Kapitel 1
Warum überhaupt die Mühe?
Die meisten Menschen treiben aus verschiedenen Gründen Sport. (Das gilt übrigens auch für mich.) Vielleicht bist du deprimiert und machst Sport, um dich aufzuheitern, oder du bist nervös und willst dich beruhigen. Vielleicht möchtest du dich auch einfach nur entspannen oder abschalten. Vielleicht suchst du nach einem Glücksgefühl – einer Auszeit von deinen Problemen. Oder du willst dich stark fühlen. Womöglich hast du aber auch einfach nur den Ehrgeiz, in deinem Badeanzug fantastisch auszusehen. Das ist keine Schande. Der Strand lockt.
Im Übrigen hast du ohnehin schon jede Menge zu tun. Partner oder Partnerin, die Kinder, der Hund: Alle wollen etwas von dir. Du musst den Rasen mähen. Deine Chefin wartet (immer noch!) darauf, dass du endlich mit diesem Projekt fertig wirst, und die Lebensmittel kaufen sich auch nicht von selber ein.
Warum also solltest du dir unbedingtnoch eine Aufgabe aufbürden? Dein Geist wird sowieso schon jeden Tag gründlich beansprucht – von morgens bis abends. Solltest du deinen grauen Zellen beim Sport denn nicht endlich mal eine Pause gönnen?
Schließlich erfordert jede Art von Meditation Zeit, Energie, Ausdauer, Entschlossenheit und Disziplin. Oder wie der moderne buddhistische Mönch Bhante Gunaratana (Bhante G.) in seinem BuchMindfulness in Plain English (deutsch:Die Praxis der Achtsamkeit) sagt: »Zum Meditieren braucht man Grips.«1 Wieso um alles in der Welt solltest du deine körperliche Aktivität dann mit etwas kombinieren, das noch zusätzliche Anstrengung und Engagement erfordert?
Dafür gibt es verschiedene Gründe.
Wahrscheinlich weißt du inzwischen schon, wie sehr du in deinem Leben von Bewegung profitierst. Meditation verstärkt diesen Effekt sogar noch. Studien haben gezeigt, wie positiv Meditation sich auf unseren Körper, unseren Geist und unsere Emotionen auswirkt – sie verbessert nicht nur die sportliche Leistung, sondern regt sogar das Wachstum neuer Gehirnzellen an.2 Sport und Meditation miteinander zu kombinieren, ist also in jeder Hinsicht das beste Rezept, um sich weiterzuentwickeln.
Aber es gibt sogar noch einen wichtigeren Grund, Meditation in dein Bewegungsprogramm aufzunehmen: Freiheit.
Im Grunde steckt hinter dem Wunsch nach Entspannung, Abschalten oder körperlicher Ertüchtigung – der Sehnsucht danach, körperlich und geistig besser in Form zu sein und dich wohler zu fühlen – nämlich der Drang nach Freiheit.
Freiheit wovon?
Freiheit von Leid.
Und genau das – die Freiheit von Leid – ist der Hauptgrund, warum ich mir die Mühe mache, bei meinem Sport zu meditieren.
In dem Winter, nachde