: Julie Soto
: Not Another Love Song Roman
: Goldmann
: 9783641304904
: 1
: CHF 8.90
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: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 400
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
'Julie Soto ist meine absolute Lieblingsautorin. Ich verschlinge alles, was sie schreibt!' Ali Hazelwood
Schon als Mädchen träumte Gwen Jackson von der großen Bühne und brachte sich selbst das Violinspiel bei. Heute, mit Anfang zwanzig, ist sie eine der Geigerinnen des Manhattan Pops Orchestra und geht in ihrer Musik auf. Doch als Gwen für die prestigeträchtige Stelle der Konzertmeisterin ausgewählt wird und das Orchester führen muss, wird sie mit einem Problem konfrontiert: Xander Thorne. Der 1,90 Meter große Cellist und Star der gefeierten Rockband Thorne and Roses ist bekannt für seine Allüren. Gwen fand ihn wegen seines leidenschaftlichen Spiels insgeheim schon immer heiß, aber mit ihrer Beförderung müssen die beiden plötzlich eng zusammenarbeiten. Xander lässt keine Gelegenheit aus, Gwen zu kritisieren und sie mit seinen dunklen Augen zu durchbohren. Doch sooft sie auch aneinandergeraten, niemand kann die elektrisierende Verbindung zwischen ihnen leugnen, wenn sie gemeinsam spielen. Am wenigsten Gwen selbst ...

Julie Soto ist eine USA-Today-Bestsellerautorin, Dramatikerin und Schauspielerin aus Sacramento, Kalifornien. Ihr Musical 'Generation Me' wurde beim New-York-Musical-Festival 2017 als bestes Musical ausgezeichnet, ihr Drehbuch außerdem als Best Book. Sie ist ein Musical-Theater-Freak, ein Fandom-Nerd und die Autorin vieler prickelnder Fan-Fiction-Storys. Julie lebt heute mit ihrem Hund Charlie in Fort Bragg. Wahrscheinlich trinkt sie gerade Kaffee, während im Hintergrund eine Jane-Austen-Verfilmung läuft.

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In der Highschool war Gwen ein Zitat von Shakespeare begegnet: »Musik ist der Liebe Nahrung.« Als sie es mit sechzehn zum ersten Mal las, glaubte sie, dass sich ihr Liebesleben vielleicht in die richtige Richtung entwickelte. Zu dem Zeitpunkt spielte sie bereits seit fünf Jahren Geige, beherrschte dasViolinkonzert von Tschaikowski zur Hälfte und wusste, dass sie an der Juilliard studieren, sich in einen Musiker verlieben und für den Rest ihres Lebens mit ihm zusammen wunderschöne Musik machen würde.

Jetzt, nach elf Jahren, in denen sie nur Geige gespielt und keine einzige grandiose Liebesbeziehung gehabt hatte, erkannte sie, dass Shakespeare vielleicht Blödsinn erzählt hatte.

Der Uber-Fahrer drosselte die Geschwindigkeit und drehte sich zu ihr um. »Ist es hier?«

Gwen zog sich einen der billigen Earbuds aus dem Ohr, pausierte dasImagine-Dragons-Cover in der E-Cello-Version und betrachtete durch die getönte Scheibe das Haus.

Oder besser gesagt das Anwesen.

Vielleicht sogar den Palast.

Sie beobachtete die Leute von der Catering-Firma und die Floristen, die die Einfahrt hinaufliefen. Schließlich ruhte ihr Blick auf dem Parkwächter, der sich nun dem Wagen näherte. Es gab einen verdammten Parkservice? Mitten in New Jersey?

»Sieht so aus«, erwiderte sie. »Vielen Dank. Definitiv fünf Sterne.«

Gwen griff nach ihrem Geigenkoffer, zupfte ihr schwarzes Kleid zurecht und rutschte vom Sitz. Dabei ließ sie den Parkwächter wissen, dass sie zum Personal gehörte und er ihr nicht die Tür aufhalten musste.

Sie blickte an dem zweistöckigen Gebäude aus weißem Backstein auf der offenen Rasenfläche hinauf. In Manhattan hätte es wahrscheinlich nicht mehr als einen halben Block eingenommen, aber in einem Vorort von New Jersey wirkte es geradezu majestätisch. Sie presste den Geigenkoffer eng an sich, strich sich den dunklen rötlich braunen Pony aus den Augen und folgte den anderen Angestellten über die Einfahrt bis in den Garten hinter dem Haus.

Oder Park.

Vielleicht auch Naturschutzgebiet.

Mit offenem Mund stand sie da und betrachtete die durchdacht angeordneten Bäume, den Teich und … die Schwäne? Lebendige Schwäne? Sie hatte schon öfter auf Hochzeiten gespielt, aber noch nie in einem Garten wie diesem. Zu ihrer Linken, in der Nähe der Garage für drei Autos, war der Bereich für die Feier mit einer Tanzfläche und etwa zwanzig runden Tischen vorbereitet worden. Geradeaus war ein wunderschöner Blumenbogen vor den Stuhlreihen aufgebaut. Zu ihrer Rechten stand ein schwarzer Steinway-Flügel auf dem Rasen. Ein junger Mann winkte ihr vom Klavier aus zu – Jacob Diaz, ihr Mitbewohner, bester Freund und Duettpartner.

Während sie ihn ansteuerte, warf Gwen einen Blick auf ihr Handy.

15:07 Uhr.

Sonst kam sie nie zu spät. Sie schämte sich fürchterlich.

Der New Jersey Transit hatte es nicht gut mit ihr gemeint, weswegen sie sich mitten im Nirgendwo ein Uber hatte bestellen müssen, um wenigstens halbwegs pünktlich anzukommen. Die Fahrt hatte sie die Hälfte des Honorars gekostet, das sie für diesen Auftritt erhalten würde, aber wenn sie ihren Ruf für andere High-Society-Hochzeiten ruinierte, würde sie sich das nie verzeihen.

»Willkommen zu Hause, Darling«, scherzt