Wildriss …
Fünf Uhr, kurz vor Sonnenaufgang. Die Menschen von Bad Lilienstein lagen an diesem Feiertag größtenteils noch im tiefen Schlaf.
Nur hier und da, in den Gasthäusern und Hotels waren vereinzelt schon die Angestellten zu Gange. Ab und zu brausten auf den Straßen des Ortes, ein paar Lieferwagen vorbei, ansonsten blieb es still.
Nicht nur die Menschen, sondern deren Sinne schliefen auch. Selbst im Wachzustand waren sie nicht so ausgeprägt wie die der Tiere, von unnötigen Dingen so überladen, dass vieles außerhalb ihrer Wahrnehmung lag. Sie spürten nicht, dass Vögel plötzlich ihren Gesang abbrachen, dass Insekten in den Büschen, Bäumen und unter der Erde in ihrem Tun innehielten. Nicht weil sie Angst hatten, nicht weil etwas Unheimliches, sondern etwas Außergewöhnliches geschah.
Jemand kehrte an diesem Morgen zurück. Von den Wäldern aus dem Osten Europas, kam eine ganze Schar hochgewachsener, vierbeiniger Wanderer in die westlich gelegenen Wälder. In der Hoffnung, den elektronisch gesteuerten Baumfräsen zu entfliehen.
Denn in diesen Wäldern, so hatten sie gehört, gab es noch Bäume, Unterholz, Höhlen, Waldlichtungen, Rotwild und anderes Getier.
Keine Gerüchte! Die wandernden Rudel hatten die Wahrheit erzähl