: Mark Spörrle
: Der Maulwurf Roman
: Heyne
: 9783641321314
: 1
: CHF 8.90
:
: Erzählende Literatur
: German
: 352
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Eine Familie. Ein Maulwurf. Und jede Menge Ärger.
Schluss mit Großstadt, ab aufs Land! Sascha und Anna kaufen ein Haus und ziehen mit Teenietochter Marie in die Dorfidylle. Das passt prima zu Saschas neuer Stelle als Nachhaltigkeitsbeauftragter und dazu, dass Anna für ihren beruflichen Neustart Freiraum braucht. Marie, als engagierte Umweltaktivistin, liebt die Natur sowieso, nur die Spinnen nicht. Doch das Landleben wird schwieriger als gedacht. Es gibt manipulative Rasenmäherverkäufer und argwöhnische Nachbarinnen, und da ist dieser Maulwurf, der bald den ganzen Garten umpflügt. Ordnungsfreak Sascha sagt ihm den Kampf an. Doch bald muss sich die Familie fragen, wer hier eigentlich in wessen Territorium eingedrungen ist. Und was der Tote nebenan damit zu tun hat.

Mark Spörrle ist Redakteur der Wochenzeitung DIE ZEIT und schreibt viel beachtete Bücher über den irrwitzigen Alltag. Zu den erfolgreichsten zählen 'Ist der Herd wirklich aus?' und 'Aber dieses Jahr schenken wir uns nichts!'. Der Bahnreiseführer 'Senk ju vor träwelling', den er mit Lutz Schumacher verfasste, stand über ein Jahr unter den Top 20 der Spiegel-Bestsellerliste. Mark Spörrle lebt mit seiner Familie in Hamburg.

Sascha

»Sie suchen einen Rasenmäher?«, wiederholte der Mann, »Herr Schnappauf« stand auf seinem Namensschild. Er war ganz in Grün gekleidet statt in Knallorange wie die Verkäufer in den anderen Abteilungen. Sascha hielt das für ein gutes Zeichen. Bis Herr Schnappauf weiterredete. »Einen Viertakter? Wir haben gerade eine Sonderaktion, gute Geräte …«

O nein! »Ich dachte an etwas Nachhaltiges.«

»An etwas – Nachhaltiges?«

»Genau.«

Herr Schnappauf sah ihn an. War da leichte Irritation in seinem Blick?

Sascha räusperte sich. »Also zum Rasenmähen. Ich möchte, dass das – ganz nachhaltig ist. Das Mähen. Und alles drum herum.«

Er hatte noch ein »Verstehen Sie?« hinzufügen wollen, sich dann aber im letzten Moment dagegen entschieden. Sascha wollte keinesfalls besserwisserisch rüberkommen. Zumal er umständehalber seinen coolen hellblauen Anzug trug, Herr Schnappauf dagegen einen verwaschenen Overall, der schon recht knapp saß. Außerdem war Sascha gut einen Kopf größer, sodass der etwas ältere Verkäufer mit seinen milchig blauen Augen zu ihm aufsehen musste.

Den schien das allerdings nicht zu stören. Er begann zu grinsen. »Sie wollen Ihren Rasen nachhaltig mähen? Geht es denn auch nicht-nachhaltig?«

Sascha starrte den Mann an. Wusste der vielleicht gar nicht, was »nachhaltig« bedeutete?

Der grinste weiter. »Na, das Gras wächst nach dem Mähen von ganz allein wieder hoch. Nachhaltiger geht’s doch nicht, oder?«

Es war das erste Mal in seinem Leben, dass Sascha einen Rasenmäher kaufte, aber er hatte sich diesen Akt weniger kompliziert vorgestellt.

Er holte Luft. »Es geht mir um den Mähvorgang selbst. Ich suche keinen Viertakter. Auch keinen Dreitakter oder Zweitakter. Ich suche etwas ohne Motor.«

Bei »Dreitakter« hatte der Verkäufer schon große Augen gemacht. Jetzt sah er drein, als habe Sascha einen Rasenmäher verlangt, der fliegen könne.

»Ohne Motor? Ernsthaft?«

»Ja,OHNEMOTOR

Sascha war schon leicht irritiert. Außerdem, das irritierte ihn zusätzlich, saß bei der grünen Latzhose des Verkäufers die linke Verschlussschnalle des Trägers zwei Zentimeter höher als die rechte. Ohne erkennbaren Grund.

Was Schnappauf nicht davon abhielt, jetzt Saschas Anzug von oben bis unten zu mustern.

»Das«, sagte er dann langsam, »würde ich mir an Ihrer Stelle noch mal überlegen.«

»Wie bitte?«, fragte Sascha reflexhaft.

»D-a-s w-ü-r-d-e i-c-h m-i-r a-n I-h-r-e-r S-t-e-l-l-e n-o-c-h-m-a-l-ü-b-e-r-l-e-g-e-n!«

»Ich, ähem, wieso?«

»Ich möchte Ihnen keinesfalls zu nahe treten. Aber das scheint mir wirklich keine gute Idee.«

Sascha sog kurz die Luft ein. Und überlegte tatsächlich. Ob es ein Fehler gewesen war, wieder hierherzukommen. Er war scho