Kuna/Boise/Idaho
Jenna parkte ihren Wagen und stieg aus, nachdem sie das hochgesicherte Tor zur Idaho Maximum Security Institution in Kuna passiert hatte. Sie blickte nach oben und bemerkte den Polizeihubschrauber, der über ihren Kopf hinwegdonnerte. Dabei flog er derart tief, dass er den trockenen Wüstenstaub aufwirbelte und Jenna zum Husten brachte. Ihre Kollegen von der Polizei waren auf ihrem letzten Erkundungsflug, bevor der Gefangenentransport zum Flughafen nach Boise losging. Jenna musste sich eingestehen, dass sie aufgeregt war. Erst vor zwei Monaten hatte sie die Ausbildung zum US-Marshal abgeschlossen und nun durfte sie ihren ersten Gefangenentransport begleiten. Im Grunde war es keine große Sache, ein paar Sträflinge für die Verlegung ins Bundesgefängnis ADX Florence nach Colorado zum nahe gelegenen Airport in Boise zu überstellen. Durch die im Vorfeld getroffenen Sicherheitsvorkehrungen gab es auf solchen Transporten kaum Zwischenfälle. Die Gefangenen wurden erst unmittelbar vor ihrer Verlegung über ihren Umzug informiert und während der gesamten Strecke in Ketten gelegt, um eine Flucht oder Gewalttätigkeiten zu verhindern. Mehrere US-Marshals begleiteten den Transport und auch dieses Mal war es nicht anders geplant. Trotzdem fühlte es sich für Jenna seltsam an, eine Zeit lang mit Schwerverbrechern einen engen Raum teilen zu müssen.
Ein Ruf nach ihrem Namen riss sie aus den Gedanken. Ihr Boss Walter Morrison, hochrangiger US-Marshal und Leiter des Marshaloffice in Boise, kam auf sie zu. Sein graues Haar glänzte in der heißen Mittagssonne und tiefe Furchen auf seiner Stirn zeugten davon, dass er schon einige Sorgen durchgemacht hatte. Jenna war dankbar, dass