: Friedrich Kießling
: Europa im Zeitalter des Imperialismus 1890-1918
: De Gruyter Oldenbourg
: 9783111254517
: Oldenbourg Grundriss der GeschichteISSN
: 1
: CHF 22.10
:
: Neuzeit bis 1918
: German
: 398
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Die neue Darstellung der Geschichte Europas zwischen 1890 und 1918 in der Reihe Oldenbourg Grundriss der Geschichte. Zuverlässig und gut lesbar zeichnet der Band die Dynamik der inneren Entwicklung der europäischen Staaten an der Schwelle zu Massenpolitisierung und Demokratisierung ebenso nach wie die Dynamiken des internationalen Systems oder die Folgen der europäischen Expansion im 'Zeitalter des Imperialismus'. Eine konzise Darstellung des Ersten Weltkriegs, in dem viele der vorangegangenen Entwicklungen kulminierten, schließt den Band ab, der mit dem Abgang Bismarcks als deutscher Reichskanzler im Jahr 1890 beginnt. Auf dem aktuellen Stand der Forschung entsteht so das vielgestaltige Porträt einer Epoche, in der sich Europa endgültig auf den Weg in die Moderne machte - mit allen positiven wie negativen Konsequenzen.



Friedrich Kießling, Universität Bonn.

I Darstellung


1 Imperialismus und Beginn der Hochmoderne: Der Charakter der Epoche


Doppelgesicht der Epoche

Die knapp drei Jahrzehnte zwischen 1890 und dem Ende des Ersten Weltkriegs brachten für Europa eine ganze Reihe von enormen, nicht selten revolutionären Veränderungen mit sich. Dazu gehörten die sprunghafte Verbesserung der Kommunikations- und Verkehrsnetze ebenso wie der Aufschwung neuer Wirtschaftszweige, etwa der Elektro- und Chemieindustrie, oder die massiven Veränderungen im Bereich von Politik und Öffentlichkeit. Am Vorabend des Ersten Weltkriegs gab es eine Massenpresse mit Millionen von Leserinnen und Lesern, es gab Hunderttausende von Telefonanschlüssen, in den großen Städten des Kontinents fuhren elektrische Straßenbahnen und in den Kinos waren erste bewegte Bilder von aktuellen Ereignissen zu sehen. Auf der anderen Seite sollte man sich von solchen Entwicklungen auch nicht täuschen lassen. In nicht wenigen Dingen änderte sich für viele Europäerinnen und Europäer in ihrem alltäglichen Leben weit weniger, als es solche spektakulären P