Spirit ∙ Das andere Seinsbewusstsein
Was wäre unser Bewusstsein ohne seinen fluiden Charakter. Es zeigt sich in seiner Unbestimmtheit; es trägt das gewisse Ungewisse in sich. Das macht sein Wesen, seine Substanz aus. Das Bewusstsein ist in seinem Entstehen und Funktionieren bis heute ein Geheimnis, trotz Vielem an Wissen, was die Neurowissenschaften zutage gefördert haben und was es an Gefühlen, Empfindungen und Wahrnehmungen, Erkenntnissen und Theorien etc. zu fabrizieren vermag.
Wir wollen die Eigenartigkeit des Bewusstseins wissenschaftlich dingfest machen und erfahren immer wieder bei jedem neuerlichen Versuch, wie es uns in unserem Denken zerrinnt.
Der Mensch hat sich das Ziel gesetzt, mittels Digitalisierung dem natürlichen WunderBewusstsein auf die Spur zu kommen und von ihm zu lernen, wie es im Sinne eines künstlichen Bewusstseins – sprich: Künstlichen Intelligenz – nutzbar gemacht werden kann. Das Bewusstsein des Menschen zu beherrschen und gestaltend einzugreifen ist ein Traum, dessen Verwirklichung schon über Jahrhunderte alt ist.
Es ist schwierig, unser Bewusstsein zu bemühen, über das Bewusstsein selbst und seine Funktionen nachzudenken. Vielleicht überfordern wir uns mit unseren auf der Metaebene angesiedelten wissenschaftlichen Gedankengängen. Vielleicht sollten wir, was uns in und an unserem Bewusstsein schwer erfassbar und unerklärlich erscheint, auf sich beruhen lassen. Stattdessen sind die Bemühungen ungebrochen, dem menschlichen Gehirn ein neuronal-digitales Antlitz zu geben und dessen Geheimnisse für einen neuerlichen Qualitätssprung in der Digitalisierung unserer Lebenswelt abzuringen.
Der Mensch wird sich von seiner wissenschaftlichen Neugier nicht abbringen lassen. Er folgt seinem inneren Abenteuer- und Entdecker-, Wissens- und Anwendertrieb. Dagegen ist nichts einzuwenden, wenn der systemische Blick für mögliche (nachhaltige) Konsequenzen nicht verloren geht und die wissenschaftliche Freiheit nicht nur im Rahmen des Machbaren, sondern gleichermaßen im Sinnvollen und Verantwortbaren bleibt.
Der Mensch schickt sich an, mit seinem natürlichen, analogen Bewusstsein ein digitales zu kreieren. Doch viel älter und mit dem Bewusstsein des Menschen, sowohl in seiner Stammes- wie Individualgeschichte eingebunden, ist ein Bewusstsein, das sich außerhalb jeglicher Kognition zu bewegen scheint. Es ist die Kraft des Bewusstseins, die wir eher jenseits bewussten Seins verorten und dennoch gehört es zu unserem Seinsbewusstsein. Es geht darum, einen Zugang zu dem zu finden, was wir nicht immer verstehen und sich vielfach fernab unserer kognitiven Zugangsmöglichkeiten bewegt. Wir gelangen an die Grenzen unseres Seinsbewusstseins. Überschreiten wir sie, sind wir in der Welt des Spirituellen. Wir sprechen im Alltägli