: Frank Zimmermann
: Messias und Zeichenprophet Der historische Jesus und die Ursprünge des Christentums
: Books on Demand
: 9783758344800
: 1
: CHF 11.50
:
: Christentum
: German
: 404
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Was lässt sich heutzutage an Historisch-Verbindlichem über Jesus von Nazareth berichten? Wie kann sein Aufstieg vom einfachen Zimmermannssohn zur Hauptfigur einer Weltreligion erklärt werden? Durch die Einbettung des historischen Jesus in den gesellschaftlichen, religiösen und politischen Kontext des ersten Jahrhunderts wird hier ein Jesus-Portrait geschaffen, das diesen ganz als Kind seiner Zeit und als ersten in einer Reihe von gescheiterten patriotischen Zeichenpropheten und Messiasanwärtern dieser unruhigen Jahrzehnte erscheinen lässt. In der zweiten Buchhälfte wird ausführlich dargelegt, dass erst der Heidenapostel Paulus aus dem gläubigen und patriotischen Juden Jesus aus Nazareth jenen heute von Milliarden Christen weltweit verehrten himmlischen Gottessohn Jesus Christus gemacht hat. Hierfür griff Paulus auf Elemente aus den seinerzeit populären religiösen Bewegungen der Gnosis und der Mysterienkulte zurück. Seine Briefe stellen die ältesten Schriften des Neuen Testaments dar und sind unsere frühesten Quellen für die Vorstellungen von Jesus als für die Menschheit geopfertes Passahlamm, von Brot und Wein als Leib und Blut Jesu und vom für die Sünden der Menschen gestorbenen Erlöser und vom Gottmenschen Jesus Christus. Als 20-60 Jahre nach den Paulusbriefen die Evangelien niedergeschrieben wurden, hatte sich das paulinische Gedankengut nahezu überall durchgesetzt und beeinflusste tiefgreifend die Evangelisten, die die Geschichte Jesu auf der Basis von authentischen Überlieferungen so umschrieben, dass er nicht mehr als Protestler gegen die römische Fremdherrschaft, sondern als Reformer des Judentums erschien. Gespickt mit viel Zeitkolorit erzählt der 1971 in Bad Kreuznach geborene, freischaffende Autor Frank Zimmermann die Geschichte Jesu neu und beleuchtet kritisch die von Auseinandersetzungen um das wahre Evangelium und die Heidenmission geprägten Ursprünge des frühen Christentums.

Der freischaffende Autor Frank Zimmermann, 1971 in Bad Kreuznach geboren und derzeit wohnhaft in Münster-Sarmsheim, beschäftigt sich seit nunmehr einem Vierteljahrhundert mit Alter Geschichte, Archäologie, Religions- und Mythenforschung. Nachdem er in seinem Erstlingswerk VON FEUER, FLUT UND FINSTERNIS die Thematik der kosmischen Katastrophen in frühgeschichtlicher Zeit bearbeitet hat, widmet er sich in den letzten Jahren verstärkt einer Buchreihe zur Revision der Chronologie der Antike.

Ein leidgeplagtes Volk


Das Meer hat keinen Grund, und das Leiden der Juden kein Ufer.

(Jüdisches Sprichwort)

Nachdem sie aus der ägyptischen Knechtschaft geflohen und das ihnen von Gott verheißene Land Kanaan blutig in Besitz genommen hatten, schufen sich die Israeliten unter Saul, David und Salomo ein unabhängiges Königreich mit Jerusalem als Hauptstadt, das jedoch nur kurzzeitig Bestand hatte und nach dem Tod Salomos, des Erbauers des ersten Tempels, in ein Nordreich Israel und ein Südreich Juda zerfiel. So berichtet es die Bibel.

Diese beiden Kleinstaaten, im Spannungsfeld zwischen Ägypten und Mesopotamien gelegen, mussten stets ums Überleben kämpfen. Das Nordreich Israel mit Sichem, später mit Samaria als Zentrum wurde Opfer der assyrischen Expansion, Teile der Oberschicht Samarias wurden nach Assyrien deportiert und Fremde aus anderen Teilen des Assyrerreiches in Samaria angesiedelt. Das Südreich Juda mit seiner Hauptstadt Jerusalem, das sich zeitweilig unter den Schutz Ägyptens gestellt hatte, überlebte nur wenig länger und wurde schließlich von den Babyloniern unter Nebukadnezar II. erobert. Der Messiasanwärter Jerusalemer Tempel wurde zerstört und wieder kam es zu umfangreichen Deportationen der Bevölkerung.

Die Rückkehr aus dem Babylonischen Exil wurde ihnen durch die Eroberungen des Perserkönigs Kyros II. ermöglicht, der – 539 auch Babylon einnahm. Unter der Herrschaft der Perser wurde auch der Tempel in Jerusalem wieder aufgebaut und die jüdische Nation, die seit – 586 keinen König mehr hatte, unterstand nun dem Hohenpriester des Jerusalemer Tempels. Doch nachdem die Streitkräfte Alexanders des Großen – 333 in der Schlacht bei Issos das Heer des persischen Großkönigs bezwungen und im Jahr darauf nach achtmonatiger Belagerung die phönizische Stadt Tyros eingenommen hatten, fiel ihnen auch das Gebiet nach Süden hin bis Gaza widerstandslos in die Hände.

Das Gelobte Land wurde zunächst Teil des Alexanderreiches und später dann Teil der hellenistischen Staatenwelt, wie sie sich in den langjährigen Nachfolgekriegen nach dem Tod Alexanders herausgebildet hatte. Das Schicksal wollte es, dass das Gebiet der jüdischen Nation, zwischen dem Ägypten beherrschenden Ptolemäerreich