Wo wurde ein Toter gefunden?« Herzhaft biss Tina in den Apfel, als Falk ins Büro stürmte.
»In dem alten Haus am Ende der Obere-Wilhelm-Straße. Anscheinend eine Frau.«
»Am Ende? Da ist das Eiscafé, oder?«
»Da beginnt die Obere-Wilhelm-Straße. Am Ende Ecke Gustav-Kessler-Straße.«
Nina kaute, schluckte und warf das restliche Apfelstück achtlos auf den Schreibtisch.
»Unfall?«
»Nä, die vermuten ein Verbrechen.«
»Oh ... wer hat die Tote gefunden?«
»Der Hein.«
»Hein? Unser Beueler Hein?«
»Ja, genau. So hat ihn die Kollegin Kubischek am Telefon auch beschrieben. Der Beueler Hein Piontek. Wer ist denn dieser Hein? Habe noch nie von ihm gehört.«
»Hein ist ein Unikum. Ein Urgestein, du verstehst? Anders kann ich es nicht ausdrücken. Lebt seit über zwanzig Jahren auf der Straße. Ohne festen Wohnsitz. Wahnsinn.« Unglaublich schüttelte Nina ihren hübschen Kopf.
»Habe bisher noch nichts über ihn gehört. Und der bringt Leute um?« Falk kräuselte die Stirn.
»Nein. Nein. Der Hein kann keiner Fliege etwas zuleide tun. Der meldet jedes noch so kleinste Vergehen. Jeden Hundebesitzer, der das Häufchen seines Tieres nicht entsorgt, jedes Kind, welches das Eispapier wegwirft oder einen Kaugummi auf das Pflaster spuckt, jeden Raucher, der seine Kippe achtlos wegschnippt. Er ist so etwas wie ein Hilfssheriff. Jeder Beueler kennt Hein und die Leute mögen ihn. Geben ihm hier und da etwas zu essen. Wenn es draußen eisig kalt ist, bekommt er eine Decke oder sogar einen Schlafplatz in der Garage oder im Schuppen angeboten. Und jetzt soll er einen Toten gefunden hab