Kapitel1
Migräne - die Krankheit
Die wahrscheinlich älteste Beschreibung einer Migräneattacke findet sich auf einer ägyptischen Papyrusrolle, die aus dem letzten Viertel des 16. Jahrhunderts v. Chr. stammt.[2] Migräne ist demnach keine Erkrankung, die sich erst in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat – es gibt sie schon sehr lange. Aktuell leiden in Deutschland fast 18 Millionen Menschen darunter. Dabei sind Frauen etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer und auch Kinder können Migräne haben.[3]
Migräne ist eine neurologische Erkrankung, deren Ursache komplex ist. Meist zeichnet sie sich durch wiederkehrende Attacken aus, die zwischen vier und 72 Stunden andauern. Dabei treten pulsierende oder pochende starke Kopfschmerzen auf, die meist halbseitig sind. Diese Kopfschmerzen können sich schon durch moderate körperliche Anstrengung, wie beispielsweise Treppensteigen, verschlimmern.
Eine Migräneattacke wird häufig von weiteren Symptomen begleitet, die zusätzlich zu den normalerweise starken Kopfschmerzen auftreten: Übelkeit, Erbrechen, Geräusch- und Lichtempfindlichkeit, aber auch Geruchsempfindlichkeit, Durchfall oder Schwindel. Die Kombination all dieser Symptome zeigt, dass Migräne weit mehr ist als »nur« Kopfschmerzen. Und: Migräneattacken können sogar ganz ohne Kopfschmerzen auftreten.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt schwere Migräne zu einer der Krankheiten, die am meisten behindern.[4] Sie kann die Lebensqualität enorm einschränken und die alltägliche Lebensführung behindern. Aber nicht nur für die Menschen mit Migräne bringt die Krankheit große Herausforderungen mit sich, sondern auch für deren Umfeld.
In diesem Kapitel erzähle ich dir meine persönliche Migränegeschichte und wir werfen gemeinsam einen Blick auf die Grundlagen rund um die Migräneerkrankung.
Mein Unwetter im Kopf
Meine erste Migräneattacke hatte ich mit ungefähr 16 Jahren und ich erinnere mi