Silvester
»Wenn mein fünfzehnjähriges Ich mich jetzt sehen könnte, würde es mir in die Eier treten.«
Set It Up
Wes
»Hier ist es jamegavoll.«
»Mann, hab ich dir doch gesagt.« Adam schob sich ein Stück Kaugummi in den Mund und grinste. Musik dröhnte aus einer Box irgendwo, und alle schienen extra laut zu reden, um sich irgendwie verständlich zu machen.
Ich folgte Adam und Noah die Treppe hinauf ins Wohnzimmer, in dem sich scheinbar alle versammelt hatten, die ich aus der Highschool kannte.Shit. Als ich sah, dassüberall Leute waren, auf den Sofas und im Raum verteilt, bereute ich mit einem Mal meine Entscheidung, mitgekommen zu sein.
»Bennett!« Alex kam von der anderen Seite des Zimmers auf mich zugestürmt, schlang ihre Arme um mich und zog mich an sich.
»Schön, dich zu sehen, Benedetti«, erwiderte ich und schluckte schwer, während ich ihre Umarmung erwiderte.
»Wie geht’s dir?«, fragte sie.
Das Lächeln, das sie mir schenkte, als sie sich von mir löste, gefiel mir ganz und gar nicht. Es war von Mitleid durchzogen, als hätte sie sich erkundigt, wie ich mit der Tatsache klarkam, dass mein Leben gerade den Bach runterging.
»Gut«, antwortete ich, zerrissen zwischen einem Glücksgefühl darüber, dass meine Freunde aus der Uni zurück waren –Scheiße auch, ich hab wieder ein Sozialleben –, und Enttäuschung darüber, dass ich ab jetzt wieder mit anderen abhängen musste. Denn so nett sie auch alle waren, ich spürte deutlich, dass ich ihnen leidtat. Wegen meines Dads, weil ich die Uni geschmissen hatte und weil ich nicht mehr Baseball spielte.
Ich war ein total bemitleidenswerter Typ.
Seit Noah und Adam wieder zurück waren, war meine Antwort auf jede ihrer Einladungen zu einer Party »auf keinen Fall« gewesen. Aus irgendeinem Grund hatte ich mich an Silvester jedoch verpflichtet gefühlt. Die Tatsache, dass es so eine Art offizieller Feiertag war, hatte mich einknicken lassen, was ich jetzt aber definitiv bereute.
Denn nichts fühlte sich mehr so an wie früher.
Als ich das letzte Mal mit diesen Leuten abgehangen hatte, hatten wir alle große Pläne für die Zukunft gehabt.
Und … na ja, die hattensie immer noch.
Bei mir dagegen sah die Sache ganz anders aus.
Als mein Dad (zwei Wochen nach meinem Einzug ins Studierendenwohnheim derUCLA) gestorben war, war ich nach Hause gekommen und dort auch geblieben. Ich schmiss das College, genauso wie alles sonst, was die Zukunft für mich bereithielt.Als hätte ich eine Wahl gehabt. Jetzt, ein paar Monate nach seinem Herzinfarkt, hatte ich einen Fulltime-Job im Supermarkt und arbeitete nebenbei als Uber-Fahrer. Das Leben war verdammtgroßartig.
»Kommt schon – Michael spielt Money Bet in der Küche.« Noah deutete mit dem Finger in die entsprechende Richtung. »Hier ist es zu laut.«
Bei Money Bet, dem neuesten Partyspiel, stellte man sich gegenseitig eine Challenge, mit Geld als Wetteinsatz. Ein paar Typen, mit denen ich im Laden arbeitete, hatten es erfunden, und al