: Mike Horn
: Der Ruf des Abenteuers Der Survival Guide vom großen Weltentdecker - Übungen, Checklisten und faszinierende Erfahrungsberichte
: Goldmann Verlag
: 9783641317393
: 1
: CHF 10.80
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: Sonstige Sportarten
: German
: 224
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Entfache die Flamme des Abenteuers in dir

Als Entdecker und Extremsportler hat Mike Horn die Welt immer wieder in Staunen versetzt. Er schwamm als Erster allein den Amazonas von der Quelle bis zur Mündung hinauf, umrundete die Erde ohne motorische Hilfsmittel und war im Alleingang am nördlichen Polarkreis. Mit seinem Survival HandbuchDer Ruf des Abenteuers teilt er nun erstmals seinen unglaublichen Schatz an Erfahrungen mit der Welt und fordert uns heraus: »Entfache die Flamme des Abenteuers neu, die in dir schlummert«.

Ein besonderer Survival Guide der den wichtigen Fragen nachgeht:

- Wie bereite ich mich körperlich und mental auf mein Vorhaben vor?

- Wie überstehe ich Gefahrensituationen unbeschadet?

- Was benötige ich für mein Abenteuer?

- Und worin liegt eigentlich mein Ziel?

Ein Buch, voll mit nützlichen Ratschlägen, Übungen, Checklisten und Denkanstößen, beeindruckenden Bildern und unglaublichen Erfahrungsberichten.

< >Mike Horn, geboren 1966 in Johannesburg, ist ein südafrikanisch-schweizerische Extremsportler und einer der renommiertesten Abenteurer unserer Zeit. Er bewältigte als Erster solo den Amazonas von der Quelle bis zur Mündung, umrundete die Erde am Äquator ohne motorische Hilfsmittel und war im Alleingang am nördlichen Polarkreis. Neben zahlreichen Büchern zu seinen Expeditionen tritt er regelmäßig als Experte im französischen Fernsehen auf.

© ÉTIENNE CLARET

9Sich auf die ersten Tage vorbereiten


Trotz der vielen Anstrengungen, die Sie seit Wochen oder gar Monaten unternommen haben, um Spitzenleistungen zu erzielen, können Sie zu Beginn der Expedition zweifellos noch nicht in Höchstform sein. Die Länge der geplanten Reise, der Stress vor der Abfahrt, unterwegs dann die ersten melancholisch verbrachten Nächte, im Kopf die Frage: Werde ich es schaffen oder nicht? – all das wird zwangsläufig Ihr seelisches und körperliches Gleichgewicht beeinträchtigen. Seien Sie also nicht überrascht, wenn Sie an einigen Tagen ein Gefühl von Erschöpfung oder Verdrossenheit empfinden. Keine Sorge, dieses Unwohlsein ist normal, einfach deshalb, weil die Umgebung, in der Sie sich fortbewegen werden, Ihnen nicht vertraut ist. Sich unversehens in einem Hochgebirge, einem tropischen Urwald, einer Eiswüste oder draußen auf dem Meer wiederzufinden, erscheint seltsam, ja befremdlich. Sie brauchen – ebenso wie ich, seien Sie versichert – eine Eingewöhnungszeit.

DIEAKKLIMATISIERUNGTRÄGTZUIHRERVORBEREITUNGBEI

Oft habe ich mich gefragt, warum ich eine Expedition nicht im Vollbesitz meiner physischen Kräfte antreten kann. Dann wurde mir klar, dass dies zu meinem Besten ist. Denn wäre man vor dieser für einen längeren Zeitraum geplanten Unternehmung bereits auf der obersten Stufe seiner Leistungsfähigkeit angelangt, würde man vermutlich umso früher mit den eigenen Grenzen konfrontiert werden. Bei meiner Umrundung des arktischen Polarkreises, die zwei Jahre und drei Monate gedauert hat, wäre es nicht von Vorteil gewesen, gleich zu Beginn in Höchstform zu sein. Die ersten drei Monate der Expedition dienten ausschließlich dazu, meine Vorbereitung fortzusetzen. Tief im Innern war mir bewusst, dass ich meine Kräfte schonen musste, um jenes Maximum später erreichen und dann so lange wie möglich aufrechterhalten zu können. Wäre ich bestens trainiert, in optimaler Verfassung eingetroffen, hätte ich den Zenit zu früh erreicht und sicherlich nicht bis zum Ende durchgehalten.

Regulieren Sie Ihr Tempo

Während der ersten Tage eines Abenteuers muss man sich körperlich schonen, seinen Rhythmus entwickeln und die Anstrengungen dosieren, indem man in mittlerem Tempo marschiert, um so die Leistung allmählich zu steigern. Die erste goldene Regel lautet: Weder zu schnell noch zu eifrig beginnen. Es ist wie bei einem Marathonlauf. Wenn Sie, überwältigt von der Euphorie des Moments, mit zu hoher Geschwindigkeit starten, erleben Sie selbst mit bester Vorbereitung garantiert eine Schwächeperiode – oder müssen sogar aufgeben, bevor Sie überhaupt bei Kilometer 36 angekommen sind.

© SEBASTIAN DEVENISH

PASSENSIESICHIHRERUMGEBUNGAN

Wenn Sie für einen längeren Zeitraum auf Erkundungsreise gehen möchten, erfordert dies, anders als bei einem Langstreckenlauf auf Asphalt, natürlich eine Akklimatisierung an die jeweiligen Umgebung – Wüste, Urwald oder Meer. Man muss sich also an die Außenwelt anpassen. Kürzlich sprach ich mit einem jungen Mann, der darüber klagte, schnell seekrank zu werden. Eine relativ häufig auftretende Unannehmlichkeit, die sich als schrecklich erweisen mag, wenn auf offenem Meer schlechtes Wetter herrscht und das Syndrom etwas zu lange anhält … Nachdem wir das Thema besprochen hatten, riet ich ihm als Erstes, ganz bewusst innerlich zu akzeptieren, dass er