: Peter Kleine
: Lust und Leid am Nil Nach dem Schauspiel"Antonius und Cleopatra" von Willam Shakespeare
: Frieling-Verlag Berlin
: 9783828038172
: 1
: CHF 7.90
:
: Historische Romane und Erzählungen
: German
: 148
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ägypten in den Jahren nach der Ermordung Julius Cäsars (44 v. Chr.). Der römische Feldherr Marcus Antonius weilt seit geraumer Zeit in Alexandria bei seiner Geliebten, der ägyptischen Königin Cleopatra, zum Ärger von Octavius, dem späteren Kaiser Augustus. Die Nachricht vom Tod seiner Frau Fulvia zwingt Antonius zur Rückkehr nach Rom, wo er sich verpflichtet, mit seinem Verbündeten Octavius in den Kampf gegen den rebellischen Feldherrn Pompeius zu ziehen. Das Bündnis wird durch die Heirat Antonius mit Octavia, der Schwester des Octavius, bekräftigt. Die Harmonie zwischen den beiden Männern währt aber nur kurz. Die Alleingänge Octavius will Antonius nicht länger hinnehmen. Mit Cleopatra zieht er in den entschiedenen Kampf gegen Octavius. Doch Cleopatra flieht, als ersichtlich wird, dass die Seeschlacht bei Actium gegen Octavius Flotten nicht zu gewinnen ist. Sie lässt sich aus Scham ob des Verrates an dem Geliebten für tot erklären. Antonius verkraftet die Todesnachricht Cleopatras nicht und stürzt sich in sein Schwert ...

Der Autor wurde 1953 in Haselünne/Emsland geboren und wuchs in Büren/Westfalen auf. Nach dem Abitur studierte er Anglistik und Geschichte an der Philipps-Universität Marburg und promovierte dort über Shakespeares Historiendramen. Von 1979 bis 2018 war er im Schuldienst tätig. Peter Kleine lebt heute in Bad Driburg im Kreis Höxter. Seine Liebe galt seit Langem dem Theater. Sowohl in der Schule als auch andernorts inszenierte er an die 20 Theaterstücke, die den Zweck verfolgten, literarische Werke zumeist bekannter Autoren authentisch und volksnah auf die Bühne zu bringen. Später schrieb er literarische Texte, die zumeist im Frieling-Verlag Berlin veröffentlicht wurden. Im Frieling-Verlag erschienen auch seine fünf als Shakespeare-Adaptionen verfassten Romane:"Verraten und Verkauft","Plaisir d´Amour","Hoffnung auf ein Wiedersehen","Was wollt ihr?" und"Am Abgrund des Lebens". Nähere Informationen dazu auf der Website:  www.peter-kleine.com

AKT I


ÄGYPTEN (ALEXANDRIA)


PHILO (zu DEMETRIUS):

Dies Geschmachte unsres Feldherrn

Schwillt über alles Maß: sein klares Auge,

Das über Kriegsschlachtreihn und Heere stählern

Wie Mars hinweggeblitzt hat sonst, das schaut, das schielt

In demutsvollem Äugeldienst nur noch

Aufs Stückchen braune Haut: sein Feldherrnherz,

Das sonst im dicksten Schlachtgefühl die Spangen

Ihm von der Brust gesprengt hat, leugnet ’s Naturell

Und wurd zum Blasbalg und zum Fächer, ’ner

Zigeunerin die Brust zu kühlen.

Gib nur Acht, wirst ihn als dritte Säule von

Roms Weltenreich gleich umgewandelt sehn

Zum Gimpel einer Hur: schau hin und sieh.

(William Shakespeare, Antonius und Kleopatra, 1. Akt, 1. Szene)

„Das geht überhaupt nicht mehr. Der Mann ruiniert uns alle mit seinen Eskapaden. Lümmelt sich mit dieser Schlange die ganze Nacht bis Mittag im Bett herum und kümmert sich nur noch ums Vergnügen. Wir sehen aus wie dumme Jungs und wissen nicht mehr aus noch ein.“

Obwohl er sich im Gefolge des Antonius befand, hatte Philo sich förmlich in Rage geredet, als er wieder einmal den Boten aus Rom vor die Tür setzen musste, der zu Antonius mit der Bitte um Rat und Hilfe gekommen war. „Marcus Antonius ist im Augenblick unpässlich, kommen Sie morgen wieder“, beschied er den Bittsteller, der sich in den letzten Tagen bereits dreimal im Palast von Alexandria gemeldet hatte, um auszurichten, in Rom brenne die Hütte, Antonius müsse umgehend kommen, um den Zugriff zur Macht vor seinen Rivalen schützen zu können.

Man kannte den Feldherrn eigentlich ganz anders, wenn er sich seine innenpolitischen Gegner zur Brust nahm und entweder kurzen Prozess mit diesen machte oder ganze Heerscharen aufbot, um zu demonstrieren, wer Herr im Imperium Romanum war und wer sich unterzuordnen habe.

Demetrius konnte seinem Freund Philo nur beipflichten, denn nicht erst seit kurzer Zeit waren sie im Sold und Dienste des großen Feldherrn. Schon seit Jahren standen sie an seiner Seite, wenn Antonius schlachterprobt alle Kraft daransetzte, sich gegen Pompeius, seine Feldherren und Freunde durchzusetzen.