: Nika S. Daveron
: Hourglass Wars - Jahr der Sterne (Band 3) High-Fantasy-Roman
: In Farbe und Bunt Verlag
: 9783959363075
: 1
: CHF 8.00
:
: Fantasy
: German
: 300
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Erleben Sie den Abschluss der 'Hourglass Wars'-Saga mit Band 3 'Jahr der Sterne' von Nika S. Daveron! Die Zeit der Oberwelt ist abgelaufen. Von nun an tagt das Göttergericht. Es treibt die Sterblichen zusammen, um sie zu richten und urteilt über die Herrscher und Könige der Oberwelt. Nicht alle Götter sind sich jedoch einig über das Schicksal der Welten, sodass ein erbitterter Kampf um die Herrschaft entflammt, der die Domäne der Unsterblichen spaltet. Nicht nur die Götter der Oberwelt kämpfen bis aufs Mark um ihre Position. Azulgrana kennt nur ein Ziel: Endlich ihren Gemahl Sarasot wiederzusehen, während dieser um das Leben seiner Tochter kämpft. Und Scarabea und Titan wandeln zwischen Göttern und Menschen in der Schattenwelt - fest entschlossen am Ende wieder die Sonne zu sehen.

Nika S. Daveron hätte nie gedacht, dass es sie einmal in ein komplett eigenes Fantasy-Universum verschlagen würde. Die Worte in ihrem Kopf wollten einfach nicht schweigen, und so lebt sie nun in einer Wüstenwelt, in der es erfreulicherweise definitiv wärmer ist als hierzulande. Wenn ihre Charaktere sie zwischendurch nach Hause lassen, feilt Daveron an ihren zahlreichen anderen Manuskripten, bändigt und bloggt über ihr Pferd oder streift über die Rennbahn.

Azulgrana

Das erste, was Azulgrana bemerkte, war der Duft. Von irgendwoher drang der verlockende Geruch nach gebratenem Fleisch in ihre Nase. Das zweite waren die Gitterstäbe, hinter denen sie sich befand. Die kalte Wand aus schwarzem Stein im Rücken, die Gitter direkt vor ihrer Nase. Ihre Zelle war nicht einmal groß genug, um sich hinzulegen, denn auf der anderen Seite war der Abgrund. Wind pfiff daraus empor und ließ sie schaudern.

Stöhnend kam sie auf die Beine und wäre um ein Haar auf die Nase gefallen, weil ihr Körper sich schwach und schwammig anfühlte.

Vorsichtig stemmte sie sich abermals hoch und hielt sich dabei an den Gittern fest. Ihr aufgeregtes Atmen warf unheimliche Echos in die Dunkelheit. Denn hinter den Gittern gab es nur dieses Nichts zu sehen. Kein Licht. Nur der Geruch nach gebratenem Fleisch versprach einen Hauch von Zivilisation.

Hatten die Zwillingskönige sie als Pfand behalten? Wo war Sarasot? Azulgrana hatte überhaupt keine Ahnung, wo sie sich befand oder wieviel Zeit vergangen war, seit sie das Geisterschiff verlassen hatte.

Ihre letzte Erinnerung war das Heiligtum der Brizma, der coronianischen Mondgöttin, welche sie bezahlt hatte, um eine Armee zu erlangen und den Wunsch der Geisterkönige zu erfüllen. Nicht freiwillig, man hatte sie gezwungen, nachdem sie versucht hatte, das Schiff der sivolischen Geister zu entern. Ein unkluger Entschluss, wie sich im Nachhinein herausstellt hatte, denn die Zwillingskönige benutzten sie, um den Erzfeind Coronia zu attackieren.

Irgendetwas musste im Heiligtum schiefgegangen sein, denn Azulgrana konnte sich nicht mehr daran erinnern, was dort geschehen war. Aber wenn es sie in diese Zelle befördert hatte, dann war wohl so ziemlich alles schiefgegangen.

Um sich selbst machte sie sich keine Sorgen. Sie war bereits zweimal in Gefangenschaft gewesen und hatte es überstanden. Nein, das war nicht ihre größte Sorge, sondern die Tatsache, dass Sarasot nicht bei ihr war. Mehr noch, es gab keine Spur, die ihr auch nur ansatzweise verriet, dass er noch lebte.

Azulgrana ließ die Gitterstäbe aus rostigem Eisen los und atmete tief durch. Sarasot starb nicht einfach so. Nicht, ohne dass sie etwas davon mitbekam, das war zumindest ihre feste Überzeugung. Sie beide teilten etwas, das nicht viele Menschen miteinander erfuhren. Deswegen konnte er auch nicht einfach tot sein.

Azulgrana schreckte hoch, als sie die Schritte hörte. Also war sie doch nicht allein in der Dunkelheit. Ob sie wohl noch in Coronia war? Denn auf dem Schiff befand sie sich nicht. Der Boden war fest und hart und genauso schwarz wie die Wände an der Seite. Nur ein diffuses, graues Zwielicht draußen erleuchtete ihre Zelle, sodass sie deren Umrisse erkennen konnte.

»Ah, Lady Berlais!« Eine hohe, unangenehme Stimme.

Sie kam Azulgrana merkwürdig bekannt vor, ein Gesicht dazu wollte ihr jedoch nicht einfallen.

»Wer seid ihr?«, fragte sie misstrauisch.

Vorsichtig tastete sie über ihren Rücken, doch ihre Sichel war fort. Hatte sie wirklich etwas anderes erwartet? Eine Gestalt tauchte vor ihren Gitterstäben auf, und obwohl sie sich im Schatten hielt, kam sie Azulgrana merkwürdig vertraut vor.

»Ich weiß, was Euch gerade durch den Kopf geht«, sagte die Fremde. »Ihr fragt Euch ganz sicher, wo Ihr seid, nicht wahr?«

»Auch«, entgegnete Azulgrana hochmütig. »Wo ist mein Gemahl?«

»Im Augenblick?« Die Gestalt hob eine Hand an den Kopf, als müsse sie angestrengt nachdenken. Dann wandte sie sich wieder Azulgrana zu, und