: Hagen Ulrich, Medienwerkstatt Kai Münschke
: Das böse Blut des Radulescus Hochzeit der Vampire 2
: Bundeslurch Verlag
: 9783963506406
: Hochzeit der Vampire
: 2
: CHF 14.10
:
: Fantasy
: German
: 460
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die beiden Vampire Jan Meyer-Frankenforst und Elias Al-Buchari sind glücklich zusammen und leben im beschaulichen Bonn. Da klopft Jans Vergangenheit an, in Gestalt der schwer kranken Sophie Harrach, die dem überraschten Jan zwei blonde kleine Racker präsentiert, Folgen einer Jahre zurückliegenden Affäre. Sophie bittet die beiden, ihre Söhne aufzunehmen. Sie will nicht, dass die beiden Jungs in die Hände des Großvaters, des konservativ-bigotten Stadtrates Peter Harrach fallen.

Auch für Sophies flippigen und ungeouteten Bruder Sebastian ist das frömmelnde Klima in seinem Elternhaus der pure Horror. So oft es geht, flieht Basti zu seinem besten Kumpel Malte, mit dem er Fantasy Spiele programmiert. Beide wollen der spießigen Kleinstadt Plauen, der Hölle des sächsischen Vogtlandes, lieber heute als morgen den Rücken kehren.

Auf einer Party im Plauener Szene-Club Sodom verschwimmen für Sebastian die Grenzen zwischen Realität und Fantasy. Er begegnet einem echten Vampir und kann gerade noch flüchten. Als Sebastians Vater eine Geschäftsbeziehung mit zwei rumänischen Investoren eingeht, die er zum Abendessen einlädt, kommt es noch schlimmer. Sebastian sieht sich dem überraschten Vampir aus dem Club gegenüber. Bis auf Mord lässt der fast nichts aus, um den Jungen zum Schweigen zu bringen.

Als Malte und sein Kumpel zum Studium nach Bonn umziehen wollen, sind sie froh, dem nervigen Vampir Cosmin und seinem ebenso bissigen Onkel Ioan entkommen zu sein. Sebastian freut sich, in der Nähe seiner kranken Lieblingsschwester zu sein. Doch Studentenbuden in Bonn und Köln sind knapp. Da präsentiert Sebastians ahnungsloser Vater seinem entgeisterten Sohn den Vorschlag Ioans, mit Cosmin eine WG zu gründen. Der intrigante Ioan benutzt Bastis Vater für seine ganz eigenen Pläne. Und Sebastian fragt sich bald, wer von den Dreien wirklich das Monster ist.

Hagen Ulrich wurde in Celle geboren, ging dort zur Schule und kam zum Studium nach Bonn. Seine Urban Fantasy Romane schreibt er mit viel Humor für junge Erwachsene, die Spaß haben an Fantasy, und als Jungs eben auch mal von einem fantastischen Traumprinzen, ob mit spitzen Zähnen, pelziger Gesichtsbehaarung oder sonstigen fantastischen Eigenschaften träumen. Getreu der Überzeugung 'Früher rief man Priester, um Vampire zu vertreiben - heute ruft man eher einen Vampir, um Priester zu vertreiben!' hat er das Portal mit Buchladen und Verlag 'Bundesamt für magische Wesen' gegründet. Schließlich will der Vampir an sich auch nur seinen Sarg im Grünen mit Geranien vor der Gruft - alles andere ist katholische Greuelpropaganda!' Von Amts wegen lassen sich auch Vampire, Dämonen und Werwölfe sowie die weitere fantastische Verwandtschaft problemlos verwalten. Auch, das ist Hagen Ulrichs Überzeugung, als Erwachsener muss man mal spinnen dürfen. Hagen Ulrich und sein Ehemann lehnen *:_Innen-Gendergedöns und linksidentitäres Denken in der Literatur genauso ab wie völkisches Gedankengut und deren Vertreter. 'Literatur ist dafür da, gesellschaftliche Themen zu diskutieren und es darf keinem Autor und keinem Verlag vorgeschrieben werden, wie ein Buch geschrieben werden muss. Rücksichtnahmen auf die Fühlis kleinster und schrillster Kreise sowie damit einher gehende überbordende Political Correctness legen sich schnell wie ein schleimiger Pilz über unsere Gesellschaft und wollen sogar naturwissenschaftliche Fakten und Biologie im Lichte quasireligiösen Ideologien neu interpretieren. Etwas, das ich als schwuler (Ehe-)Mann, Autor, Verleger und Flüchtlingspapa genauso ablehne wie das völkische, frauenfeindliche, antisemitische, demokratiefeindliche und in toto abzulehnende Denken einer im Bundestag hetzenden rechtsextremistischen Partei.'

