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Ich steige aus der Badewanne und schlüpfe nach dem Abtrocknen direkt in mein knielanges Nachtshirt … das leichte mit den Trägern und dem Snoopy-Motiv. Endlich ist mir warm geworden, nachdem ich den ganzen Tag gefroren habe. Lenny hatte Recht. Ich hätte nicht im Bademantel in die Garage gehen dürfen und dass ich nach Bens Attacke auch noch bewusstlos auf dem gefrorenen Boden lag, hat mich einer möglichen Lungenentzündung näher gebracht.
Ich ziehe mir einen Seidenschal aus dem Kleiderschrank und wickle ihn mir um den Hals. Als ich gerade nach meinem Bademantel greifen will, um mich richtig mollig einzupacken, klingelt mein Handy auf dem Nachtschrank. Ich schnappe es mir und erkenne Marcs Nummer auf dem Display. Für einen Moment überlege ich, ihn wegzudrücken, wie ich es in den letzten zwei Wochen so häufig getan habe, aber dann siegen meine Schmetterlinge im Bauch, die sich seit unserem Wiedersehen multipliziert haben. Ich weiß, dass meine Gefühle unvernünftig sind, allerdings kann ich sie nicht einfach abstellen wie den nervtötenden Alarm eines Weckers.
Ich nehme den Anruf entgegen und halte das Handy stumm ans Ohr.
„Lea?“, fragt Marc ins Leere hinein. „Verflucht, warum sagst du nichts?“
Ich schweige weiterhin und erwäge trotz meines euphorischen Hochgefühls