: Hans Jürgen Domnick
: Der Flügelschlag des Schmetterlings Erzählungen
: TWENTYSIX EPIC
: 9783740760991
: 1
: CHF 8.80
:
: Märchen, Sagen, Legenden
: German
: 242
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Es ist schon spannend, was in einem Leben alles geschehen kann und tatsächlich auch geschieht. Und wenn davon in diesen Geschichten erzählt wird, mag mancher Leser an eigene Erfahrungen denken, während Anderes vielleicht über das selbst Erlebte hinausgeht. Ganz gleich, ob die Erzählungen in der Nähe oder weit in fernen Ländern angesiedelt sind, einige berühren Aspekte ganz allgemeiner Art, über die man sich vielleicht selten Gedanken macht, andere verstehen sich wohl als spannende Lektüre. Gleichwohl wird der Leser entscheiden, inwieweit er Gedanken aus dem eigenen Leben erkennt oder ob er einfach eine interessante Fiktion genießt.

Hans Jürgen Domnick, geboren 1938 in Königsberg/Ostpreußen, heute wohnhaft im norddeutschen Stade, war über fünfzig Jahre in seinem Beruf als Außenhandelskaufmann auch Weltreisender und teilnehmender Beobachter. Begleiter waren Erlebnisse, Erfahrungen und Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen. Nachdem er aus seinem Leben bereits in einer Autobiografie - One For The Road - berichtet und in den Romanen -Hamburgensie - und - Der Kolumbianer -, einige davon aufgeschrieben und veröffentlicht hat, folgt nun eine Sammlung von Short Stories, in denen sich Erlebtes und Erfahrenes in anderer Form wiederfindet. Es ist ein vielleicht ungewöhnliches Mosaik von Erzählungen, die Gedanken und Möglichkeiten aus dem Leben aufgreifen und die er hier seinen geneigten Lesern zu eigener Überlegung und Lesefreude anbietet. Hans Jürgen Domnick sagt von sich selbst - Ich musste immer weiter und nicht alles war Gold, was dabei an weiten Wegen glänzte - und auch davon findet sich einiges in den vorliegenden Geschichten wieder.

YANTI


1


Es war ein besonderer Tag für die Familie Tobugu. Als das Flugzeug aus der Hauptstadt Jakarta auf dem Flughafen Sultan Babullah in Ternate auf der gleichnamigen indonesischen Insel im Norden der Molukken landete, war die ganze große Familie aus dem Vorort Sangaji angereist, sogar die uralte Großmutter, das Oberhaupt der Familie, war in ihrem Rollstuhl dabei. Alle wollten Yanti Rositawati Tobugu willkommen heißen, denn lange genug war sie fort gewesen, weit fort in der großen Stadt. Nun kam sie nach Jahren endlich wieder nach Hause, wenn auch nur zu einem langen Besuch. Am Ausgang, wo die Familie auf sie wartete, ging Yanti trotz des freudigen Durcheinanders zuerst zu ihrer Großmutter, kniete vor dieser nieder und berührte sie mit ihrer Stirn als Zeichen großer Ehrerbietung. Erst danach stürzte sie sich in das familiäre Getümmel mit Umarmungen und freudigen Zurufen von allen Seiten, scheinbar ohne Ende. Yanti war für über drei Jahre nicht bei ihrer Familie in Sangaji auf Ternate gewesen, ihre Ankunft war ein lange erwartetes, längst auch überfälliges Ereignis, über die letzten Monate vorbereitet. Sie hatte das Glück einer Familie, die trotz des im Vergleich zu Jakarta in mancher Beziehung isolierten Lebens auf Ternate allgemein aufgeschlossen war. Diese gehörte zu der kleinen protestantischen Minderheit auf Ternate und war recht tolerant, verglichen mit den muslimischen, konservativen Einstellungen der meisten Menschen auf Ternate. Yantis Vater war Verwalter einer Genossenschaft für Anbau und Handel mit Gewürzen wie Nelken, Zimt und Muskat. Mit dieser Tätigkeit konnte er seine Familie ausreichend versorgen. Das war nicht immer so gewesen, denn einige Jahre zuvor gab es auf Ternate heftige Unruhen, sogar k