: Inga Krauss
: Wenn der Tod dazwischenkommt Von der Patchwork-Mama zur alleinerziehenden Witwe mit zwei Kindern
: Books on Demand
: 9783759745088
: Allein mit Kind
: 1
: CHF 8.80
:
: Lebensführung, Persönliche Entwicklung
: German
: 242
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Mit Empfehlung von Bestsellerautorin Hera Lind:"Unfassbar spannend, sachlich kompetent, informativ, außergewöhnlich und feministisch. Ich habe das Buch gelesen bis mir die Augen brannten!". Gefördert durch die Stiftung Alltagsheld:innen - Wir wollen das Leben von Alleinerziehenden besser machen. Von außen betrachtet hat Inga Krauss das perfekte Leben: Einen liebevollen Ehemann, beide mit gutem Job im eigenen Familienunternehmen, ein Traumhaus und zwei kleine süße Kinder. Doch dann kommt die unerwartete Diagnose für ihren Partner: Darmkrebs im Endstadium - und das mit erst 44 Jahren. Ingas Leben ändert sich von einem Moment auf den anderen komplett. In"Wenn der Tod dazwischenkommt", dem zweiten Teil der Buchreihe"Allein mit Kind", erzählt die verwitwete Mutter zweier Kinder ihre berührende Geschichte. Inga beschreibt ihr Leben in einer diffizilen Patchwork-Konstellation, denn ihr Ehemann hatte drei Kinder mit in die Ehe gebracht. Und es geht um den Tod mit einem prekären Erbe und dessen vielen drastischen Folgen, auch aufgrund der zwischenzeitlichen Insolvenz des Familienunternehmens. Die Autorin schreibt anschaulich und sehr bewegend, warum es so schwer ist, den Tod mit ins Leben zu nehmen und gleichzeitig Mutter und Stiefmutter zu sein. Sie verschweigt auch nicht die dramatischen persönlichen Konsequenzen, die eine solch anspruchsvolle Lebenssituation mit sich bringt. Denn über die Jahre wurde Inga Krauss gesamtes bisheriges Familiensystem Stück für Stück zerstört. Von einer todbringenden Diagnose, dem dahinschleichenden, stets verleugneten Tod ihres Ehepartners und einem schlecht geplanten Erbe. Das Buch rüttelt auf und gibt viele praktische Tipps für die eigene Lebens- und Familienplanung und das nicht nur für bereits Verwitwete. Anschaulich erklärt die Autorin, warum für verwitwete Alleinerziehende manchmal nicht die Witwenrente, sondern die Erziehungsrente die bessere Wahl sein kann und was an den Hinterbliebenenrenten in Wahrheit ungerecht ist. Ein top aktuelles, hoch spannendes und dringend nötiges Buch.

Als ihr Mann im Januar 2017 mit nur 48 Jahren an Krebs verstarb, blieb die erst vierzigjährige Inga Krauss allein mit zwei kleinen Kindern zurück. Der Lebenstraum von einer glücklichen Patchwork-Familie der gebürtigen Rheinländerin war zerplatzt - und die Gesetze zur Hinterbliebenenrente trafen die junge Witwe wie ein Schlag. Noch im Herbst veröffentlichte die gelernte Bürokauffrau die erste von inzwischen über 20 Petitionen. Da es bislang keine Anlaufstellen gab, gründete Inga Krauss kurzerhand ihre Initiative"Gerechte HinterbliebenenRente". Heute ist der Facebook-Auftritt der Initiative die größte Plattform für finanzielle Fragen rund um den Tod und die Hinterbliebenenrente der gesetzlichen Rentenversicherung. Als Mitglied im VAMV Baden-Württemberg bringt die engagierte Mutter das unsichtbare Thema der Verwitwung auch in die deutschen Alleinerziehenden-Verbände. Seit 2023 veröffentlicht die finanzaffine Feministin Texte auf ihrer Webseite www.verwitwet-alleinerziehend de, denn die Kritik an den bestehenden Strukturen ist immens. In der ZDF-neo Reportage"Rabenmütter oder Supermoms", bei Frau TV, 37 Grad oder im Podcast"Das AE-Team - der positive Podcast für Alleinerziehende" platziert Inga Krauss die Themen der alleinerziehenden Witwen für die breite Öffentlichkeit. Im September 2022 traf die Kämpfernatur Bundeskanzler Olaf Scholz beim KanzlerGESPRÄCH in Essen sogar höchstpersönlich. Inga Krauss ist außerdem Protagonistin im dokumentarischen Kinofilm über Alleinerziehende von Anna Hepp, der voraussichtlich 2025 zu sehen sein wird. 2024 erscheint ihr Buch"Wenn der Tod dazwischenkommt - Von der Patchwork-Mama zur alleinerziehenden Witwe mit zwei Kindern". Da die Geschichte der einstigen Pferdewirtin so bewegend wie fesselnd ist, hatte die mehrfache Bestseller Autorin Hera Lind Inga Krauss zu einem Schreibseminar nach Salzburg eingeladen, damit Ingas Buch besonders viele Menschen erreicht - und zwar egal ob schon betroffen oder (noch) nicht."Mit großem Schreibtalent und auch Schreibfreude hat Inga Krauss ihr unglaublich hartes Leben als Witwe und Alleinerziehende messerscharf reflektiert, analysiert und interpretiert. Ihre Geschichte wird für Betroffene sehr hilfreich sein. Hut ab vor den Herausforderungen, die Sie gemeistert haben und Glückwunsch zu diesem Buch!" Bestseller-Autorin Hera Lind, Salzburg, Oktober 2023

