: Anton Antreich
: Renate Leeb, Chris H. Leeb
: Im Schatten eines Mangobaumes Erzählung über das Leben von Anton Antreich
: Books on Demand
: 9783758357527
: 1
: CHF 8.80
:
: Biographien, Autobiographien
: German
: 342
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der Österreicher Anton Antreich schreibt im Jahre 2003 mit 75 Jahren über sein bisheriges Leben, über seine"Abstammung und all die guten, schönen und schlechten Taten", wie er selbst bemerkt. Er sitzt unter einem Mangobaum in Kenia, Afrika, einem Land, das er als seinen nunmehrigen Wohnsitz auserkoren hat. 20 Jahre später wird sein Buch erstmalig einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Aus Sicht der Herausgeber Renate und Chris H. Leeb ist dieses Buch nicht nur die persönliche Geschichte eines Mannes, der im Jahre 2023 stolze 95 Jahre alt geworden ist, sondern auch in gewisser Weise ein Zeitzeugnis eines aufregenden Lebens in einem bewegten Jahrhundert.

Anton Antreich wird am 23. Mai 1928 in Niederösterreich geboren, erlebt dort seine Kindheit und Schulzeit ehe er in den Krieg einrücken muss. Nach seiner gelungenen Flucht aus der Gefangenschaft baut er sein weiteres Leben auf, interessiert sich für Autos und Frauen, bekommt insgesamt drei Kinder, arbeitet in unterschiedlichen Berufen. Er geht nach Vorarlberg und dann nach Afrika. Immer kümmert er sich um die Wohnungen und baut und adaptiert wie je nach momentanen Anforderungen von Familie und Geschäft. Im Jahre 2023 ist Anton Antreich 95 Jahre, an vielem interessiert, mit vielen Ideen und einem Lebenswillen, seinen Hundertsten Geburtstag feiern zu wollen.

Mein Fußballverein in Langenlebarn

Zurück zu den schönen Sachen, die nun auf mich warteten, einmal Urlaub machen, sich mit den Freunden vergnügen, es wurde eine aufregende Zeit für mich. Das nächste Wochenende ging's schon los, ein Fußballspiel am Sonntag und am Samstag davor der Sportlerball. Rudi und ich wurden von unseren Jahrgängerinnen eingeladen, damit sie uns ein paar Tanzschritte zeigen konnten. Wir übten die ersten Schritte, zu Marsch und einem Englisch-Walzer, den ganzen Samstagnachmittag wurde geprobt, am Abend dann der Ball. Unsere Tänzerinnen sagten, für den Anfang reiche es. Gut, dachten wir, aber nur mit ihnen, bei anderen würden wir uns ganz schön blamieren. Sie sprachen uns Mut zu, wir würden das schon schaffen. Die Aufregung bekämpften wir mit etwas Alkohol, welcher noch sehr rar war und dann ging's rein ins Vergnügen. Wir durften aber nicht zu spät nach Hause, denn am nächsten Tag gab’s ja ein Match, sagte unser Sektionsleiter vom Verein.

Ich hatte ein Problem: für den Ball hatte ich keinen Anzug, aber Mama hatte gleich eine Lösung. Zu Kriegsende hatte ein Schleppkahn auf der Donau festgemacht, die Dorfbewohner entdeckten, bevor die Russen kamen, dass er mit Stoffballen beladen war. Sie bedienten sich reichlich an dem Beutegut und von so einem Stoff hatte Mama für mich etwas aufgehoben für einen Anzug, daher ging ich einige Tage vorher zum Dorfschneider. Er musste mir einen Anzug verpassen und damit ging ich auf den Ball.

Ich hatte ja gar nichts mehr zum Anziehen, als ich heimkam, die alten Sachen waren viel zu klein.

Nun gab es auch Einladungen bei meinen Freunden, die Eltern freuten sich, dass wir alle wieder beisammen waren, aber einige von früher fehlten, sie waren gefallen oder vermisst. Da fiel mir Alfred ein, den ich beim Rückzug verloren hatte, ich musste zu seinen Eltern gehen und ihnen das erzählen oder vielleicht hatten sie schon Nachricht von ihm oder er war schon zu Hause. Ich fuhr nach St. Andrä-Wördern und fragte mich zur Familie Stadler durch, sie waren zu Hause. Ich stellte mich vor und fragte nach ihrem Sohn, da bekam ich die traurige Antwort, er sei in einem russischen Lazarett an einer Lungenen