: Michaela Huber
: Wie es ist, muss es nicht bleiben Wirksame Psychotherapie-Tools zur Persönlichkeitsveränderung
: Junfermann Verlag
: 9783749504862
: 1
: CHF 19.90
:
: Angewandte Psychologie
: German
: 120
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Veränderung ist möglich Michaela Huber stellt Arbeitstechniken vor, die sich in der Psychotherapie mit schwer traumatisierten Menschen bewährt haben - in der Arbeit mit Menschen, die schon fast den Glauben an tragfähige Veränderungen aufgegeben hatten. Neben der Bearbeitung von Traumata sind diese Methoden auch für weitere Themenfelder in der Psychotherapie, im Coaching, in der Supervision oder in der Beratung geeignet. Die vorgestellten Arbeitstechniken - Kaskadentechnik 'Hand aufs Herz' und Körperressourcentechnik - sind nicht ganz neu, sondern von bereits existierenden Therapie-Tools abgeleitet. Teils sind es auch neue Kombinationen bekannter Techniken, wie z.B. Timeline-, Screen- und Containment-Technik, Affektbrücke, Legetechniken etc. Das gilt insbesondere für die Affektketten-Technik. Zu allen Tools wird beschrieben, wie sie sich einsetzen lassen, worauf besonders zu achten ist, welche Voraussetzungen und Vorarbeiten nötig sind und was sie bewirken können.

Michaela Huber, psychologische Psychotherapeutin, Supervisorin und Ausbilderin in Traumabehandlung. Sie ist seit deren Gründung 1. Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Trauma und Dissoziation (DGTD).

Einleitung


Sie möchten etwas ändern, aber etwas hindert Sie hartnäckig daran. Sie zögern, wenden sich an helfende Menschen, zucken zurück: Es scheint nichts zu verändern. Da gibt es Körpersymptome, seelische Nöte, wiederkehrende Beziehungsdramen, Arbeitsplatzprobleme. Sie fühlen sich immer hilfloser, schwächer und verzweifelter. Ja, soweit haben Sie schon verstanden: Etwas ist „zu viel“ in Ihrem Leben, etwas müsste anders werden. Aber ist es noch „drin“, in diesem Leben tatsächlich so viel zu verändern, dass es sich leichter anfühlt? Gehen wir diesen Fragen doch etwas genauer nach.

Stress, das „Zuviel“ in jeder Hinsicht, ist die Plage unserer Zeit. Sie führt zu einer Rekordzahl an ernsthaften psychischen Problemen, welche unsere Krankenkassen und Rentenversicherungsträger beunruhigen. Denn immer mehr Krankheitstage aus Gründen stressbedingter Erkrankungen führen zu immer mehr Frühberentungen – und das kostet die Gesellschaft eine Menge Geld. Stress und Stressfolgen werden nämlich lange übersehen („Stell dich nicht so an“, sagt man sich, auch untereinander, vielleicht zu lange), bis es zu spät ist, bis das Burnout, der Verlust des Arbeitsplatzes und vielleicht sogar der Zusammenbruch des persönlichen Lebens durch Trennung und Scheidung droht, einschließlich dem Verlust der Kinder.

Das Zuviel betrifft alle, in alle Himmelrichtungen. In der Tat: Viel zu viele kleine und große Menschen werden gemobbt, gestalkt, gemieden oder von denen, die sie versorgen und beschützen müssten, gequält. Sie entwickeln Symptome, die hartnäckig sind. Und viele – gerade die bereits Vorbelasteten – haben in den letzten Jahren massiv unter den Einschränkungen während und nach der Covid-Pandemie gelitten, die für viele geradezu traumatische Auswirkungen hatten, und damit meine ich nicht nur die Krankheit und deren Folgen.

Kinder und Jugendliche haben vermehrt psychische Probleme bekommen, weil die sogenannten Corona-Maßnahmen tief in ihr Leben eingegriffen haben; die Folgen sind ein teils dramatischer Anstieg an Depressionen, Angst-, Ess-, Zwangsstörungen und Suizidneigungen. Die einrichtungsbezogene Impfpflicht brachte viele, die sich nicht mit dem neuen Vakzin impfen lassen wollten, in berufliche Nöte. Menschen, die diese Maßnahmen kritisierten oder Bedenken wegen des neuen Vakzins hatten, wurden als Covidiot, Coronaleugner, Impfgegner etc. beschimpft, und das hat viele eingeschüchtert und das gesellschaftliche Klima auf vergiftende Weise gespalten. Erst Anfang des Jahres 2023 war klar: Die meisten Kritiker hatten recht gehabt. Impfstoffe waren nicht darauf getestet worden, ob sie eine Verbreitung der Erkrankung verhindern konnten, man konnte trotzdem – auch schwer – erkranken. Auch durch Masken wurde die Übertragung wenig bis gar nicht behindert. Länder, in denen man nach dem ersten Schreck über das neues Virus rasch die Schutzmaßnahmen lockerte, kamen mindestens so gut, wenn nicht besser durch die schwere Zeit. Im deutschsprachigen hingegen fühlten sich, zumindest im Nachhinein, viele Menschen getäuscht, irritiert von ihren Politikern und unsicher, welchen Autoritäten sie noch glauben und vertrauen könnten. Lehrern, Wissenschaftlern, Politikern, Medien?

Auch lange Zeit nach den Lockerungen der freiheitsbeschränkenden Maßnahmen litten viele, Kinder wie Erwachsene, nach wie vor unter der Isolation, die wie ein Fallbeil in die Gesellschaft gekracht war. Heute, wo der Krieg in der Ukraine immer mehr Menschen tief verunsichert, muss man sich vielleicht an die Zeit der Corona-Krise zurückerinnern