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Das war wieder ein Tag in der Bibliothek! Zwischen Besprechungen und Verwaltung der Besuch eines potentiellen Spenders, der besonders gehätschelt werden wollte! Ein Kaffee hier, ein Wasser da und die Besichtigung des Sonderdepots – wie gut, dass meine Kollegin Susi mich in solchen Situationen unterstützt.
„Tja, Will“, meint sie dann, als wir den Besucher schließlich mit aller Freundlichkeit verabschiedet und auf dem Parkplatz der Bibliothek am Taxi verabschiedet hatten, „dafür machst du dich unsterblich um den Ruhm unseres Hauses verdient! Aber ich auch …“
Ich schaue sie fragend an. „Na ja, immerhin unterstütze ich dich mit schlichten Handreichungen wie Kaffee kochen und Kekse organisieren. Aber, wie es so schön heißt: Typing the manuscript and numbering the pages!“
„Du weißt genau, meine Süße“, erwidere ich lächelnd und nehme sie, ganz gegen unsere Abmachung, in den Arm und drücke sie an mich, „dass ich dir ja auch eine ganze Menge Gefallen tue, oder?“
„Ja, mein Held“, wispert sie und streicht mir mit der Hand über den Po, „das waren bis jetzt sehr schöne Gefallen, aber –“
Es klopft, wir fahren rechtzeitig auseinander, und Herr Dr. Schmidt, der stellvertretende Direktor, betritt das Büro. Wie immer korrekt gekleidet und ziemlich förmlich. Ohne Einleitung kommt er, wie üblich, gleich zur Sache:
„Ich wollte Sie bitten, die morgige Dienstbesprechung im Auge zu behalten. Es geht schließlich um die IT in unserem Hause. Ich hoffe, dass Sie nicht in Urlaub sind, oder?“
Wir schauen auf unsere Kalender und schütteln die Köpfe.
„Na, dann ist es ja perfekt“, meint er und fügt noch hinzu: „Sie haben ja auch sicher Ihre Ausarbeitungen zum künftigen IT-Bedarf Ihrer Abteilung parat.“
Wir nicken pflichtbewusst und ernst, Herr Dr. Schmidt grüßt kurz und verlässt das Büro.
„Na, das war ja knapp“, meint Susi. „Du hattest recht mit deiner Spielregel, dass wir im Büro nie zärtlich sein sollen.“ Und widerspricht sich selbst, indem sie mir einen längeren Kuss gibt und ihre Zunge zwischen meine Lippen drängt.
Ich wehre sie zärtlich ab.
„Bitte, Susi, wenn jetzt noch jemand hereinkommt …“
„Ach, du hast ja immer Angst!“, sagt sie und drückt sich an mich.
Und genau in diesem Moment klopft es wieder und Frau Susen von der Verwaltung kommt herein. Eine unauffällige Mittfünfzigerin, eher mager als schlank und weder einen bemerkenswerten Po oder Busen. Auch ist sie nie besonders schick angezogen und immer nur sachlich.
„Guten Abend, die Herr