: Sophie Dornbach
: Vienna Dreams Roman
: Heyne Verlag
: 9783641311797
: Die Wien-Saga
: 1
: CHF 8.90
:
:
: German
: 336
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Antonia von Althenau kommt aus einer verarmten Adelsfamilie. Nach außen hin diszipliniert und angepasst, geht sie im Geheimen eine prickelnde Affäre mit dem attraktiven Arvid von Bentheim ein, die in einer Katastrophe endet. Um dem drohenden Skandal zu entfliehen, zieht die Familie nach Wien und knüpft dort Kontakte zur Hofgesellschaft. Die Begegnung mit dem jungen Offizier Benedict von Breling lässt Antonias Herz höher schlagen. Die beiden finden schnell zueinander. Doch schon bald wird klar: Jemand kennt Antonias Geheimnis und will Rache. Während Antonias Glück und die Liebe zu Benedict zu zerbrechen drohen, wird ihr klar – allen Drohungen und Intrigen zum Trotz will Antonia für ihr Glück kämpfen.

Nach einem Studium der Germanistik und Geschichte arbeitete Sophie Dornbach in einem großen Kölner Publikumsverlag, ehe sie sich hauptberuflich dem Schreiben widmete. Sie hat viele erfolgreiche Romane geschrieben, begeistert ein breites Publikum und wurde mit dem Delia-Literaturpreis ausgezeichnet. Sie liebt laue Sommerabende und Städtereisen, wo sie für ihre Romane intensive Recherchen betreibt. Während ausgedehnter Wien-Reisen reifte die Idee für ihre derzeitige Romanreihe.

1

Antonia

»Ein unbedacht ausgesprochenesJa, obwohl einNein angebrachter wäre«, pflegte Großtante Elinor zu sagen, »ist schon so manch tiefem Fall vorausgegangen.«

Die mahnende Stimme der Vernunft, die Antonia von Althenau davon abhalten wollte, das »Ja« auszusprechen, hatte frappierende Ähnlichkeit mit der ihrer Tante – und deren Ratschläge kamen oftmals so altbacken daher, dass Antonia sie getrost ignorieren konnte. Und so sagte sie »Ja«, als ihr der überaus attraktive Arvid von Bentheim während der Soiree, die ihre Eltern gaben, die Frage ins Ohr hauchte, ob er nicht noch etwas länger bleiben solle.

Er sollte. Antonia war nicht verliebt in ihn, aber sie fand ihn so anziehend, dass sie sich dieser kleinen Versuchung einfach nicht entziehen mochte. Sie versteckte ihn im Empfangssalon, wo zu so später Stunde niemand hineinschaute, und sie kam sich überaus verwegen vor, als sie – nachdem alle im Bett waren – die Treppe des imposanten Palais hinunterhuschte und sich zu Arvid im Salon gesellte. Sie küssten sich, und Antonia, nur bekleidet in Nachthemd und Morgenrock, fror schon bald in der Winterkälte des unbeheizten Raumes. Aber anders war es schlechterdings nicht möglich gewesen. Hätte sie sich nicht umgekleidet, hätte die Zofe womöglich Verdacht geschöpft. Denn welchen Grund könnte sie haben, in ihrem Abendkleid im Zimmer zu sitzen, wenn alle zu Bett gingen?

»Wollen wir irgendwohin, wo es wärmer ist?«, murmelte Arvid an ihrem Ohr, während seine Hand sich in den Morgenrock schob und ihre Brüste streichelte, deren Spitzen sich hart unter der feinen Seide abzeichneten. Ein Schauer durchfuhr sie, und tief in ihrem Bauch stieg ein sehnsuchtsvolles Pochen auf.

»Ja«, entgegnete sie atemlos.

Wie abenteuerlich das war, heimlich durch die finstere Halle zu laufen, die Treppe hoch in die Beletage, eine weitere hinauf in den zweiten Stock, wo die Schlafzimmer lagen. Arvid hatte die Schuhe ausgezogen, um jedes unnötige Geräusch zu vermeiden, und so waren in der nächtlichen Stille nur die leisen Seufzer zu hören, die sie zwischen innigen Küssen ausstießen.

Sie standen in der Mitte der Galerie, und Antonias Blick verlor sich in der verzierten Glaskuppel als sie den Hals bog und Arvid darbot, dessen Lippen daran entlangwanderten. Arvids Gehrock fiel zu Boden, das Halstuch folgte, ebenso das Hemd.

»Sollten wir nicht lieber in mein Zimmer?«, fragte Antonia, deren Herz ihr den Atem in wilden Zügen über die Lippen trieb.

»Ist es so nicht aufregender?« Arvids Hand fand zielstrebig den Weg unter ihr Nachthemd, und selbst wenn sie gewollt hätte, wäre sie nun schlechterdings nicht mehr imstande gewesen, auf mehr Privatheit zu bestehen.

»Ja …« Das Wort ging in ein leises Stöhnen über, als Arvids Hand die Innenseiten ihrer Oberschenkel hochglitt. Er unterbrach die Liebkosung nur lange genug, um aus seinen Hosen zu steigen, dann umschlang er Antonia wieder, küsste sie und streifte ihr den Morgenrock von den Schulter