: Claude Wehrli
: Chefkommissar Fournier Sechs spannende Fälle
: Books on Demand
: 9783756267637
: 1
: CHF 5.30
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 72
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Auf dem Cover der grossartigen Trilogie über Friedrich Dürrenmatt von Madeleine Betschart und Pierre Bühler stehen die Worte «Wege und Umwege». Für mich persönlich würde ich ergänzen: «Wege, Umwege und Irrwege». Vor sechzig Jahren hätten mich solche Worte nie und nimmer interessiert. Ich kam mir sowieso immer vor, als würde ich in einen Verkehrskreisel einfahren und der hätte lauter falsche Ausfahrten. Jetzt im Alter sehe ich das etwas pragmatischer. Ich habe gelernt, dass eben auch Irrwege die richtigen Wege sein können. Aber eben, rückblickend sieht ohnehin alles anders aus. Umwege können manchmal ganz hilfreich sein. So geht es auch dem Chefkommissar Fournier in den vorliegenden Kriminalromanen. Um ans Ziel zu gelangen, die Wege zu finden, braucht man Umwege und Irrwege. Wenn wir wollen, können wir etwas daraus lernen. Ich bin schon jetzt auf den nächsten Umweg oder Irrweg gespannt. Claude Wehrli

Claude Wehrli ist ehemaliger Lehrer und Unternehmer, Eisenplastiker, Schauspieler, Gestalter und Schreiberling, Phantast, voller Ideen und Kreativität, Hobbyschreiner für Familie und Freunde. Liebt Citroen 2CV und DS, liebt gar nicht Angeber, Vortäuscher und Pseudoschönlinge.

Erster Teil – Die Leiche


Am Sonntag, den 29. Januar 2023 gingen bei der Police nationale mehrere Anrufe aus dem Gebiet Muette-Süd in der Nähe von Paris ein, auf der Seine schwimme eine nackte Frauenleiche. Sofort wurde Grossalarm ausgelöst, zwei Dutzend Flics in mehreren Einsatzwagen sowie ein Suchhelikopter mit Wärmebildkamera wurden losgeschickt.

Chefkommissar Gustav Fournier war wie immer am Sonntag und altershalber dienstfreiem Tag auf seinem Sofa gerade eingenickt, als sein Diensthandy Alarm verkündete. «Merde alors» brüllte er beinahe mit dem ersten Läuten. Fournier war so etwas wie ein typischer Choleriker und vor lauter unnützer Schreibarbeit in den letzten Dienstjahren ziemlich schwergewichtig geworden. Aber seine Aufklärungsquote war einmalig in Frankreich. Was ihn nicht etwa freute, im Gegenteil, das bedeutete zusätzliche Arbeit, was er generell hasste. Nach nochmaligem «Merde alors» flätzte er sich aus seiner Kamelhaardecke vom Sofa raus, die Türe zuknallend, gleichzeitig mit dem Handy am Ohr, fluchend in seinen Dienstwagen. Er brüllte den wachhabenden Offizier an, was ihm eigentlich einfalle und was er mit dieser verdammten Leiche zu tun habe.

Der Dienstwagen des Hauptkommissars ist bis heute legendär: Ein 20 Jahre alter Döschwo. Klar, unter uns gesagt, heimlich von den Polizeiwerkstätten in Paris ein bisschen umgebaut: Ein Motor, anstelle der originalen 602 cm3, einer eines Citroen GS mit 1200 cm3, diversen polizeispezifischen und geheimen Umbauten. Aber sichtbar mit einem Dachträger für das Blaulicht. Logo, das originale Stoffdach ist ja nicht wirklich magnetisch. Das Auto, als Jux zum 40-jährigen Dienstjubiläum von Fournier von den Kollegen geschenkt. Fournier hängt daran, weil sich der Wagen in der Praxis bewährt hatte: schmal, um über Bürgersteige und durch Vorgärten, treppauf und treppab Abkürzungen zu nehmen. Fournier kennt Paris wie seine Jackentasche und öfters war er dadurch bedeutend schneller als die schnellen aber langweiligen deutschen Produkte. Wie oft hat Fournier zugeschaut, w