: Young-do Lee
: Der träumende Krieger - Die Legende vom Tränenvogel 2 Roman
: Heyne
: 9783641315177
: Die Legende vom Tränenvogel
: 1
: CHF 14.40
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: Fantasy
: German
: 624
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die Fantasy-Sensation aus Korea!
Naga Ryun, Lekon Tinahan, Dokebi Bihyung und der Mensch Kaygon haben den Hainsha-Tempel erreicht. Dort erfahren sie endlich mehr über die Prophezeiung, die sie hergebracht hat: Die Naga-Priester wollen einen der Götter töten, um ihre eigene Göttin so viel Macht zu verleihen, dass sie die Welt erobern kann. Die Mönche bitten Ryun, Kontakt mit seiner Göttin aufzunehmen, um herauszufinden, wie die Priester vorgehen wollen. Ryun kommt der Bitte nach - und tappt damit geradewegs in eine Falle. Für ihn und seine Gefährten beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit ...

Lee Young-do, geboren 1972, studierte Koreanische Sprache und Literatur an der Kyungnam University. Seinen ersten Roman 'Dragon Raja' veröffentlichte er zuerst in Fortsetzungen über eine der ersten Internet-Plattformen, ehe er 1998 in Korea als Buch veröffentlicht wurde. Er verkaufte sich millionenfach und läutete eine neue Ära der Fantasyliteratur in Korea ein. Seither hat Lee Young-do mehrere Romanserien veröffentlicht, darunter 'Die Legende vom Tränenvogel'. Die Bücher um den 'koreanischen Witcher' werden von Krafton Montreal Studios als Videospiel adaptiert. Lee Young-do lebt mit seiner Familie in Masan.

Obwohl Fenina Siedo die Pläne annahm, war Gallotek nicht beruhigt.

Wie alle Naga-Schmiedinnen brachte Fenina Siedo ihre Tage und Nächte damit zu, sich über ihren Beruf zu beklagen und sich außerdem darüber aufzuregen, vor Männern katzbuckeln zu müssen. Für die Nagas war es schwierig, den Stolz einer Handwerksmeisterin anzuerkennen, wenn es dabei um die Arbeit eines Schmieds oder Töpfers ging; schließlich konnten beide nur dann arbeiten, wenn sie Holz verbrannten. Natürlich stellten die Nagas die Notwendigkeit dieser Berufe und ihrer Erzeugnisse nicht infrage, doch gleichzeitig gab es kaum jemanden, der in der Gegenwart eines Schmieds oder Töpfers nicht unbehaglich zusammenzuckte.

Feninas unterwürfige, für Schmiedinnen typische Art verärgerte Gallotek. Sie war alles andere als feminin, und Gallotek ertrug ihren Anblick kaum. Obendrein hatte er sich an Nogi Hasuons selbstbewusste Worte gewöhnt: »Ich habe alles getan, was ich konnte. Vielleicht klappt es zufällig.« Galloteks Nirm fiel daher barscher aus als beabsichtigt: [Du musst mir wirklich nicht nirmen, dass du es bauen kannst, nur um mir zu gefallen. Ich brauche das Objekt unbedingt, Siedo.]

Die Schuppen der Schmiedin sträubten sich. [Bitte nennt mich nicht bei diesem Namen, Eure Heiligkeit.]

[In Ordnung. Fenina.] Gallotek konnte sein Unbehagen gerade so unterdrücken. [Solltest du es nicht bauen können, dann nirm einfach, dass es so ist. Das wäre am besten.]

[Ich kann es bauen. Es ist ein ziemlich geheimnisvolles Ding, aber ich kann es bauen. Es ist nur, Bräutigam der Göttin …, entschuldigt bitte diese unhöfliche Frage. Ihr scheint eine große Begabung für die Schmiedekunst zu besitzen. Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, so etwas zu entwerfen?]

Gallotek unterdrückte den Ärger, der in ihm aufzusteigen drohte, als ihm klar wurde, dass das genau das war, was Fenina wollte. Er schickte ein sanftes Nirm: [Ist es denn gut geworden?]

[Wie bitte? Äh, ja. Ich halte es für das Werk einer Person, die seit Jahrzehnten nichts anderes macht.]

Fenina versuchte, Gallotek erneut zu provozieren, indem sie ihm Talent in einer so vulgären Arbeit wie dem Schmieden unterstellte, aber dieser erwiderte nur sanft: [Vielleicht war es Anfängerglück.]

Fenina wusste, dass Gallotek sie durchschaut hatte, also unternahm sie keine weiteren Versuche, den Hüter zu verärgern. Der Rest ihrer Unterhaltung verlief strikt geschäftlich. Fenina versprach, das Objekt innerhalb von drei Tagen fertigzustellen. Dabei musterte sie Gallotek ganz genau. Er schien von diesem Versprechen nicht überrascht zu sein. Eigentlich hätte sie das Objekt niemals in nur drei Tagen bauen können, aber da der Plan so perfekt war, war es möglich. Entweder, dachte Fenina, wusste Gallotek genug über Maschinenbau, um zu erahnen, wie gut der Bauplan war, oder eine andere Person steckte dahinter. Doch statt sich zu fragen, welche Vermutung wohl wahr wäre, begann Fenina, über den Preis zu verhandeln.

Als er feststand, bezahlte Gallotek im Voraus. Dann nirmte er einem Mann, der auf der anderen Seite des Raumes saß: [Geleite Fenina zum Ausgang.]

Der Mann, der Fenina Siedo vorhin hergebracht hatte, hatte nicht vor, e