: F. M. Dostojewski
: Joerg K. Sommermeyer, Orlando Syrg
: F. M. Dostojewskis Werke II Aufzeichnungen aus einem Totenhaus
: Books on Demand
: 9783758352683
: Orlando Syrg Taschenbuch: ORSYTA
: 1
: CHF 8.80
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 266
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Dostojewsk berichtet in seinem zugleich autobiografischen als auch dichterisch überhöhten Werk sachlich und genau das Leben des fiktiven Alexander Petrowitsch Gorjantschikow, wegen Mordes an seiner Frau zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt, in einem sibirischen Zuchthaus, inmitten einer aufgezwungenen Gemeinschaft unbußfertiger Sträflinge.

Der russische Dichter Fjodor Michailowitsch Dostojewski wird als Sohn eines Armenarztes am 11. November 1821 in Moskau geboren. Besucht 1838-1843 die Ingenieurschule der Petersburger Militärakademie. Tätig im Ingenieur-Departement für Festungsbau. Freier Schriftsteller. 1849 wegen revolutionärer Umtriebe in St. Petersburg verhaftet, zum Tode verurteilt, aber nach einer Scheinhinrichtung zu vierjähriger Zwangsarbeit in Sibirien begnadigt. 1859, Rückkehr nach St. Petersburg. Reisen nach Deutschland, Frankreich, Belgien, England, Italien. Spielleidenschaft. Epileptische Anfälle, Lungenemphysem. Er stirbt am 9. Februar 1881 in St. Petersburg. Hauptwerke: Erniedrigte und Beleidigte, Aufzeichnungen aus einem Totenhaus, Verbrechen und Strafe, Der Idiot, Die Dämonen, Der Jüngling, Die Brüder Karamasow.

Einleitung

In den entfernten Gebieten Sibiriens, mitten unter Steppen, Bergen oder unwegsamen Wäldern, findet man ab und zu kleine Städte mit ein- höchstens zweitausend Einwohnern, aus Holz erbaut und unansehnlich, mit zwei Kirchen – die eine in der Stadt und die andere auf dem Friedhof, – Städte, die eher einem größeren Kirchdorf in der Nähe Moskaus als einer wirklichen Stadt gleichen. Sie sind gewöhnlich mit einer genügenden Anzahl von Isprawniks, Assessoren und sonstigen subalternen Beamten versehen. Im Allgemeinen ist der Dienst in Sibirien, trotz der Kälte, für die Beamten außerordentlich behaglich. Es leben da einfache, nicht liberale Menschen, und herrschen alte, festgefügte, von Jahrhunderten geheiligte Sitten. Die Beamten, die mit Recht die Rolle eines sibirischen Adels spielen, sind entweder eingeborene, eingefleischte Sibirier oder sind aus dem europäischen Russland, zum größten Teil aus den Hauptstädten zugezogen, von den Reisevorschüssen, die niemals verrechnet werden, den doppelten Vorspanngeldern und rosigen Hoffnungen auf die Zukunft verlockt. Diejenigen von ihnen, die des Lebens Rätsel zu lösen verstehen, bleiben für immer in Sibirien und fassen dort mit Genuss Wurzeln. Diese bringen später reiche und süße Früchte. Aber die anderen, die leichtsinnigen, d