: Mortimer M. Müller
: Die vierte Frau Ein Wien-Krimi
: Books on Demand
: 9783758380181
: 1
: CHF 5.20
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 248
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Bianca erwacht in einem fremden Bett, einer unbekannten Wohnung und ohne Erinnerungen. Sie weiß nur, dass sie von einem Mann hierhergebracht und missbraucht worden ist. Bianca flieht in die Innenstadt von Wien, wo sie die Bar wiedererkennt, in der sie die schicksalhafte Begegnung mit ihrem Peiniger Georg hatte. Auf der Suche nach ihrer eigenen, verworrenen Vergangenheit stellt Bianca fest, dass es noch andere weibliche Opfer gibt; und sie beschließt, Beweise zu sammeln, um Georg ein für alle Mal das Handwerk zu legen. Doch bald wird die Jägerin zur Gejagten, als Georg begreift, dass ihm jemand auf der Spur ist - und er ebenso raffiniert wie unerwartet zurückschlägt ...

Der Autor schreibt seit seiner Jugend Kurzgeschichten und Romane in den Genres Thriller, Fantastik, Sci-Fi und Satire. Daneben ist er in den kreativen Bereichen Gesang, Film und Fotografie aktiv. Sein Lebenselixier braut er aus täglichem Sport, der Natur, seinen Träumen, Familienleben und Sonnenlicht. Hauptberuflich arbeitet er als Waldbrandforscher an der Universität für Bodenkultur in Wien. Der Künstler ist Preisträger des Hamburger Schloss-Schreiber-Stipendiums Sein Kitzbühel-Thriller KABINE 14 wurde für den Friedrich-Glauser-Preis, Sparte Debütroman, nominiert.

1. fremd

Etwas ist nicht so, wie es sein sollte. Sie spürt es, sobald sie die Augen aufschlägt, kann ihre Empfindung aber nicht benennen. Sie zwinkert. Einmal. Zweimal.

Denk nach, Bianca, erklingt es in ihrem Geist.Orientiere dich, überlege, entscheide und handle!

Sie liegt auf dem Rücken, starrt auf einen hellen Plafond mit einer kreisrunden, abgeschalteten Deckenleuchte. Unter sich spürt sie etwas Weiches, vermutlich eine Matratze. Nicht weit entfernt erklingt Vogelgezwitscher. Vielleicht eine Nachtigall.

Bianca wendet das Gesicht zur Seite. Es knistert leise unter ihren brustlangen blonden Haaren. Sie sieht eine weiße Fläche vor sich; eine weiß verputzte Innenmauer. Es ist keine gewöhnliche Wandfarbe. Sie wirkt rau und fleckig, strahlt Tiefe und unnahbare Kälte aus, könnte ebenso eine Mauer aus Schnee sein.Ein Kalkanstrich, denkt Bianca.Ungewöhnlich.

Der Überzug des Kissens ist weich und flauschig. Ein angenehmer Duft entweicht dem Baumwollstoff. Sie mag den Geruch – frisches Heu, gemischt mit Bergluft und Lavendel. Seit wann verwendet sie dieses Parfum? Ist es überhaupt ein Parfum? Womöglich ihr eigener Schweiß oder der Duft des Waschmittels? Es fällt ihr schwer, den Geruch einzuordnen, denn da ist noch