Unter Geschwistern


Sophie griff zum Telefon und wählte. Am anderen Ende meldete sich eine fröhliche Stimme, die ihrem Bruder Sebastian gehörte.

»Schwesterherz! Wo steckst du? Was machen die Jungs?«

»Ich bin in Bonn, Sweetie. Den Rabauken geht es gut.«

»Bonn? Was machst du denn da?«, wollte ihr Bruder erstaunt wissen. »Gib mir eine Minute, dann bin ich bei Malte angekommen und kann ranfahren. … So, jetzt geht es besser. Auf dem Konto in Flensburg habe ich schon genug Punkte.«

Das war für Sophie eine gute Nachricht, sie wusste, wie wichtig Malte und seine Familie für ihren flippigen kleinen Bruder waren.

»Bist du allein? Oder ist …?«, fragte sie vorsichtig.

»Ja, ich bin allein im Auto.«

»Sebastian, ich muss dir was sagen. Es fällt mir nicht leicht, aber es muss sein.«

»Hey, was bist du denn so ernst? Hat Vater dir wieder eine Predigt gehalten und dich zur Umkehr bewegen wollen?«, grinste er und imitierte seinen Vater mit düsterer Stimme. »Ewig wird brennen deine Seele in den finstersten Abgründen der Hölle unter Qualen, so du nicht wandelst auf den Wegen des Herrn. Tue Abbitte und Buße für deine Sünden.«

Sie erzählte ihrem Bruder von ihrer Krankheit und dass es keine Aussicht auf Heilung gäbe. Außerdem informierte sie ihn darüber, dass seine beiden Neffen voraussichtlich bei ihrem Vater aufwachsen würden, der von seiner Vaterschaft bisher nichts gewusst hatte.

»Sophie, sag, dass das nicht wahr ist! Bitte sag mir, dass das ein ganz schlechter Scherz ist. Dann vergessen wir das Ganze einfach«, bat Sebastian verzweifelt. »Heutzutage kann man doch fast alles heilen. Da gibt es doch Chemotherapien und man kann operieren und Knochenmark spenden und was weiß ich nicht alles. Man muss doch an so einer Sache nicht sterben.«

»Sweetie, das ist kein Scherz. Ich habe Krebs, und zwar einen richtig fiesen Krebs, für den es keine Heilung gibt«, sagte sie und fühlte die Verzweiflung in der vibrierenden Stimme ihres kleinen Bruders.

»Und wie lange hast du noch? Man sieht doch überhaupt nichts. Als ich dich das letzte Mal gesehen habe, da warst du doch ganz gesund! Wie kann das denn sein?«

»Basti, es ist nicht mehr lange. Noch ein halbes Jahr, vielleicht etwas länger«, zwang sie sich mit beherrschter Stimme zu antworten.

»Oh Mann«, flüsterte ihr Bruder traurig und geschockt. »Ich weiß nicht, was ich sagen soll.«

»Wenn du kannst, komm her. Ich würde dich gern sehen«, bat sie ihren Bruder mit brüchiger Stimme. Und in Gedanken fügte siesolange es noch geht hinzu.

