: Sabine Barfuß
: MEIN LEBEN - ein Versteckspiel
: Books on Demand
: 9783758362873
: 1
: CHF 8.80
:
: Lebensführung, Persönliche Entwicklung
: German
: 232
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Bis zur Entzweiung ihres Mannes lief für Sabine Barfuß alles"normal". Sie war immer eine Powerfrau, hat sich den Aufgaben des Lebens gestellt und nebenbei Drillinge großgezogen. Doch es gab einen gravierenden Unterschied. Im Jugendalter erkrankte sie an einem Waschzwang, der bis heute ihr ständiger Begleiter ist. Mittlerweile geht sie jedoch offen damit um, während sie sich in früheren Zeiten hinter ihrer Maske versteckte. Auch eine Depression entwickelte sich über die Jahre unbemerkt, die mit der Trennung ihren Höhepunkt erreichte. Als ihre Kinder gerade einmal 14 Jahre alt waren, beschloss sie auch auf Anraten des Arztes, in eine psychosomatische Einrichtung zu gehen. Der psychische Druck war kaum noch aushaltbar und die depressiven Gedanken wurden zunehmend präsenter. Sabine musste zunächst lernen, sich gegenüber anderen Menschen zu öffnen, da sie diese Zuwendung aus Kindheitstagen nicht kannte. Während des Klinikaufenthalts merkte sie, wie wichtig weiter räumlicher Abstand von ihrem Mann und all den belastenden Erinnerungen an den Heimatort für sie sind. So wagte sie im Sinne des Überlebens einen Neustart und zog nach Oberbayern, weit weg von ihrer Heimat, ganz allein - ohne Kinder!

Die Autorin dieses Buches, Sabine Barfuß, erkrankte bereits in ihrer Jugend an Zwängen. Zunächst versuchte sie sich hinter einer Fassade zu verstecken. Als sie ihre Drillinge bekam, wurde nicht nur das Zwangsleben auf den Kopf gestellt, sie musste viele, auch gesundheitliche Hürden meistern. So wurde der Zwang im Laufe der Jahre obendrein von einer diagnostizierten Angststörung begleitet, bis hin zu einer schweren Depression. Als sie keinen anderen Ausweg mehr sah, entschied sie sich für einen mehrwöchigen psychosomatischen Klinikaufenthalt - ohne ihre Kinder. Die Zeit dort erwies sich als nicht leicht, aber doch sehr wichtig. Um ihr Leben zu schützen, traf sie im Anschluss eine sehr schwere Entscheidung. Es folgte ein Neustart, mehrere hundert Kilometer entfernt, weit weg von allen Belastungen. Heute hat sie ihre Maske abgelegt und geht offen mit Ihrer Krankheit um.

Einleitung

Wenn ich mit dem heutigen Wissen zurückblicke, habe ich schon damals oft über meine Leistungsgrenze bis hin zur Erschöpfung agiert - weil ich es musste! Niemand war für uns da, der uns beim Aufwachsen unserer Drillinge hätte helfen können. Oft war auch ich auf mich allein gestellt, da die Geschäftsreisen meines mittlerweile Ex-Mannes gefühlt von Jahr zu Jahr zunahmen. Vielleicht war ich sogar von je her überfordert mit mir, der Situationund den drei kleinen Kindern. Manches Mal habe ich meine Kids angeschrien, aus Verzweiflung, Überforderung und der Angst, dass mir alles entgleiten könnte. Dieses Verhalten tut mir noch immer verdammt weh und leid. Heute ist mir klar, das ging alles viel zu schnell. Ich hatte gar keine Chance, den Tod meiner Mutter zu verarbeiten, und habe mich quasi mit der Vorfreude auf die langersehnten Kinder getröstet und abgelenkt. Somit habe ich die Trauerarbeit niemals abgeschlossen und bin irgendwo (in den Trauerphasen) stecken geblieben. Dabei wäre eine Verarbeitung dieses schlimmen Erlebnisses so verdammt wichtig gewesen. Wie so viele Ereignisse in meinem Leben habe ich auch dieses niemals thematisiert und einfach beiseitegeschoben. Mit jedem Erlebnis negativer Art wurde meine Seele Stück für Stück immer mehr belastet. Durch diesen Prozess der ständigen Überlastung, Überforderung, Verzweiflung und Versagensängsten hat die schwere Depression, die sich unbemerkt schleichend im Vormarsch befand, einen optimalen Nährboden gefunden. Natürlich spielen da auch Kindheitserlebnisse und Traumata eine Rolle. Aber das alles ist mir erst bewusst geworden, seitdem ich intensiv an mir und dieser Krankheit arbeite.

Nach der Trennung brach für mich eine Welt zusammen. Das klassische Bild von Familie - Mutter/, Vater/, Kind - schien auf einmal gestört. Erschreckend erschien mir jedoch, dass ich nicht als Erstes dachte, dass ich meinen Partner verloren habe, sondern das Konstrukt Familie. Natürlich hatten auch wir schwere Phasen zu meistern, aber wir waren eine Familie und daran wollte ich stets festhalten, koste es, was es wolle. Aber genau dies erwies sich als großer Fehler, denn damit habe ich unwissend meine Psyche unglaublich belastet. Durchhalten für die Familie auf Kosten meiner Gesundheit; das ist mir erst mit dem heutigen Wissen bewusst.

Nachdem mein Mann also mir gegenüber seinen Trennungsbeschluss äußerte, wurde der bis dahin schleichende Prozess der sich im Vormarsch befindenden Depression um ein Vielfaches beschleunigt. Ich befand mich nun in einerechten Krise! Auch