Es war ein besonderer Tag für die Familie Tobugu. Als das Flugzeug aus der Hauptstadt Jakarta auf dem Flughafen Sultan Babullah in Ternate auf der gleichnamigen indonesischen Insel im Norden der Molukken landete, war die ganze große Familie aus dem Vorort Sangaji angereist, sogar die uralte Großmutter, das Oberhaupt der Familie, war in ihrem Rollstuhl dabei. Alle wollten Yanti Rositawati Tobugu willkommen heißen, denn lange genug war sie fort gewesen, weit fort in der großen Stadt. Nun kam sie nach Jahren endlich wieder nach Hause, wenn auch nur zu einem langen Besuch. Am Ausgang, wo die Familie auf sie wartete, ging Yanti trotz des freudigen Durcheinanders zuerst zu ihrer Großmutter, kniete vor dieser nieder und berührte sie mit ihrer Stirn als Zeichen großer Ehrerbietung. Erst danach stürzte sie sich in das familiäre Getümmel mit Umarmungen und freudigen Zurufen von allen Seiten, scheinbar ohne Ende. Yanti war für über drei Jahre nicht bei ihrer Familie in Sangaji auf Ternate gewesen, ihre Ankunft war ein lange erwartetes, längst auch überfälliges Ereignis, über die letzten Monate vorbereitet. Sie hatte das Glück einer Familie, die trotz des im Vergleich zu Jakarta in mancher Beziehung isolierten Lebens auf Ternate allgemein aufgeschlossen war. Diese gehörte zu der kleinen protestantischen Minderheit auf Ternate und war recht tolerant, verglichen mit den muslimischen, konservativen Einstellungen der meisten Menschen auf Ternate. Yantis Vater war Verwalter einer Genossenschaft für Anbau und Handel mit Gewürzen wie Nelken, Zimt und Muskat. Mit dieser Tätigkeit konnte er seine Familie ausreichend versorgen. Das war nicht immer so gewesen, denn einige Jahre zuvor gab es auf Ternate heftige Unruhen, sogar k