Ihr Bruder schniefte: »Wann soll ich kommen? Sagst du es Mama und Papa? Oder soll ich?«

»Nein, ich rufe sie gleich an. Ich gebe dir Bescheid, wenn ich mich mit den Kindern bei Jan und Elias eingerichtet habe. Wir sehen uns, Sweetie! Ich habe dich lieb«, beendete sie das Gespräch, als sie fühlte, dass ihr die Stimme versagen würde. Ihr kleiner Bruder und ihre beiden Jungs, das war für sie das Wichtigste, was es gab.

Sebastian blieb im Auto sitzen und dann öffneten sich die Schleusen, er weinte hemmungslos. Sein Kopf sank aufs Lenkrad. Plötzlich wurde die Tür seines Autos aufgerissen und eine besorgte Stimme fragte, was denn bloß los sei. Sie gehörte seinem besten Freund, der Sebastians Tränen nicht bremsen konnte und nichts aus ihm herausbekam. Malte lief zurück ins Haus und holte seine Eltern.

Seine Mutter kam als Erste, dann sein Vater, beide brachten den weinenden Sebastian schließlich dazu, auszusteigen und mit ins Haus zu kommen. Dort beruhigte er sich so weit, dass er von dem Anruf seiner Schwester und ihrer schweren Erkrankung erzählen konnte.

»Sophie stirbt an Krebs, an einem ekligen Krebs und sie sagt, dass man nichts mehr machen kann«, flüsterte er mit tränenerstickter Stimme. »Die Ärzte haben ihr gesagt, dass es überhaupt keine Hoffnung mehr gibt!«

Sein Freund und dessen Eltern schwiegen betroffen und versuchten, Sebastian so weit wie möglich zu trösten. Die Schwester des Jungen war einer der wenigen Aktivpunkte in der Familie Harrach und sie wussten, dass Sebastian seine Schwester heiß und innig liebte. Sein Freund nahm ihn in den Arm und ließ ihn weinen, bis er den ersten Kummer überwunden hatte und ihn verlegen anblinzelte.

»Tschulligung«, krächzte Sebastian etwas heiser.

»Schon ok, Basti, nicht dafür. Es tut mir so leid. Wissen deine Eltern schon Bescheid?«, fragte Malte mitfühlend.

Sebastian schüttelte den Kopf. »Sie will es ihnen selbst sagen.«

»Wann fährst du zu ihr?«

»Wohl ziemlich bald.« Erneut kamen ihm die Tränen und Malte versuchte weiter, seinen besten Freund zu trösten.

Währenddessen führte Sophie ein Gespräch mit ihren Eltern, das erheblich unfreundlicher verlief. Ihre Mutter war erschüttert und traurig, aber ihr Vater reagierte sehr kühl. Als er hörte, dass seine Enkel bei dem schwulen Vater und dessen Lebensgefährten aufwachsen würden, explodierte er und brüllte los.

»Ich dulde nicht, dass meine Enkel von Perversen aufgezogen werden. Es ist schon schlimm genug, dass sie unehelich sind. Aber sie in die Hände von einem charakterlosen Schwanzlutscher und seinem marokkanischen Stricher zu geben, da wären sie in einem Heim besser untergebracht. Sollen daraus drogenabhängige Kriminelle werden?«

Sophie kam fast nicht zu Wort, die Tiraden ihres Familienoberhauptes ließen ihr kaum Luft. Es war nicht die erste Auseinandersetzung, die sie mit ihrem engstirnigen, christlich-fundamentalistisch geprägten Vater führte. Aber dann brachte er etwas, dass es ihr die Sprache verschlug.

»Deine Krankheit ist Gottes Strafe für deinen unmoralischen Lebenswandel. Er schickt dir den Krebs als letzte Warnung.«

»Letzte Warnung vor was? Dass ich eine Familie habe, die dem