1. ÜBER MICH


Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt – Vom Ehe-Traum zur alleinerziehenden Witwe


Foto: © Christian Rudnik / BILD

Kennenlernen und Hochzeit


„Dann antworten Sie jetzt bitte mit Ja!“ Freudestrahlend und mit vor Aufregung rotglühenden Wangen saß ich neben meinem zukünftigen Ehemann im kleinen urigen Standesamt mit den schönen Malereien an den ungleich verputzten runden Wänden. Nur wenig Licht und Luft kam durch die kleinen vergitterten Fenster. Der Raum befindet sich über dem Tor vom Marktplatz zum Postplatz in Wangen im Allgäu und ist gerade mal so groß, dass nur etwa 20 Personen darin Platz finden können. Die Hälfte unserer eingeladenen Gäste musste im großen davorliegenden Trauzimmer warten und die Zeremonie durch die nur einen Spalt geöffnete Tür verfolgen.

Welchen großen Schritt würden wir nun wagen? Meine Hand glitt an meinem cremefarbenen Satinbrautkleid den langen bis unter die Brust reichenden Ausschnitt herunter. Die Fingernägel waren genauso perfekt gestylt wie mein Make-up und meine Hochsteckfrisur. Wir würden eine tolle und sehr glückliche Ehe führen, da war ich mir sicher. Hinter mir stand meine Mutter und machte ebenso wie die gerade zwölfjährige Tochter meines Mannes eine auffordernde Bewegung mit den Augen und den Händen. Die drei großen Kinder meines Mannes hatten mich gut akzeptiert, wir würden uns gut verstehen, auch wenn sie alle drei bei ihrer Mutter lebten, was meinem zukünftigen Mann das Herz brach. Er hatte als Manager in der Luftfahrtbranche sowieso viel zu wenig Zeit und war durch seine ständigen Geschäftsreisen dauernd unterwegs. Mich störte das nicht, denn als seine Assistentin unterstützte ich ihn beruflich wo ich nur konnte. So wusste ich auch immer, wo er sich rumtrieb und wann er nach Hause kommen würde, das war sicher ein Vorteil, den seine erste Frau nicht hatte. Mein zukünftiger Mann war ein toller Chef. Er vertraute mir und er schätze mich als Person, er schätze meine Arbeit ungemein und ließ mich das gerne und oft wissen. Eine solche Wertschätzung kannte ich bis dahin in meinem Leben gar nicht, weder privat noch beruflich. Er sah mich – und das liebte ich an ihm. Ich erschrak kurz, als mein Mann meine Hand in seine leicht zittrigen Hände legte. Wir waren nervös, ich sah kleine Schweißperlen auf seiner Stirn. Der braune leicht schimmernden Anzug mit dünnen Streifen passte gut zu seiner dunkelbraunen dichten Haarpracht – er sah sehr attraktiv aus. Mein zukünftiger Ehemann schaute mich liebevoll an und nickte kaum merklich. Die Luft in dem kleinen prall gefüllten Raum wurde schwerer. Er war der Richtige für mich: „Ja, ich will“ sagte ich sicher und unterschrieb die Urkunde zum ersten Mal mit meinem neuen Namen.

Ich lernte meinen Mann in einem Bewerbungsgespräch in einem großen Unternehmenskonzern im Jahr 2006 kennen. Er war der Chef und ich sollte seine Assistentin werden. Schon während dieses ersten Gesprächs dachte ich mir, er sei ein attraktiver Mann. Als ich erfuhr, dass er verheiratet war, beruhigte mich das, denn so waren die Grenzen von Anfang an klar gesetzt. Ich hatte einen Freund und er führte, soweit ich das während unserer Zusammenarbeit mitbekam, eine glückliche Ehe – bis zu dem einen Tag. An diesem Tag konnte ein Blinder mit Krückstock sehen, dass mit ihm etwas nicht in Ordnung war. Es stellte sich heraus, dass seine Ehe am Vorabend prompt und für ihn vollkommen unerwartet durch seine Frau beendet worden war. Etwa zeitgleich verstarb mein Vater und über die Gemeinsamkeit der Verluste kamen wir uns schlussendlich näher. Er suchte eine neue Frau und ich hatte keinen Freund mehr…

Am 11.07.2009 heiratete ich also meinen eigenen Chef. Wir bekamen zwei gemeinsame Söhne (*2010 und *2012) und mein Mann brachte drei Kinder mit in die Ehe: den älteren Stiefsohn (nennen wir ihn Josua), die Stieftochter (nennen wir sie Elisa) und den jüngeren Stiefsohn (nennen wir ihn Joel). Wir hätten eine tolle Patchworkfamilie im gehobenen Mittelstand werden sollen, aber es kam wirklich alles anders als geplant.

Als wir heirateten, hatte jeder von uns seine eigenen Träume über unser zukünftiges Eheleben. In Deutschland sind solche Erwartungen fast immer positiv geprägt, man freut sich auf die gemeinsame Zukunft. Nicht immer werden die Träume und Erwartungen zur Ehe und zum Eheleben gemeinsam besprochen. Vor allem eine konkrete finanzielle Lebensplanung nach der Geburt von Kindern gibt es oft nicht oder nur ansatzweise. Frisch gebackene Eheleute vertrauen auf die Liebe, aber die Ehe ist weit mehr als eine Institution der Liebe: sie begründet„neue Rechte und Pflichten für die Partner […] auf eine Art Vertrag. […] Meist kommt der Ehe die Aufgabe de