: Franziska Steinhauer
: Spreewald-Marathon Nachtigalls 17. Fall
: Gmeiner-Verlag
: 9783734930362
: Hauptkommissar Peter Nachtigall
: 1
: CHF 10.80
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 396
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Während der Ermittlungen zu einem Angriff auf einen Häftling in der JVA erreicht Hauptkommissar Nachtigall die Information über einen brutalen Mord in Burg. Dort platzte am frühen Morgen ein aufschreckender Post in die Vorbereitungen für den Spreewald-Marathon: Aktivisten planen, die Anreise von Teilnehmern und Gästen des Events zu erschweren. Der Kopf der lokalen Aktivistengruppe wurde nur wenige Stunden nach dem Internetaufruf brutal ermordet aufgefunden. Der Post hatte sich im Netz schnell verbreitet - war Rache für die Störung des Events das Motiv?

Franziska Steinhauer lebt seit über 30 Jahren in Cottbus. Bei ihrem Pädagogikstudium legte sie den Schwerpunkt auf Psychologie und Philosophie. Ihr breites Wissen im Bereich der Kriminaltechnik erwarb sie im Rahmen eines Master-Studiums in Forensic Sciences and Engineering. Diese Kenntnisse ermöglichen es der Autorin den Lesern tiefe Einblicke in pathologisches Denken und Agieren zu gewähren. Mit besonderem Geschick werden mörderisches Handeln, Lokalkolorit und Kritik an aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen verknüpft. Franziska Steinhauers Romane zeichnen sich durch gut recherchierte Details und eine besonders lebendige Darstellung der Figuren aus. Ihre Begeisterung für das Schreiben gibt sie als Dozentin an der BTU Cottbus weiter.

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Maja Klapproth, Kollegin von Peter Nachtigall, war von seinem Plan wenig begeistert.

»Wir sollen uns um diesen jungen Mann kümmern? Gut, wir haben den Fall damals nicht bearbeitet – warum glaubt man, es sei eine gute Idee, ein neues Team dranzusetzen?«

Der Kollege atmete tief durch: »Neues Denken, neuer Ansatz. Das Team von damals gibt es nicht mehr. Zwei der drei Kollegen sind inzwischen weggezogen, der dritte …«

»Genau, zwei von dreien. Dann könnte doch der dritte …«

Verwundert bemerkte sie, wie der Kollege den Zeigefinger über die Lippen legte, und verstummte sofort.

In der Tür stand Doktor März.

»Wie ich höre, sind Sie bereits dabei, den alten Fall aufzurollen. Nun – dann sehen Sie auch, wer der ermittelnde Staatsanwalt war: ich.«

Maja spürte eine unangenehme Hitze über ihren Körper schwappen. Für einen Moment befürchtete sie gar, sichtbar zu dampfen.

»Es ging um eine Vergewaltigung. Die junge Frau war erheblich verletzt und traumatisiert, konnte sich so gut wie gar nicht an das Geschehene erinnern. Das erschwerte die Ermittlungen erheblich.« Der Staatsanwalt fühlte sich offensichtlich unwohl.

»Zeugen?« Maja hatte die heiße Welle wieder im Griff.

»Es standen viele Menschen um das Opfer herum. Gesehen haben wollte keiner etwas. Angeblich habe man niemanden beobachtet, der vom Tatort flüchtete. Alle haben sich hinter diesem kollektiven Schweigen verschanzt.« Der Staatsanwalt wirkte bedrückt. »Wir haben Verdächtige ausgemacht, die nachweislich in der Nähe des Tatorts waren. Aber es passte alles nicht zusammen. Jedenfalls nicht so, wie sich das ein Staatsanwalt gewünscht hätte.«

»Und?«, fragte Klapproth. »So ungewohnt ist diese Situation doch auch wieder nicht.«

»Nein, stimmt natürlich, das ist sie tatsächlich nicht. Einer der Verdächtigen wurde letztlich für schuldig befunden. Wie Sie sich vorstellen können, war die Situation für den Verurteilten nicht angenehm. Das Opfer war bekannt, beliebt, die gesamte Familie sozial engagiert – auch ein Resozialisierungsprogramm für straffällig gewordene Jugendliche wurde von den Eltern der jungen Frau finanziell unterstützt.«

»Und nun wurde der Verurteilte von damals in der JVA angegriffen?« Nachtigalls Stimme war die Überraschung anzuhören. »Er sitzt doch schon seit drei Jahren ein.«

»So die Lage, ja.« Doktor März seufzte tief.

»Gibt es einen Hinweis darauf, warum der Angriff auf den jungen Mann gerade jetzt stattfand?« Maja war deutlich anzusehen, dass sich ihr Mitleid mit einem Vergewaltiger, der verprügelt wurde, in engen Grenzen hielt. »Seine Entlassung war geplant?«, hakte sie nach.

»Geplant, schon kommuniziert, stand direkt bevor? Das sind genau einige der Fragen, die nun beantwortet werden müssen. Wie hat er sich geführt? Wie belastbar waren die Indizien von damals aus heutiger Sicht? Hat er versucht, mit anderen Häftlingen ins Gespräch zu kommen? Was hat er über die Tat preisgegeben? Dazu werden Sie sicher in seiner Akte Aufzeichnungen und Vermerke finden. Vielleicht hat sich die junge Frau im Freundeskreis über neue Erinnerungen an den Abend geäußert.«

»Wir haben schon alle Vo