Zweites Kapitel: Das dynamische System der sensorischen Eindrücke
Anna: Diesem Kapitel muss ich etwas vorausschicken.
Paula: Und das wäre?
Anna: Ich will in diesem Kapitel das dynamische System der sensorischen Eindrücke beschreiben, bin dabei aber in unvermeidliche Schwierigkeiten verwickelt.
Paula: Unvermeidliche Schwierigkeiten?
Anna: Ja, und zwar in Bezug auf Sprache. Ich muss Sprache verwenden, um mich verständlich zu machen, aber Sprache impliziert zumeist bereits falsche Annahmen über das System der Eindrücke, das ich beschreiben will.
Paula: Gib ein Beispiel.
Anna: Okay, wenn ich in Descartes‘ Aussage …
Paula: Wer ist das?
Anna: Der Vater der modernen Philosophie, der, der alles in Zweifel zog.
Paula: Um herauszufinden, was über allen Zweifel erhaben ist.
Anna: Genau. Und der dann fand, dass jemand, der zweifelt, also denkt, auch existieren muss, und der dann die berühmte Aussage prägte: „Cogito, ergo sum“.
Paula: Und was ist mit den Schwierigkeiten der Sprache?
Anna: Folgendes: Wenn ich „cogito“ übersetze mit „ich denke“, unterstelle ich bereits, dass es erstens im dynamischen System der sensorischen Eindrücke ein „Ich“ gibt, zweitens, dass dieses „Ich“ denkt und drittens, dass diese