Opfer und Täter
Lüneburg im Jahre des Herrn 1729
Die Straßen waren noch aufgeweicht vom Regen der letzten Nacht. Das schmutzige Wasser glänzte dunkel in den Pfützen und spritzte zu allen Seiten weg, wenn die Räder der Kutschen ratternd hindurch fuhren. Der Gestank nach Kloake war allgegenwärtig.
Wie jeden Morgen betrat Thomas Kühn pünktlich das Lagerhaus seines Schwagers Leopold Josef Jensen. Er arbeitete als Buchhalter, Kontrolleur und als alles, wofür sein Schwager ihn sonst brauchte. Leopold demütigte ihn, wo er nur konnte. Deshalb kam Thomas nicht gerne hierher.
Sollte er versuchen, bei einem anderen Händler eine Anstellung zu finden, würde sein Schwager es mit Lüg