: Barbara Acksteiner
: Irina und der Streuner Roman
: Books on Demand
: 9783758332975
: 1
: CHF 6.10
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 292
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Irina und der Streuner, ein Titel, der normal und harmlos klingen mag. Doch schaut man sich das Cover an und liest den Klappentext, wird deutlich, dass es sich nicht um einen Wohlfühlroman handelt. Im Buch selbst wird keine Trigger-Warnung zu finden sein. Irina und Hugo, eine Obdachlose und ein Streuner, beide haben unendlich viel durchgemacht. Sie mussten Grausames erleben, wurden gequält, gedemütigt und dennoch haben sie den Glauben an das Gute nicht vollends verloren. Ob ihnen das allerdings zum Verhängnis werden wird, verrate ich an dieser Stelle nicht.

Wenn Barbara Acksteiner Romane schreibt, taucht sie ab in eine andere Welt. Eine Welt der Fantasie in der Liebe und Hingabe, Macht und Gewalt die Protagonisten sein können. Für sie gibt es kein festes Genre. Sie schreibt das, wonach ihr der Sinn steht. Und weil das so ist, wird ihr nächster Roman sicherlich ein völlig anderer sein.

KAPITEL EINS


DIE GRAUE DECKE


In dichten Flocken fiel der Schnee herab zur Erde und es sah nicht so aus, dass der Schneefall bald aufhören würde. Obendrein war es bitterkalt.

Die Menschen, die hastig durch die Bummelallee liefen, sahen dabei kaum nach rechts und links. Wenn doch, dann blieben sie mit ihren Einkaufstüten in den Händen vor Schaufensterscheiben stehen, betrachteten die Auslagen, um hinterher in einem der Geschäfte zu verschwinden. Kurz danach kamen sie mit einer weiteren Tüte in der Hand aus dem Laden wieder heraus und liefen weiter.

So war es auch nicht verwunderlich, dass sie der Frau, die an eine Häuserwand gelehnt auf einer Decke saß, nicht eines Blickes würdigten. Neben ihr lag ein Hund, den sie mit einem Stück der grauen Decke zugedeckt hatte und der aufmerksam das Treiben beobachtete. Ab und zu blickte der Hund die Frau an und legte für einen Moment seine weiße Schnauze auf ihre angewinkelten Beine.

Als es zu dämmern begann, wurde es für sie Zeit ihre Notunterkunft aufzusuchen. Behutsam streichelte sie über das struppige, nasse Fell ihres Hundes und wischte ihm dabei mit der bloßen Hand den Schnee ab, der auf ihm und der alten, grauen Decke lag.

»Hugo, wir wollen los. Komm, steh auf. Ich weiß ja, dass dir das schwerfällt, aber nachher kannst du dich wieder hinlegen.«

Man merkte dem alten Hund an, dass er nur mit größter Kraftanstrengung aufstehen konnte. Aber als er es geschafft hatte, schüttelte er sich kurz und schmiegte sich an die Beine der Frau.

»Du musst aber vo