Aus manchen Perspektiven erscheint das Leben wie eine Kette von Konflikten, die in modernen Zeiten in Krisen eskalieren. Tatsächlich begann das Leben auch gleich so. Auf dem Weg in die(se) Welt müssen wir schon durch einen Engpass. Sich aus der Gebärmutter zu befreien und deren Mund zu passieren, ist alles andere als ein »Kinderspiel«.
An solchen Engpässen spielen sich im Kleinen wie im Großen vielmehr Schicksale ab. An der Engstelle der Thermopylen etwa erzwang sich im Spätsommer des Jahres 480 v. Chr. ein riesiges persisches Heer unter Xerxes I. gewaltsam Zugang nach Griechenland. In der Geburt war es unser Kopf, der sich den Weg aus dem Wasser- ins Luftreich durch die enge Pforte von Mutters Gebärmutteröffnung erzwang. Diesen »Kopfsprung« aus der inneren (Frucht)wasserwelt ins äußere Leben an der Luft muss ein Kind wagen. Davor sollte es sich schon von Mutters Senkwehen umdrehen und mit dem Köpfchen ins kleine Becken schieben lassen, wo es wie in einem Schraubstock festhängt, bis ihm Presswehen im wahrsten Sinne des Wortes den Ausgang aufpressen und es hinaus ins Leben befördern.
Nicht alle Kinder lösen diesen Konflikt zwischen »gemütlich in der körperwarmen Fruchtwasserwelt bleiben« oder »sich in die Kälte der äußeren Welt pressen lassen« so konstruktiv. Denn es ist wahrlich keine leichte Entscheidung, die körperwarme weiche Innenwelt zugunsten der kalten und vergleichsweise harten äußeren Welt zu verlassen. Presswehen müssen pressen, und GeburtshelferInnenhände müssen herausziehen oder gar -zerren. Das Kind muss auf diesem Weg durch eine Art Niemandsland, wo es in äußerster Bedrängnis zwischen allen Stühlen beziehungsweise Welten hängt. Diesen Konflikt durfte ich dreißig Jahre mit PatientInnen der Schattentherapie1 miterleben. Stanislav Grof hat ihn in seinen G