: Yuiko Agarizaki
: Simon Münch
: Brunhild, die Drachenprinzessin
: JNC Nina
: 9783989614819
: 1
: CHF 7.40
:
: Kinder- und Jugendbücher
: German
: 328
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Als Mitglied der altehrwürdigen Blutlinie der Drachenpriesterinnen ist es Brunhilds Pflicht als Tempelmädchen, das hiesige Heiligtum auf dem Berg zu pflegen, darin zu beten und eine Brücke zwischen dem gläubigen Volk und dem dort lebenden Götterdrachen zu schlagen. Seine heilige Macht ist es zwar, die das Reich vor bösen Drachen außerhalb der meterhohen Mauern schützt, doch hat diese seinen Preis: Jeden Monat sind sieben menschliche Tribute notwendig, die dem Drachen dargebracht werden müssen, sodass dieser seine Macht aufrechterhalten kann, jenes Fleckchen Erde weiterhin vor Unheil zu bewahren. Bereitwillig stellt Brunhild all jene Opferungen bereit, bis sie eines schicksalhaften Tages ihren eigenen Schützling in das Heiligtum entsenden muss und beginnt, an der Weisheit des Götterdrachen Zweifel zu hegen. Auf der Suche nach dem göttlichen Geheimnis des Drachen muss sie nun einen Weg beschreiten, der in Blut getränkt und mit Verrat und Verzweiflung gesäumt ist.

Prolog


Einzig das Prasseln des Regens war zu hören. In einer Seitengasse war ein junger Mann niedergeschlagen worden und lag nun auf dem Boden wie achtlos weggeworfener Müll. In Wahrheit war dieser Mann auch Abfall.

Jener Mann hatte keine Gefühle für andere Menschen. Das kam wohl daher, da er in eine Umgebung geboren worden war, in der er sterben würde, wenn er den Menschen vertraute. Er hatte nicht die Fähigkeit entwickelt, auf den Schmerz anderer Rücksicht zu nehmen oder gar Mitgefühl zu haben.

Darin lag möglicherweise der Grund. Er war gut darin, Menschen zu täuschen und ihnen Fallen zu stellen. Es mochte daran liegen, dass jener Mangel seines Herzens und seine Affinität für Intrigen Hand in Hand gingen.

Der Mann lebte davon, Menschen zu täuschen, zu benutzen und zu töten. Intrigen und Attentate waren sein täglich Brot und er verdiente damit eine Menge Geld.

Doch jetzt bekam er den wahren Lohn für seine Taten. Dass dies eines Tages geschehen würde, war dem Mann stets bewusst gewesen.

Wer Menschen in die Falle lockte, würde selbst irgendwann in die Falle tappen. Weil er dies gewusst hatte, hatte er sein Leben so intensiv wie möglich gelebt, den Kontakt mit anderen gemieden und war stets wachsam geblieben. Trotzdem traf ihn nun diese unvermeidliche Vergeltung.

Der Mann war am Rücken verletzt worden. Das herausfließende Blut vermischte sich mit dem Regenwasser und breitete sich aus. Es war gerade Winter, weswegen der Regen so kalt wie Eis war. Jedoch fühlte er weder die Kälte noch ein Frösteln. Seine Augen konnten auch kein klares Bild mehr zusammensetzen. Das Letzte, was er durch seine verschwommene Sicht sah, war ein Mädchen mit schwarzem Haar, das aus der Ferne auf ihn zulief.

Bevor er ohnmächtig wurde, konnte er einen schwachen, süßen Duft riechen, der sich mit dem Geruch des Regens