigen und eine Beschwörung über diese Figur zu sprechen. Danach sollte ein Streifen aus Leinen mit den Bildern von Göttern beschriftet, das Krokodil am Kopf des Patienten befestigt und dieselbe Formel ein zweites Mal gesprochen werden. Das Ritual sollte auf magische Weise den Schmerz in die Tonfigur übertragen.

Auch wenn wir Kopfschmerzen längst nicht mehr auf böse Geister zurückführen, ist über die Jahrtausende eines gleich geblieben: die enorme Bedeutung der Zuwendung von Ärzt:innen an ihre Patient:innen.

MESOPOTAMIEN

Im 7. Jahrhundert v. Chr. wurden tausende Texte aus allen Ecken des assyrischen Reiches in die Hauptstadt Niniveh gebracht und damit die erste Bibliothek der Menschheitsgeschichte geschaffen.

Unter den Schriften fand sich das Gilgamesch-Epos ebenso wie medizinische Texte und Keilschrifttafeln mit der Überschrift „Wenn der Schädel eines Mannes Hitze (Fieber) enthält“. In einem ersten Schritt sollten „Kopfschmerzen“ mit Verbänden und einer Beschwörung behandelt werden. Blieb dies erfolglos, brauchte es spezielle Therapien. Der Heiler sollte nach der Erstellung der Diagnose eine Gans opfern, einige ihrer Körperteile in das Harz einer Pflanze mischen, diese Mischung mit einer Beschwörung magisch anreichern und das Haupt des Patienten damit salben, um den „Kopfschmerz“ auszurotten.

GRIECHISCHE UND RÖMISCHE ANTIKE

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