: O. Henry
: Thomas M. Meine
: Die getrimmte Lampe und andere Geschichten der Vier MIllionen
: Books on Demand
: 9783758347146
: Die Vier Millionen
: 1
: CHF 3.50
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 328
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein Zeitungsartikel war der Auslöser für O. Henrys 1906 erschienene Buch'Die Vier Millionen'. Darin wurde behauptet, dass es in ganz New York nur 400 Personen von Wichtigkeit gäbe, die es lohnen würde, zu kennen. Doch was ist mit den anderen 3,999,600, deren auf so vielen Hoffnungen basierendes Leben oft nicht einfach war und nicht selten dauerhaft in der Gosse endete? Aber auch diese Menschen sind Teil der Stadt, ohne die es sie überhaupt nicht gäbe. Nach dem großen Erfolg des ersten Werks erschien im Jahre 1907 dieses zweite Buch über die'Vier Millionen' mit dem Titel'Die getrimmte Lampe und andere Geschichten der Vier Millionen'. O. Henry bringt hier neue Geschichten aus dem Leben in New York und beschreibt Schicksale - tief traurig bis amüsant. Wie dem auch sei, O. Henry bleibt seinem Stil treu und überfrachtet den Inhalt mit Redewendungen, Metaphern und Bezügen aller Art, die oft kaum oder gar nicht verständlich sind. Selbst literarisch geschulte Muttersprachler tun sich hier arg schwer, herauszufinden, was O. Henry eigentlich meint - die einschlägigen literarischen Foren sind voll von Fragen nach dem tieferen Sinn, die nicht immer befriedigend beantwortet werden konnten und manche Versuche von Erklärungen verharren bestenfalls im Bereich der Spekulation. Wie beim ersten Buch auch, hat der Übersetzer, der selbst einige Zeit im'Big Apple' gelebt und gearbeitet hat, versucht, möglichst viel Licht ins Dunkel zu werfen. Dies geschah in Endnoten, Anmerkung direkt im Text oder wurde in diesen eingearbeitet - wenn es kurz zu erklären war. Vielleicht findet der O.Henry-Forscher dabei ja einige neue'Erleuchtungen'

DIE GETRIMMTE LAMPE

Er schaute sie mit dem Ausdruck eines König Cophetua[1] an

Natürlich gibt es zwei Seiten der Frage. Schauen wir uns die andere an.

Wir hören oft, dass von 'Laden-Mädchen' gesprochen wird. Solche Personen gibt es nicht. Es gibt Mädchen, die in Läden arbeiten; sie verdienen ihren Lebensunterhalt auf diese Weise. Aber warum macht man aus ihrem Beruf ein Adjektiv? Seien wir fair. Wir bezeichnen die Mädchen, die in der Fifth Avenue wohnen, ja auch nicht als 'Heiratsmädchen'.

Lou und Nancy waren dicke Freundinnen. Sie waren in die große Stadt gekommen, um Arbeit zu finden, weil es zu Hause nicht genug zu essen gab, um alle zu versorgen. Nancy war neunzehn, Lou war zwanzig. Beide waren hübsche, aktive Mädchen vom Land, die keine Ambitionen hatten, auf die Bühne zu gehen.

Der kleine Engel, der über uns schwebt, führte sie zu einer billigen und respektablen Pension. Beide fanden eine Stelle und wurden zu Lohnempfängern. Sie blieben befreundet.